Luca

Viele glauben, eine Veranstaltung oder ein Ort sei sicher, wenn eins sich mit Luca eincheckt. Das ist ein Trugschluss. Die Verwendung von Luca hat keinerlei Einfluss darauf, ob Infektionen passieren oder nicht. Auch mit Luca senken nur die AHAL-Regeln die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Auch mit Luca ist eine Aerosolwolke in einem Innenraum eine Aerosolwolke in einem Innenraum. Auch mit Luca bleibt ein Impfdurchbruch ein Impfdurchbruch.

Es ist nicht plötzlich sicher, eine Kneipe zu öffnen oder eine Feier durchzuführen, weil die Luca-App benutzt wird. Es kann vertretbar sein, eine Kneipe zu öffnen oder eine Feier durchzuführen, weil die Fallzahlen gerade niedrig sind und ein stringentes Hygiene-Konzept vorliegt und dieses sogar von den Anwesenden eingehalten wird.

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Brain Computer Interfaces in der Kritik

Bei Schnittstellen zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern denken die meisten von uns zunächst an Gehirn-Implantate, Steckverbindungen ins Gehirn sozusagen. Zahlreiche erfolgreiche Experimente konnten zeigen, dass es mit im Gehirn platzierten Elektroden beispielsweise möglich ist, Schmerzen oder gesprochene Sprache auszulesen. Elon Musks Startup Neuralink erhöht die Anzahl der Datenkanäle solcher Implantate und arbeitet an minimal-invasiven Operationsmethoden.

Angesichts dieser nach Science-Fiction klingenden Meldungen kann leicht übersehen werden, dass Hirnströme auch gemessen werden können, ohne chirurgisch ins Gehirn einzudringen. Sowieso wurde unter dem Begriff Brain-Computer-Interface lange Zeit eine EEG-Haube verstanden, die an einen Computer angeschlossen wird. Diese nicht-invasiven Systeme, die wie eine Haube, eine Mütze oder ein Stirnreif getragen werden können, werden deshalb üblicherweise als eBCI bezeichnet, um sie von Hirn-Implantaten abzugrenzen.

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Digitale Ethik und Clubhouse

Im Darknet wird eine Datenbank versteigert, die 3,8 Milliarden Telefonnummern enthalten soll und von Clubhouse-Servern stammt. Darunter dürften auch viele dienstliche und private Telefonnummern von Prominenten sein, die häufig auf Clubhouse vertreten sind. Wer als prominente Person, Politikerïn, Aktivistïn usw. Grund zur Sorge hat, Opfer von Doxing, Übergriffen Rechtsradikaler oder anderer Hassgruppen zu werden, sollte sich schonmal eine andere Telefonnummer zulegen.

Das gilt auch für Leute, die selbst Clubhouse gar nicht benutzen. Es genügt, wenn Freunde oder Bekannte es tun, denn Clubhouse kopiert das gesamte Adressbuch des Telefons mit sämtlichen Kontakten auf die eigenen Server. Das passiert nicht nur einmal nach dem ersten Start der App. Clubhouse schaut anschließend auch regelmäßig nach, ob neue Einträge hinzugekommen sind, und lädt auch diese hoch. So erklärt sich, warum eine App, die von einigen zehn Millionen Menschen installiert wurde, 3,8 Milliarden Kontaktdaten erntet.

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Die Rückkehr der Aura

Vor 30 Jahren erfand der Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee das System, das die Websites der Welt miteinander verknüpft. Im vergangenen Monat versteigerte er es beim New Yorker Auktionshaus Sotheby’s für umgerechnet 4,5 Millionen Euro. Wer das World Wide Web (WWW) gekauft hat, wurde nicht bekannt, aber zum Glück steht es weiterhin der Allgemeinheit zur Verfügung. Denn verkauft wurde lediglich ein virtueller Verweis auf ein virtuelles Gut, ein sogenannter Non-Fungible Token (NFT), der dem Käufer bescheinigt, im Besitz des originalen Quellcodes des WWW zu sein, den Berners-Lee 1991 geschrieben hat.

NFTs versetzen auch die Kunstmärkte in Aufruhr, seit immer mehr digitale Werke zu immer höheren Preisen an Sammler gehen. Den Rekord hält eine Collage des Digitalkünstlers Beeple, die im März für 42 Millionen Einheiten der Digitalwährung Ether über die virtuelle Theke ging, was zu dem Zeitpunkt etwa 58 Millionen Euro entsprach. NFTs sind im Kunsthandel angekommen, auch wenn viele Beobachter von einem Hype sprechen und die Verkaufszahlen und Preise derzeit wieder sinken.

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Menschliche Stimmen digital klonen

Darf man die Stimme eines Toten verwenden, um ihm Worte in den Mund zu legen, die er so nie gesagt hat? Dieser Streit entzündete sich anhand einer Dokumentation des Filmemachers Morgan Neville. In „Roadrunner: A Film About Anthony Bourdain“ lässt er einen verstorbenen Starkoch sprechen, wobei die Zuschauer nicht erkennen können, welche der angeblichen O-Töne künstlich fabriziert wurden. Das wirft eine ganze Reihe von Fragen auf: Wie viele fiktionale Anteile darf ein Dokumentarfilm noch haben, um so bezeichnet werden zu können? Und wem gehört eigentlich eine Stimme? Diese Fragen müssen dringend geklärt werden, denn das digitale Klonen menschlicher Stimmen ist keine Raketentechnik mehr – und die dafür notwendige Software allgemein verfügbar.

Während überzeugende digitale Stimmen-Imitate erst seit wenigen Jahren zur Verfügung stehen, hat das Erzeugen künstlicher Stimmen eine lange Geschichte. Bereits 1939 entwickelte der Ingenieur Homer Dudley in den Bell Labs einen analogen Stimm-Synthesizer. Der „Voder“ konnte gesprochene Sprache mit roboterhafter Stimmen erzeugen, wie sie aus alten Science-Fiction-Filmen bekannt sind. Seither sind auf dieser Technik basierende analoge und später auch digitale Vocoder im militärischen und künstlerischen Einsatz.

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Durch uns die Sintflut

Einige Jahre meiner Kindheit habe ich buchstäblich hinterm Deich verbracht. Nicht direkt der Nordseedeich, sondern der Emsdeich, aber doch an der Küste, eine Autostunde von der See entfernt. Hoch muss ein Deich auch am Fluss sein, für den Fall, dass sich bei Nordwestlage die See in den Mündungen staut und das Wasser flussaufwärts fließt. Natürlich sind wir bei Sturmflut rauf auf den Deich. Gucken. Dort oben stehend zu sehen, wie auf der anderen Seite das vom Sturm aufgewühlte Wasser dicht unter der acht Meter hohen Deichkrone steht, erzeugt einen tiefen Respekt vor den Naturgewalten. Es wird schlagartig klar, wie wenig fehlt, bis riesige Gebiete überflutet werden.

Die Naturgewalt der Flut und die Technik des Deichbaus haben sich tief in die Kultur der Küstenbewohnerïnnen eingegraben. Ich hatte das Glück, keine schlimme Sturmflut erleben zu müssen. 1962, als Teile von Hamburg und das Alte Land unter Wasser standen und 340 Menschen in den Fluten umkamen, war ich noch nicht auf der Welt. Aber ein Bewusstsein dafür, dass es immer wieder zu Sturmfluten kommt, nehmen in Ostfriesland Aufwachsende mit der Muttermilch auf. Katastrophen wie die Weihnachtsflut von 1717, in der weit über 10.000 Menschen umkamen, sind Teil des kollektiven Gedächtnisses. Die Sturmflut ist eine Naturgewalt, die jederzeit und willkürlich hereinbrechen kann. Sie lässt sich weder beschwören noch verhindern. Die Menschen müssen sich damit arrangieren.

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Kybernetisches Hirn-Implantat schaltet Schmerzen automatisch ab

Eine große Zahl von Experimenten hat gezeigt, dass es möglich ist, Information aus dem Gehirn auszulesen. So ist es mittlerweile machbar, in Hirnströmen auftretende Muster automatisch zu interpretieren und damit Roboterarme oder Rollstühle zu steuern. Sogar in Gedanken gesprochene Sprache oder gerade Gehörtes kann durch das Messen und Übersetzen elektrischer Aktivität im motorischen oder auditiven Kortex in Verbindung mit maschinellem Lernen relativ gut rekonstruiert werden. Anders sieht es mit Schmerzen aus: Es ungleich schwieriger, mit Hilfe von Elektroden im Gehirn zu detektieren, ob ein Patient gerade Schmerzen wahrnimmt.

Während viele Sinneseindrücke in fest zugeordneten Hirnregionen verarbeitet werden, ist die Verarbeitung von Schmerz auf viele Stellen des Gehirns verteilt und entsprechend schwer zu detektieren. Man spricht hier auch von der so genannten Schmerz-Matrix des Gehirns. Nun gelang es einem Forschungsteam an der New York University School of Medicine, in diesem Bereich ein Durchbruch. Sie können nicht nur Schmerzen mit Hilfe eines Implantates detektieren, sondern diese in einem zweiten Schritt auch vollautomatisch abschalten.

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Delta Double Feature

vor einer Woche twitterte ich:

https://twitter.com/ennopark/status/1411232084572659712

Auf diesen Tweet habe ich einige Reaktionen bekommen, dass der R-Wert keine Aussagekraft habe. Hat er wohl, und zwar folgendermaßen:

(Mini-Exkurs: R besagt, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person ansteckt. Wenn R kleiner als 1 ist, steckt jede infizierte Person weniger als eine weitere Person an, und die Verbreitung eines Virus wird eingedämmt. Ist R größer als 1, steckt jede infizierte Person mehrere weitere Personen an und ein Virus verbreitet sich. Machen wir Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder das Tragen von FFP2-Masken, sinkt R.)

Nun ist es aber schwierig, R korrekt zu messen, insbesondere bei relativ niedrigen Fallzahlen. Deshalb ist der R-Wert, den das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, ein auf Messdaten basierender Schätzwert, der mit statistischen Verfahren (Nowcast) ermittelt wird. Ein Blick in die Suchmaschine fördert zu Tage, dass es über den Sinn und Unsinn von R eine sehr breite Debatte im Frühsommer 2020 gab.

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Was erlauben Baerbock?

Ich frage mich, wie es sein kann, dass alle in diesem Ausmaß auf Annalena Baerbock herumhacken und glaube, ich weiß jetzt, warum #AlleGegenBaerbock so gut funktioniert. Folgendermaßen:.

Armin Laschet verdankt seine Karriere teilweise der Protegierung durch christliche Aachener Lokalgrößen. Als Lehrbeauftrager hat er sich Klausurnoten einfach ausgedacht. Als Minister hat er seine Untergebenen ein Buch für sich schreiben lassen, das er unter seinem Namen veröffentlichte. Als dies bekannt wurde, spendete er die Buch-Einnahmen, allerdings nicht ohne diese Spende von der Steuer abzusetzen. Er agiert wissenschaftsfeindlich, argumentiert postfaktisch und stellt in seiner Corona-Politik Profit-Interessen über Menschenleben, etwa wenn es obskure Ausnahmen für Möbelhäuser gibt. „Wissenschaftliche“ Studien finanziert er danach, ob sie seine Politik stützen, und er ist in einen Korruptionsfall um unbrauchbare medizinische Kittel verwickelt. In seinem Bundesland hat er kürzlich die Demonstrationsfreiheit drastisch eingeschränkt und trotz Klimakatastrophe eine 1000-Meter-Abstandsregel für Windräder festgesetzt, die für eine Abnahme von Windrädern sorgen wird, während weiterhin Dörfer enteignet und abgerissen werden, um Braunkohle zwecks Verbrennen aus der Erde zu holen, wobei für Tagebauen und Kraftwerke geringere Mindestabstände zu Siedlungen gelten als für Windräder.

Olaf Scholz führte als Innensenator in Hamburg den polizeilichen Einsatz von Brechmitteln gegen Verdächtige ein, der vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als menschenrechtswidrig eingestuft wird und in Hamburg zu mindestens einem Todesfall führte. Bei den Protesten beim Hamburger G20-Gipfel kam es zu zahlreichen und massiven Fällen von Polizeigewalt gegen Demonstrierende aber auch gegen Pressevertreterïnnen und Verstöße gegen die Pressefreiheit, was der als Bürgermeister mitverantwortliche Olaf Scholz leugnete. Als Finanzminister trägt er Mitverantwortung für das Versagen der Bafin im Wirecard-Skandal. Lediglich bei der Verwicklung in Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank sieht es danach aus, als ob ihm das zu unrecht vorgeworfen würde.

Annalena Baerbock hat ihren Lebenslauf geschönt und das offenbar im Umfang dessen, was Bewerbungscoaches durchaus mal raten. Sie und ihr Ghostwriter haben offenbar freizügig Textpassagen aus fremden Quellen für ihr Buch benutzt, ohne dies kenntlich zu machen, wobei es sich – das ist hier wichtig – nicht um ein Plagiat in einer wissenschaftlichen Prüfungsarbeit handelt wie beispielsweise bei Franziska Giffey.

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Wenn Serien zu langweilig werden, installiere ich manchmal nebenher Linux-Distributionen

Wenn demnächst viele PCs kein Windows 11 bekommen, weil sie nicht den von Microsoft mittlerweile vorausgesetzten TPM-2.0-Chip haben, und schließlich der Support für Windows 10 allmählich ausläuft, wird wieder viel relativ neue und brauchbare Hardware völlig unnötigerweise zu Elektroschrott. Aus solchen und ähnlichen Gründen sehen sich viele Leute nach Alternativen um und stoßen auf Linux. Leider brechen viele ihr Vorhaben schon nach kurzer Zeit wieder ab, weil sie angesichts der zahlreichen Linux-Varianten nicht wissen, wo sie anfangen sollen und wie der Ochs vorm Berg stehen.

Es gibt einfach zu viele verschiedene Linux-Distributionen, weil jeder, der will, seine eigene herausgeben kann – Linux ist schließlich freie Software. Was ein Vorteil ist, weil die vielen Nischen-Distributionen eben auch viele Spezialbedürfnisse abdecken, wird zum Nachteil für Einsteiger, die einfach nicht wissen, welche sie wählen sollten. Die vielen immer gleichen Youtube-Videos, in denen neue Distributionen oft kurz nach Erscheinen vorgestellt und besprochen werden, helfen auch kaum weiter, außer einen Eindruck davon zu bekommen, wie der Desktop aussieht.

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