Links der Woche

  • Why Futurism Has a Cultural Blindspot:

    «“When we think of information technology we forget about postal systems, the telegraph, the telephone, radio, and television,” writes Edgerton. “When we celebrate on-line shopping, the mail order catalogue goes missing.” To read, for instance, that the film The Net boldly anticipated online pizza delivery decades ahead of its arrival7 ignores the question of how much of an advance it is: Using an electronic communication medium to order a real-time, customizable pizza has been going on since the 1960s. And when I took a subway to a café to write this article and electronically transmit it to a distant editor, I was doing something I could have done in New York City in the 1920s, using that same subway, the Roosevelt Brothers coffee shop, and the telegram, albeit less efficiently. (Whether all that efficiency has helped me personally, or just made me work more for declining wages, is an open question). We expect more change than actually happens in the future because we imagine our lives have changed more than they actually have.»

  • Vom Tempelberg nach Tempelhof:

    “An die Templer hingegen erinnern nur noch einige Burgen, Kirchen und Ruinen in Europa und im »Heiligen Land«. Und Straßen- und Ortsnamen wie zum Beispiel Tempelhof. Der heutige Berliner Bezirk gehörte ebenso wie die Ortschaften Mariendorf, Marienfelde und Rixdorf zu den Besitztümern des Templerordens. Die Siedlungen gingen nach deren Verbot in den Besitz der Johanniter über, die sie 1435 dann an die Stadt Berlin verkauften. Auch die heutige Tempelherren-Grundschule in Tempelhof ist nach den Mönchsrittern benannt, ein Templerkreuz ziert das Gebäude. Die Bürgerzeitung der CDU-Tempelhof nennt sich Der Templer und ist ebenfalls mit einem Templerkreuz dekoriert.”

Implantatpflicht? – Technologie als Befreiung und Bedrohung

Im Rahmen des Thementages „Behinderung/Enthinderung“ bei Deutschlandfunk Kultur, versuche ich, das Cochlea-Implantat nicht nur zu erklären, sondern ein wenig auf die Meta-Ebene zu gehen. Jedenfalls soweit das in fünf Minuten möglich ist.

Anhören in der ARD-Mediathek

Und ich habe – neben etlichen anderen – meine Meinung zur Frage gesagt, wie sich die Gesellschaft „enthindern“ ließe.

Enthinderung

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit Menschen mit Behinderung besser zurechtkommen? Hier einige Ideen! #enthinderung

Posted by Deutschlandfunk Kultur on Freitag, 20. Oktober 2017

Behinderung? Enthinderung! Thementag bei Deutschlandfunk Kultur am 19.10.

„Behinderung? Enthinderung! – Zwischen Inklusion und Avantgarde“ ist der Titel des Thementages am Donnerstag, 19. Oktober auf Deutschlandfunk Kultur, an dem ich gerade redaktionell mitarbeite. Oder mit den Worten der Kollegen:

Menschen sind nicht behindert, sie werden dazu gemacht – durch praktische Hindernisse und durch den gesellschaftlichen Umgang mit einem vermeintlichen Nischenthema. Inklusion, Barrierefreiheit, Bundesteilhabegesetz: Behinderung wird technisch administriert, das persönliche Gespräch und der Austausch über wichtige kulturelle und gesellschaftliche Fragen ist noch immer schwierig.

Irgendwann ab 14.00 Uhr werde ich im „Kompressor“ kurzzeitig auch vor dem Mikrofon sitzen. Es wird um die kulturellen Differenzen innerhalb der Gehörlosen-Community gehen, die unterschiedlichen Perspektiven spätertaubter und gehörlos geborener Menschen und den ewigen Streit für oder gegen das Cochlea-Implantat.

Links der Woche

  • Nazis bei Frankfurter Buchmesse: “Jeder hasst die Antifa!”:

    “Die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse geben rechtsextremen Gedankengut eine Plattform und schützet diese Tribüne auch. Am vorletzten Tag der Messe lud Götz Kubitscheks rechtsextremer Verlag Antaios zum gemeinsamen Austausch mit Björn Höcke über die “Folgen einer linksdominierten Politik” ein.”

  • Vergessen am Rande Europas:

    “Menschen stehen Schlange und warten darauf, sich unter einem alten Schlauch mit eiskaltem Wasser zu duschen. Sie leben in schlecht befestigten Zelten inmitten eines Olivenhains, denn das Auffanglager Moria ist hoffnungslos überfüllt. Abfälle und Fäkalien liegen herum, Toiletten gibt es kaum. Neben den Zelten ragt ein hoher Zaun mit Nato-Stacheldraht empor, dahinter ist Militär stationiert und sind weitere Flüchtlinge untergebracht. Es sieht aus, als handle es sich um ein Hochsicherheitsgefängnis.”

  • Nudging oder nicht Nudging – ist das überhaupt die Frage?:

    “Dass dieses Prinzip nicht unproblematisch ist und zu allerlei Manipulationen einlädt, ist ja offen sichtlich. Die gängigen Gefahren und Vorbehalte hat Sascha Lobo kürzlich in seiner Spiegelkolumne noch einmal notiert. Allerdings wundert mich ein bisschen die Ausrichtung der Debatte, die sich nämlich irgendwie um „pro und contra“ Nudging zu drehen scheint, um die Frage, ob Nudging gut oder schlecht ist, ob man das machen darf oder nicht. Aber stellt sich diese Frage denn überhaupt?”

  • Hard-wired: The brain’s circuitry for political belief:

    “Political beliefs are like religious beliefs in the respect that both are part of who you are and important for the social circle to which you belong,” said lead author Jonas Kaplan, an assistant research professor of psychology at the Brain and Creativity Institute at USC Dornsife College of Letters, Arts and Sciences. “To consider an alternative view, you would have to consider an alternative version of yourself.”

  • MARIMBA MIX – Selektor Nuttendorf:

    “MARIMBA MIX is the finest Collection of Songs based on the pre-installed iphone ringtone, worlds most famous ringtone now a days, selected by Selektor NUTTENDORF. The Marimba ringtones’ origin is based on a percussion instrument called Marimba, similar to a Xylophon. It is the national instrument of Guatemala. MARIMBA MIX is developed in the Presence of Aram Bartholl’s artwork ‘Obsolet Presence’ as seen in the cover. The art piece was installed @Humboldthafen in Berlin for one month in September 2017. The MARIMBA MIX released on the 21.09.2017 as an irl CD.”

  • „Postpostfaktisch“ Urbane Interventionen gegen falsche Behauptungen der AfD in Mannheim:

    “Studierende der Hochschule Mannheim haben für einen Tag den öffentlichen Raum ihrer Stadt übernommen und sich in Urban-Hacking-Installationen mit falschen Behauptungen im Dienste populistischer Meinungsmache beschäftigt.”

  • Here’s How Breitbart And Milo Smuggled Nazi and White Nationalist Ideas Into The Mainstream:

    “These new emails and documents, however, clearly show that Breitbart does more than tolerate the most hate-filled, racist voices of the alt-right. It thrives on them, fueling and being fueled by some of the most toxic beliefs on the political spectrum — and clearing the way for them to enter the American mainstream.”

Links der Woche

  • Heimat – Anatol Stefanowitsch – Medium:

    “Wenn Heimat zu einem politischen Begriff wird, wird er gefährlich, denn dann ist die Heimat derjenigen, die eine Heimat haben, bedroht durch die, die ein Zuhause suchen.”

  • Digitaler Tribalismus und Fake News | ctrl+verlust:

    “Auf der Suche nach einer Erklärung für dieses Phänomen bin ich immer wieder auf den Zusammenhang von Identität und Wahrheit gestoßen. Die Menschen, die daran glauben, dass Hillary und Bill Clinton eine Reihe von Menschen ermorden ließen und die Demokratische Partei einen Kindesmissbrauchs-Ring im Keller einer Pizzafiliale in Washington betreibt, sind nicht einfach dumm oder unaufgeklärt. Sie verbreiten diese Nachricht, weil sie damit die Zugehörigkeit zu ihrer Gruppe signalisieren.”

  • When filters fail: These cases show we can’t trust algorithms to clean up the internet:

    “When the animated sitcom Family Guy needed a clip from an old computer game, they just took it from someone’s YouTube channel. Can you already guess what happened next? The original YouTube video was removed after being detected as supposedly infringing on Family Guy‘s copyright.”

  • Die Sächsische Schweiz und die AfD #fckAfD:

    “Dass es in Deutschland Orte gibt, an die man nicht geht, wenn man scheinbar kein Deutscher ist, dass wusste ich schon länger. Spätestens, seit damals, als ich im Pizzaladen um die Ecke arbeitete und die dortige Bäckerin rief: Hey, guckt mal der Schwarze (sie sagte ein anderes Wort) da draußen. Holt den mal rein, ich wollte schon immer einen dressierten Affen, der mir mein Bier bringt.”

  • Von Trollen — UARRR.org:

    “Irgendein Heiopei sagt irgendeine rassistische Sache, alle Publikationen berichten darüber. Heiopei lernt: Rassist sein macht mich berühmt und erfolgreich. Heiopei ist beim nächsten Mal etwas mehr Rassist. Da kann man auch schon mal öffentlich sagen, dass man die Regierung jagen will, klingt mittlerweile ganz normal. Obwohl 200 Artikel darüber geschrieben wurden, wie schlecht das doch ist.“

re:sponsive Folge 08: Ein Rückblick

Die letzte Folge von re:sponsive, an der ich als Autor/Regisseur beteiligt war, blickt auf sieben Wochen Interview-Reisen quer durch Deutschland zurück. Es war eine krasse, spannende, stressige, schöne Zeit und es hat mir ganz großen Spaß gemacht, mit Raúl Krauthausen zusammen zu arbeiten.

re:sponsive (8/8): Sieben Wochen quer durch Deutschland – ein …

Es war ein echtes Abenteuer für den Moderator Raul Krauthausen, an dem die re:sponsive Zuschauer*innen live per Social Media teilnehmen konnten: Jede Menge Menschen hat er getroffen – Experten*innen, Aktivisten*innen und Personen aus der Online-Community und auf der Straße. Sie sprachen über die "Ehe für alle", den Klimawandel, politischen Aktivismus, den Arbeitsmarkt und vieles mehr.Einen Rückblick auf alle Folgen und ein Wiedersehen mit Tony aus Folge 1 in Berlin, der für re:sponsive nach Berlin kam und mit Raul Krauthausen über die Bundestagswahl sprach, seht ihr heute.Was hat euch am besten gefallen? Was hat euch gefehlt? Worüber hättet ihr gerne mehr erfahren?Wir sind gespannt auf eure Kommentare!Mit dabei waren:Tony Lehn, MrTrashpack, Mareike Nieberding von DEMO, Lili Sommerfeld von der Initiative Ehe für alle, Mr Wissen2go, Christopher Dehn , Kübra Gümüşay, Nujeen Mustafa, der Demokratiebahnhof Anklam, Dennis Brammen von PietSmiet, Oliver Kamradt, Mitarbeiter*innen der Organisation ArbeiterKind.de, Matthis, Prof. Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Christoph Krachten von Clixoom Science & Fiction, Sarah Hadjammar, Dennis, Sina Trinkwalder, Robert Hofmann, Edwin Frank, Jamie Schearer, Sascha Lobo, Thomas Schmelzer, Prof. Hajo Funke und viele, viele mehr. Vielen Dank, dass ihr mit uns gesprochen und eure Sicht mit uns geteilt habt!#responsive #BTW2017

Posted by re:sponsive on Freitag, 29. September 2017

Links der Woche

  • Chronik des Überwachungsstaates:

    “Jedoch finden sich keine Beweise, inwiefern sogenannte Sicherheitsmaßnahmen ihrem Titel gerecht werden: Sie verhindern keine Taten, sondern „[gaukeln] dies nur vor“, wie Kai Biermann im neusprech.org-Blog argumentiert. Vielmehr stellen die hier genannten Gesetze Bürger unter Generalverdacht und beeinflussen die Dynamiken einer Demokratie: Menschen verändern ihr Verhalten, wenn sie sich beobachtet fühlen. Freie Lebensentfaltung ist daraufhin weder im privaten noch öffentlichen Raum gewährleistet.“

  • Why Capitalism Creates Pointless Jobs – Evonomics:

    “In the year 1930, John Maynard Keynes predicted that technology would have advanced sufficiently by century’s end that countries like Great Britain or the United States would achieve a 15-hour work week. There’s every reason to believe he was right. In technological terms, we are quite capable of this. And yet it didn’t happen. Instead, technology has been marshaled, if anything, to figure out ways to make us all work more. In order to achieve this, jobs have had to be created that are, effectively, pointless. Huge swathes of people, in Europe and North America in particular, spend their entire working lives performing tasks they secretly believe do not really need to be performed.“

  • The Seven Deadly Sins of Predicting the Future of AI:

    “A lot of AI researchers and pundits imagine that the world is already digital, and that simply introducing new AI systems will immediately trickle down to operational changes in the field, in the supply chain, on the factory floor, in the design of products. Nothing could be further from the truth.”

Gesichtserkennung: In your face

Knöpfe sind unsexy. Für ein möglichst futuristisches Design arbeitet das ­kalifornische Technologieunternehmen Apple schon lange daran, die Anzahl der Knöpfe an seinen Geräten möglichst weit zu reduzieren. Bisher blieb beim iPhone neben den Lautstärketasten und dem Ausschalter noch der »Home­button« übrig, der unten in der Mitte sitzt. Da muss draufdrücken, wer das Telefon in die Hand nimmt und etwas damit machen will. Diesen Knopf aus Gründen der Eleganz wegzurationalisieren, damit das ganze Telefon ein einziges großes Display ist, stellte Apple vor ein Problem: In den Homebutton ist bei bisherigen Modellen der Fingerabdrucksensor integriert, mit dem ein Nutzer das Telefon entsperren kann.

Ein Ersatz für Fingerabdrücke musste her und das Unternehmen entschied sich für Gesichtserkennung. Das ist schon auf den ersten Blick eine unheimlich schlechte Idee. Gesichtserkennung zum Entsperren von Smartphones gibt es bei Android-Geräten schon seit Jahren und alle Experten raten unisono davon ab, diese Funktion zu verwenden, weil sie notorisch unsicher ist. Bei einfachen Systemen reicht es oft schon aus, ein Foto vor die Kamera zu halten, um es zu überlisten. Allerdings hat sich Apple einiges ausgedacht, um die Gesichtserkennung sicherer zu machen: Das neue Smartphone benutzt eine ­Infrarotkamera und mehrere Sensoren, um einen kompletten 3D-Scan des Gesichts zu erstellen. Übrigens auch keine ganz neue Technik: Das Grundprinzip ähnelt dem von Microsoft, das auf ähnlichem Wege die Personen in einem Raum scannt, um Computerspiele mit echten Bewegungen zu steuern.

Weiterlesen in der Jungle World

re:sponsive Folge 7: Wie gespalten ist unsere Gesellschaft?

Einmal mehr war ich im Rahmen der Reportage-Serie re:sponsive mit Raúl Krauthausen unterwegs und habe Interviews gedreht. Getroffen haben wir Hajo Funke, Thomas Schmelzer, Jamie Schearer und Sascha Lobo. Es ging um die Frage, wie gespalten unsere Gesellschaft angesichts des Neofaschismus ist.

re:sponsive (7/8): Ist Deutschland polarisierter als früher?

Nur noch wenige Tage sind es bis zur Bundestagswahl. Für den Ausgang dieser Wahl spielt das Thema der aktuellen Folge keine geringe Rolle: Ist Deutschland polarisierter als früher?Raul Krauthausen sprach mit der Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Jamie Schearer darüber, wie polarisierte politische Diskurse die Sicht auf People of Color prägen und welche Rolle #Alltagsrassismus in ihrem Leben spielt. Er ließ sich vom Blogger und Internet-Experten Sascha Lobo erklären, was der zunehmende Hass im Internet bewirkt und wie er persönlich damit umgeht. Vom Politikwissenschaftler Prof- Dr. Hajo Funke erhielt der Moderator Hintergrundwissen zum Thema Polarisierung – und traf damit auf den Journalisten Thomas Schmelzer, der die Meinung vertritt, dass Polarisierungen und Emotionen gut für eine lebendige Demokratie sind.Wie seht ihr das? Beunruhigen euch Polarisierungen und der Hass im Internet, wenn ihr auf die kommende Wahl blickt? Oder hat das eine mit dem anderen nichts zu tun? Empfindet ihr diesen Wahlkampf anders als die Jahre zuvor? Und wenn ja, was hat sich für euch geändert?Wir sind interessiert an euren Anregungen und Diskussionsbeiträgen!#responsive #BTW2017

Posted by re:sponsive on Mittwoch, 20. September 2017

Die Wahl-O-Matisierung der Demokratie

Der Wahl-O-Mat ist mittlerweile eine Institution. Wenn er für eine Bundestagswahl freigeschaltet wird, ist die Nachfrage so groß, dass schon einmal der eine oder andere Server kurzzeitig unter der Last zusammenbricht. Es ist ja auch verlockend: Beantworte eine Reihe von Fragen und ich sage dir, wen du wählen sollst.

Bei näherem Hinsehen ist dieses Versprechen unhaltbar, was die Bundeszentrale für politische Bildung – die Herausgeberin des Wahl-O-Mat – auch in ihren FAQ schreibt: Das Tool dient der Orientierung und der Auseinandersetzung mit den Inhalten der Parteien und dem Nachdenken über den eigenen Standpunkt. Besonders wird empfohlen, die Begründungen der jeweiligen Parteien zu lesen.

Aber auch dann gibt es einiges zu kritisieren. Zum Beispiel die Auswahl der Fragen. Man kann sich streiten, ob der Punkt „Der Völkermord an den europäischen Juden soll weiterhin zentraler Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur sein“ ein unerträglicher Tabubruch war oder leider notwendig, um sichtbar zu machen, dass einige Parteien derlei vertreten.

Weiterlesen im t3n-Magazin