Desinformation in Social Media in Zeiten des russischen Angriffs auf die Ukraine

Kriegszeiten sind Zeiten der Propaganda und seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind die Social-Media-Plattformen voller Bilder und Nachrichten, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen. Das gilt für beide Seiten: Putin inszeniert sich als vom Westen bedroht und angegriffen. Seinen Krieg lässt er als sogenannte Spezialoperation bezeichnen, die dazu diene, die Ukraine von Nazis zu befreien. Auch Selenskyj verbreitet Propaganda. Ganz Medienprofi inszeniert er sich als heroischen Underdog und könnte damit Hauptfigur in einem beliebigen Hollywood-Film sein. Eine beliebte, ständig wiederholte Geschichte in der ukrainischen Propaganda ist die Unfähigkeit der russischen Armee – dargestellt in immer neuen Varianten der Geschichte des einfachen Bauern, der mit seinen Trecker russische Militärfahrzeuge abschleppt.

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Konkurrenzkampf ums Metaverse

Wer nicht alles ins Metaverse will! Sogar eine Universität für Kader der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) in Peking soll bald über ein Programm verfügen, in dem in einer künstlichen Realität »Parteiarbeit auf eine flexible und starke Weise« trainiert werden könne. Das meldete die Virtual-Reality-Firma Mengke VR chinesischen Medien zufolge. Parteikader sollen zukünftig mit Avataren an virtuellen Veranstaltungen nach Art von Parteikonferenzen teilnehmen und in 3D in der virtuellen Welt mit anderen Kadern interagieren können.

Eine derart genaue Vorstellung davon, wozu das sogenannte Metaverse zu nutzen sei, haben bisher nur wenige. Von virtuellen 3D-Welten ist die Rede, in denen die Nutzenden sich per Avatar tummeln und allerlei virtuelle Güter konsumieren können. Das klingt bekannt: Second Life, eine Online-Plattform aus dem Jahr 2003, feiert im kommenden Jahr ihr 20jähriges Bestehen und ist heutzutage eher virtuelle Nische als virtuelle Welt.

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Ukraine-Krieg: Videos aus der Game-Engine zeigen gefälschte Kriegsszenen

Die Konturen des Flugzeuges, das von einem Flugabwehrgeschütz beschossen wird, heben sich klar vom dunkelblauen Nachthimmel ab. Die Leuchtstreifen des Artilleriebeschusses verlieren sich im Dunkel, während das Flugzeug am Firmament geradezu Haken schlägt. Vorgeblich soll diese Szene ein Gefecht an der ukrainischen Grenze zeigen, aber in Wahrheit stammt sie aus dem Game „Arma 3“.

Laut Bloomberg tauchten mehr also 90 solcher Fälschungen auf Facebook Games auf, Metas Antwort auf die Streamingplattform Twitch. Die Fälschungen hatten dort mindestens 110.000 Views und sind mehr als 25.000 mal geteilt worden. Nachdem die Bloomberg-Redaktion Facebook kontaktiert hatte, wurden die Videos schnell gelöscht. Mittlerweile hat Facebook ein „Special Operations Center“ eingerichtet, das Kriegspropaganda und Fälschungen auf der Plattform unterbinden soll. Auf anderen Social-Media- Plattformen haben diese Videos kaum größere Verbreitung gefunden und wurden ebenfalls schnell wieder entfernt. Mittlerweile stößt man eigentlich nur noch darauf, wenn man gezielt nach ihnen sucht.

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10 Jahre Raspberry Pi: Gekommen, um zu basteln

Ähnlich wie das Internet oder das Smartphone ist auch der Raspberry Pi eines dieser Dinge, die so selbstverständlich geworden sind, dass man sich fragt, wie man vorher eigentlich ohne auskommen konnte. Natürlich ist der Raspberry Pi kein Massenprodukt wie das iPhone, aber wann immer ein simpler, billiger Kleincomputer benötigt wird, um irgendeinen Dienst zu verrichten, stehen Raspberry Pi und seine Verwandten wie der Arduino bereit. Ohne ihn würden die Hacker- und Maker-Spaces dieser Welt wahrscheinlich weniger bunt sein.

Dabei war der Raspberry Pi ursprünglich fürs Klassen- und Kinderzimmer gedacht. Denn in Groß-Britannien sank die Zahl der Informatik-Studierenden in den 2000er-Jahren und britische Schüler sollten mit dem Einplatinenrechner für den Informatik-Unterricht begeistert werden. Schließlich ist der wesentlich weniger trocken, wenn nicht nur abstrakte Programmierübungen zu absolvieren sind, sondern ein Computer dazu gebracht werden kann, mit einem Sensor beispielsweise die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit zu messen. Das jedenfalls war die Idee einer Truppe von Enthusiasten um den Ingenieur Eben Upton, der zuvor unter anderem Hardware beim Netzwerkkarten-Anbieter Broadcom entwickelt hatte.

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Braune Kanäle

Immer mehr Politiker fordern eine strengere Regulierung oder gar eine Sperrung des Instant-Messaging-Diensts Telegram in Deutschland – dar­unter zuletzt auch die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Tatsächlich spielt die App hierzulande eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen und rechtsextremer Propaganda. Zunächst wirkt Telegram recht friedlich: Die Mehrheit der Gruppen und Kanäle beschäftigt sich mit harmlosen Themen, tauscht Memes oder lustige Videos aus. Dazwischen finden sich Prominente, Influencer, Werbung und Links zu redaktionellen Inhalten diverser Medien, darunter freilich auch solche, die fake news verbreiten.

Das Bild ändert sich allerdings, betrachtet man die Liste der mitgliederstärksten deutschsprachigen Kanäle. Unter den ersten zehn, die im Schnitt knapp 100 000 Abonnenten haben, finden sich nur zwei unverfängliche: das Wirtschaftsmagazin Kryptokompass, das sich mit Kryptowährungen wie Bitcoin beschäftigt, sowie das »ZDF Magazin Royale« von Jan Böhmermann. Beide scheinen brachzuliegen, in den Kanälen wurde seit Monaten nichts mehr gepostet. Die weiteren acht sind in der einen oder anderen Form als rechtsextrem oder verschwörungstheoretisch einzustufen.

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Tiktok hat Social Media längst weiter getrieben als Facebook

Die chinesische App Tiktok erlebt einen enormen Aufstieg und hat mittlerweile mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit. Damit ist die App im Club der ganz großen wie Facebook, Youtube oder Wechat angekommen. Dies schafft die App, obwohl sie einen schlechten Ruf hat, wie zum Beispiel eine Umfrage des US-Magazins „The Verge“ zeigt. Tiktok löst international immer wieder Debatten um Zensur, Jugendschutz, Datenschutz und Spionage aus.

Dieses Negativ-Image steht im starken Kontrast zu den positiven Erfahrungen, die Menschen offenbar mit Tiktok machen. Fragt man sie, sagen die meisten, dass sie von der App gute Laune bekommen. Manche Menschen finden es schön und zugleich auch ein wenig erschreckend, wie gut Tiktok ihre Vorlieben zu kennen scheint und wie zuverlässig es passenden Content ausspielt. Das wird in diesem Ausmaß keiner anderen Social-Media-App nachgesagt.

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Berliner Stimmzettelchaos

Mit Wahlcomputern wäre das Berliner Stimmzettelchaos so wohl nicht passiert. Doch die Maschinen haben ihre Tücken.

Am Wahlsonntag waren in Berlin teilweise chaotische Szenen zu erleben. In mehreren Wahllokalen fehlten Stimmzettel oder lagen falsche vor, die für andere Bezirke vorgesehen waren. Menschen mussten teils stundenlang Schlange stehen, bis neue Stimmzettel geliefert wurden. Angeblich wurde das auch dadurch erschwert, dass zeitgleich der Berlin-Marathon stattfand und viele Straßen gesperrt waren. Berichten zufolge gingen in einem Wahllokal die blauen Stimmzettel für die Zweitstimme zur Abgeordnetenhauswahl aus. Den Wartenden wurde vorgeschlagen, dass sofort wählen könne, wer bereit sei, auf diese Zweitstimme zu verzichten, worauf durchaus einige Wähler:innen eingegangen sein sollen.

Die Situation verschärfte sich dadurch, dass sich auch vor Wahllokalen, in denen alles normal lief, lange Schlangen bildeten. In Berlin wurde neben dem Bundestag auch noch über Parteien und Direktkandidat:innen fürs Berliner Abgeordnetenhaus, den Bezirksverordnetenversammlungen sowie über den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“ abgestimmt. Das Ausfüllen der insgesamt vier Wahlzettel und das Desinfizieren der Wahlkabinen nach jedem einzelnen Wahlgang kostete schlichtweg Zeit.

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Smart Glasses: Forschende wollen die Datenbrillen mittels Lasern verbessern

Datenbrillen sind derzeit Nischenanwendungen, doch der Einsatz von Lasern erlaubt kleinere und leichtere Bauformen, die ihnen ein Comeback bescheren könnten.

Derzeit sind Datenbrillen eher schwer, haben eine grobe Auflösung und keine besonders hohe Akkulaufzeit. Das sind neben Datenschutzbedenken im Wesentlichen auch die Gründe, warum Google Glass vor einigen Jahren floppte. Designer von Datenbrillen haben nicht nur mit relativ klobigen Sensoren zu kämpfen, sondern müssen auch verschiedene Parameter beachten, die sich gegenseitig limitieren.

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30 Jahre Linux: Dominant und unsichtbar

Heute vor 30 Jahren erschien Version 0.01 von Linux. Seitdem scheint es überall zu sein und viele von uns kommen täglich damit in Berührung. Trotzdem scheint es keine Rolle zu spielen, weil überall nur Windows oder MacOS zu laufen scheint. Wie kommt es zu diesem Paradox?

Linux hat viele Geburtstage: Im April 1991 begann ein junger Informatik-Student namens Linus Torvalds an der Uni Helsinki sein kleines „Hobbyprojekt“ und als offizieller Startschuss wird ein Usenet-Post von August 1991 gefeiert, in dem er das Projekt erstmals beschrieb und um Feedback bat. Wenig später, am 17. September 1991, erschien die allererste Version 0.01, von der eine Kopie auf GitHub besichtigt werden kann.

Weil Linux als Hobby- und Studienprojekt gedacht war, hätte Linus Torvalds sich niemals träumen lassen, welche atemberaubende Entwicklung das System in den folgenden 30 Jahren durchlaufen sollte. Die Anfänge hingegen waren klein und bescheiden. Linus Torvalds selbst ging nie davon aus, dass sein System mal etwas anderes als AT-Festplatten unterstützen oder gar auf andere Prozessor-Architekturen portiert werden würde. Die Version 0.11 war die erste, die sich selbst kompilieren konnte. Anfang 1992 kam mit dem X-Server eine graphische Oberfläche hinzu. Linux in der ersten Hälfte der 1990er Jahre war eigentlich kein Betriebssystem, um es zu benutzen, sondern um an der Entwicklung eines Betriebssystems teilzunehmen.

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Soft Robotics: Wie aufblasbare Finger Hand-Prothesen auf eine neue Stufe heben

Handprothesen haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Myoelektrische Prothesen – die Silbe „myo“ bedeutet Muskel – messen auf der Haut des Armstumpfes die elektrische Aktivität der vorhandenen Muskulatur und setzen diese in Befehle für die Prothese um. Auf diese Weise können Menschen solche Prothesen quasi mit Gedankenkraft steuern wie eine natürliche Hand.

Allerdings führt ein allzu enthusiastischer Vergleich mit der natürlichen Hand auf eine falsche Fährte: Die aktuellen Prothesen mit ihrem Metallskelett und Elektromotoren sind vergleichsweise steife schwergängige Roboterhände, die ein Pfund und mehr auf die Waage bringen. Zudem geben sie bei Bewegungen ein leises Surren von sich. Wer mit dem Umgang der Prothesen geschickt ist, kann sich damit die Schuhe zubinden oder sie auch – dank 360 Grad-Umdrehungen mancher Hände – wie ein Akkuschrauber benutzen. Dagegen ist an Klavierspiel eher nicht zu denken.

Ein Prototyp, der am MIT und der Jiao Tong Universität von Shanghai entwickelt wurde, versucht der Anmutung einer Hand aus Fleisch und Blut näherzukommen.

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