Büro-Cyborgs: Warum implantierte RFID-Chips langweilig sind

Implantierte RFID-Chips kennt man seit Jahrzehnten aus der Tierarzt-Praxis. Haustiere werden gechipt, um sie später per Lesegerät identifizieren zu können. Seit einiger Zeit implantieren sich auch Menschen solche Chips – zumeist in die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger. Auch hier geht es um Identifikation: Die Chips werden benutzt, um Smartphones zu entsperren, Gebäude mit passender Schließanlage zu betreten und an Snackautomaten zu bezahlen.

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Warum das Urteil des OLG München zur Meinungsfreiheit auf Facebook kein Gamechanger ist

Die Geschichte wirkt recht übersichtlich: Eine AfD-Politikerin postet im Rahmen eines hitzigen Streites um Grenzkontrollen in Österreich eine ätzende Erwiderung. Facebook löscht diesen Post und sperrt die Politikerin für 30 Tage. Die Nutzerin wehrt sich und bekommt überraschenderweise in zweiter Instanz vor dem OLG München recht.

So oder so ähnlich ist die Geschichte in zahlreichen Medien zu lesen gewesen und löste Diskussionen darüber aus, ob die Meinungsfreiheit nun schwerer wiege als die Community-Standards von Facebook. Manche freuten sich, dass die Meinungsfreiheit auch auf einer privaten und kommerziellen Plattform wie Facebook gelte. Andere warfen ein, dass sich Hatespeech künftig viel schwerer bekämpfen ließe, wenn Plattformen alles stehen lassen müssen, was von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Und Startups fragen sich, ab wann denn eine Plattform groß genug sei, damit die Meinungsfreiheit schwerer wiege als das virtuelle Hausrecht und in welchem Umfang andere Plattformen unliebsame Nutzer bei sich dulden müssen. Doch darum geht es eigentlich gar nicht, wie ein Blick in die einstweilige Verfügung zeigt.

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Acht alltägliche Dinge, die ihr euch abgewöhnen solltet, um den Planeten zu retten

Einen Sommer lang redeten alle über den Klimawandel. Kaum sind die Temperaturen wieder erträglich, scheint das Thema aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden zu sein. Dabei verbrauchen wir im Winter mehr Energie als im Sommer. Deshalb ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas fürs Klima zu tun.

Natürlich hat jeder einzelne von uns bei weitem nicht so viel Macht wie Politiker und Top-Manager der Wirtschaft. Trotzdem kann jeder von uns einen Beitrag leisten und auf ein paar Dinge verzichten. Denn einige unserer Angewohnheiten lassen sich wirklich nicht mehr mit gutem Gewissen beibehalten, weil sie dem Planeten eindeutig schaden.

Wir haben acht Dinge zusammengestellt, die wir alle in Zukunft besser bleiben lassen sollten, damit weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen – und sich unser Planet nicht in einen Ort mit Stürmen, Überschwemmungen und Hungersnöten verwandelt.

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Das Umfrage-Tool der „Aufstehen“-Bewegung ist eine Einladung für Botnetzwerke

Prinzipiell ist es eine gute Idee: Regierungen, Parteien oder politische Bewegungen schaffen Plattformen, auf denen Jedermann sich in den den politischen Diskurs einbringen soll. Idealerweise im Internet, denn das gibt auch denjenigen die Chance auf Teilnahme, die aus beruflichen oder privaten Gründen keine Zeit haben, Stammtische und Veranstaltungen zu besuchen.

Anläufe dazu gab es viele, vom virtuellen Ortsverein der SPD bis zur Liquid Democracy in der Piratenpartei. Viele Projekte scheiterten, aber gerade erst führte eine von der EU-Kommission durchgeführte Umfrage dazu, dass voraussichtlich die Zeitumstellung abgeschafft wird. Unabhängig vom politischen Inhalt wurde nicht weiter hinterfragt, wie wertvoll ein Abstimmungsergebnis ist, wenn rund 80 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland stammen, obwohl nur etwa 16 Prozent der EU-Mitglieder Deutsche sind.

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Gilt auch für Unternehmen: Haltung zeigen gegen Rechts

Wenn es darum geht, sich dem Rechtsradikalismus entgegenzustellen, reicht es nicht, sich privat zu engagieren. Auch Unternehmen können und müssen Gesicht zeigen.

Am 1. September kippte etwas. An dem Tag fand in Chemnitz ein sogenannter „Trauermarsch“ statt, doch von Trauer und Andenken an den eine Woche zuvor am gleichen Ort erstochenen Daniel H. blieb nicht viel übrig. Zu den Alt-Nazis, Pegida und den anderen rechtsradikalen Gruppen gesellte sich die von Wahlerfolg zu Wahlerfolg eilende AfD, die lange Zeit noch euphemistisch „rechtspopulistisch“ genannt wurde.

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Die im Dunkeln sieht man doch

Langsam ist die Gesichtserkennung im Alltag angekommen. Facebook hat sein seit Jahren existierendes entsprechendes Feature auch für europäische Nutzer freigeschaltet. Das derzeit neueste iPhone wird nicht mehr durch Fingerabdruck entsperrt, sondern per Blick aufs Display. Bei den olympischen Spielen 2020 in Tokio soll ein entsprech­endes System benutzt werden, um Athleten, Presseleute und Mitarbeiter zu identifizieren, die bestimmte Bereiche betreten dürfen. Das Medienunternehmen Live Nation, zu dem auch der Dienstleister Ticketmaster gehört, kaufte das auf Gesichtserkennung spezialisierte Unternehmen Blink Identity, um Konzertbesucher künftig beim Einlass anhand ihres Gesichts zu kontrollieren, statt mit Hilfe eines vorgezeigten Tickets.

Begehrlichkeiten weckt diese Technologie schon lange auch bei Ermittlungsbehörden zahlreicher Länder. So benutzte die US-Polizei nach dem Amoklauf in der Redaktion der Capital Gazette in Annapolis, Maryland, im Juni Gesichtserkennungssoftware, um den Todesschützen zu identifizieren. Das FBI soll Fotos von 117 Millionen US-Ame­rikanern gespeichert haben.

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Die Macht der Algorithmen

»Algorithmus« ist das Gruselwort der vergangenen Jahre. Kaum jemand weiß, was genau das eigentlich ist – jedenfalls wenn es nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Frühjahr 2018 geht. Dort gaben fast drei Viertel der Befragten an, schon einmal den Begriff Algorithmus gehört zu haben, aber nur etwa zehn Prozent konnten erklären, was das ist. Für die anderen 90 Prozent muss die Welt eine gruselige sein, schließlich entscheiden diese ominösen Algorithmen über Kreditwürdigkeit, Partnerwahl und Polizeieinsätze.

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Ein Faktencheck zum Klimawandel

Polkappen und Gletscher sind geschmolzen, der Meeresspiegel ist um mehrere Meter gestiegen und hat Küstenstädte von New York bis Bangkok überflutet. Jeder hat Bekannte, deren Häuser schon durch Stürme und Überschwemmungenzerstört wurden. Viele einst grüne Regionen der Welt sind zu Wüsten geworden. Viele Tiere und Pflanzen sind ausgestorben, während in Deutschland Palmen heimisch geworden sind. Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht, weil ihre Heimat unbewohnbar geworden ist.

So oder so ähnlich lauten die pessimistischen Prognosen für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte. Doch wird es wirklich soweit kommen? Sind die vielen Hitzerekorde des Sommers 2018 die Vorboten dieses Klimawandels? Kaum ein Thema ist wissenschaftlich so gut erforscht wie die menschengemachte Erderwärmung. Trotzdem ranken sich darum jede Menge Gerüchte, Verschwörungstheorien und Halbwahrheiten.

Seenotrettung

Sammelschiffchen
Bild: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Sammelschiffchen#/media/File:DGzRS_Sammelschiffchen_2707.jpg

Längst sind es nicht nur originäre Nazis und Volkspfosten, die die Seenotrettung in Frage stellen. Denen ist es einmal mehr gelungen, eines ihrer menschenfeindlichen Meme in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Diese Mitte debattiert bereitwillig basale Menschenrechte und stellt sie so zur Disposition. Teil dieser unsäglichen Debatte ist die Frage, was denn private Organisationen überhaupt in der Seenotrettung verloren haben.

Ich bin in Ostfriesland aufgewachsen. Dort steht in gefühlt jeder Kneipe und auf den Tresen zahlloser Geschäfte, Büros und Wartezimmer ein so genanntes Sammelschiffchen, eine Spendendose der DGzRS. Das ist die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die in Nord- und Ostsee für die Seenotrettung zuständig ist. Sie hat zwar den Bundespräsidenten als Schirmherrn, ist aber nicht staatlich. Sie finanziert ihre Arbeit aus Spenden und bekommt fast keine öffentlichen Gelder. Die Seenotretter arbeiten ganz überwiegend ehrenamtlich. Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts Kaufleute Geld für erste Rettungsstationen zusammenlegten, wurde die DGzRS 1865 gegründet – von Vertretern der Zivilgesellschaft wie einem Reeder, einem Zollbeamten, einem Navigationslehrer und einem Journalisten.

Die Seenotrettung mit unerwünschten Bürgerwehren zu vergleichen, ist absurd. Schließlich käme bei anderen Organisationen von ADAC bis Rotes Kreuz auch niemand auf die Idee, so zu argumentieren – außer vielleicht totalitäre Regime, die sich von NGOs gestört fühlen. Der Vergleich von Seenotrettung und Polizeiaufgaben ist dermaßen abwegig, dass sich der Eindruck aufdrängt, jemand suche verzweifelt nach Argumenten, Geflüchteten im Mittelmeer nicht helfen zu müssen.

Die Seenotrettung ist nicht nur seemännische Tradition sondern auch internationales Recht. Danach sind alle Schiffsführer verpflichtet, auf hoher See innerhalb ihrer Möglichkeiten Hilfe zu leisten, unabhängig von Nationalität, Status und sonstigen Umständen. Dies in Frage zu stellen – egal mit welchen Argumenten – ist ein zivilisatorischer Rückfall um 200 Jahre.