#twittersperrt

Satirische Wahlaufrufe auf Twitter kommen seit Jahren in jedem Wahlkampf vor. Sie fordern beispielsweise den politischen Gegner auf, den Wahlzettel zu unterschreiben – und damit ungültig zu wählen – oder verbreiten ein falsches Datum für den Urnengang. Ob solche witzig gemeinten Tweets nun wirklich Wahlen beeinflussen oder nicht: Seit einiger Zeit stellen sie einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter dar und offenbar geht Twitter rigoros dagegen vor.

Seit Anfang Mai häufen sich die Klagen über gesperrte Accounts. Das Muster ist immer dasselbe: Jemand hat einen vermeintlich wahlbeeinflussenden Tweet bei Twitter gemeldet. Der Account wird nicht komplett gesperrt, sondern bleibt sichtbar, allerdings kann der jeweilige Nutzer keine Tweets mehr schreiben und nur noch mitlesen. Er hat die Wahl, den Tweet zu löschen und nach zwölf Stunden wieder freigeschaltet zu werden, oder Widerspruch einzulegen, dessen Bearbeitung Tage bis Wochen dauern kann.

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Sowohlalsauch

Am vergangenen Montag wurde die EU-Richtlinie zur Reform des Urheberrechts endgültig beschlossen – ausgerechnet auf einem Treffen de Agrarminister. Zwangsvergütung für kleinste Texthäppchen aus Presseerzeugnissen, höhere finanzielle Ausschüttungen an Verlage zu Lasten von Urhebern und vor allem die zunächst als Artikel 13 (in der Endfassung Artikel 17) bekannt gewordenen Upload-Filter werden damit Realität. Solche Filter sollen künftig jeglichen Upload auf Plattformen im Internet auf mögliche Urheberrechtsverstöße hin überwachen und bei Bedarf unterbinden. IT-Experten sind sich weitgehend einig, dass dies ohne eine erhebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit technisch nicht möglich sein wird.

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Frisch gefiltert

Eine trockene Angelegenheit, die allenfalls für Autoren und Verlage interessant zu sein scheint, wurde zu einer schmutzigen Lobbyschlacht, die Desinformation, Beschimpfungen, Morddrohungen und einseitige Berichterstattung mit sich brachte. Am 26. März verabschiedete das Europaparlament die umstrittene Richtlinie zur Reform des Urheberrechts. Größter Streitpunkt der Reform waren sogenannte Upload-Filter, die das Hochladen von urheberrechtlich geschützten Inhalten unterbinden sollten, sobald die EU-Mitgliedstaaten die neue Richtlinie in nationales Recht überführt haben. In über einem Dutzend europäischer Länder hatte es vor der Abstimmung Demonstrationen gegen die Reform gegeben, die größten davon mit bis zu 200 000 Menschen in Deutschland; eine Petition gegen die Reform erhielt fünf Millionen Unterschriften, was die EU nicht davon abhielt, die Reformgegner als Mob zu beschimpfen.

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EU-Urheberrechtsreform: Schaden für die Demokratie

Das EU-Parlament hat für eine Urheberrechtsreform gestimmt. Die Auswirkungen sind jedoch erst absehbar, wenn die neue EU-Richtlinie vom Bundestag in nationales Recht überführt wird. Die Reform enthält eine Haftungs- und Lizensierungspflicht für Internetplattformen, welche künftig gezwungen werden, alles, was ihre Nutzer hochladen, mit Upload-Filtern auf Urheberrechtsverstöße zu überprüfen. Es ist davon auszugehen, dass diese Filter eine hohe Fehlerquote haben werden und völlig legale Zitate und Parodien nicht erkennen können.

Das ist aber noch nicht alles. Streng genommen müssen die Plattformen dann Uploads sämtlicher urheberrechtlich geschützter Werke ablehnen, wenn sie in ihren Datenbanken keine gültige Lizenz für den Inhalt finden. Also auch »user generated content« wie zum Beispiel Selfies, Urlaubsbilder oder Fotos vom Gebrauchtwagen, der zum Verkauf angeboten wird. Auch Texte in Diskussionsforen können betroffen sein, schließlich könnte jemand statt eines Diskussionsbeitrages einen Ausschnitt aus einem veröffentlichten Werk irgendwo hochladen.

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Die EU-Urheberrechtsreform

Als das t3n-Magazin mich kurz vor der Abstimmung im EU-Parlament um einen Text zur EU-Urheberrechtsreform bat, ist die Angelegenheit ein wenig eskaliert. Gewünscht war nämlich eine Art „Rundumschlag“ und ich merkte schnell, dass das einen einzigen Artikel völlig sprengen würde. So wurden gleich vier Teile draus, und selbst darin konnte ich bei weitem nicht all die Perspektiven, Argumente, Winkelzüge, Falschbehauptungen und Absurditäten unterbringen, die sich um die Geschichte dieses Gesetzesentwurfes ranken. Deshalb habe ich mich auf eine einzige Frage konzentriert: Verbessert die Reform – wie vielerorts ständig behauptet – die Situation von Urhebern? Die Antwort ist ein klares Nein. Weiterlesen bei t3n:

Teil 1 – Artikel 15: So gefährdet das Leistungsschutzrecht die Digitalwirtschaft
Teil 2 – Artikel 16: Warum Kreative weniger Geld bekommen
Teil 3 –Artikel 17: Mit Uploadfiltern wird das Internet zum Kabelfernsehen
Teil 4 –Die schmutzige Lobbyschlacht um die EU-Urheberrechtsreform

Wächter gegen Fake News

Sogenannte Fake News werden unter anderem für den Wahlsieg Donald Trumps und anderer Rechtspopulisten weltweit sowie für den Aufstieg der AfD in Deutschland verantwortlich gemacht. Ob und in welchem Ausmaß Websites, die bewusst unwahre Nachrichten verbreitet haben – teils um gezielt politische Propaganda zu beitreiben, teils um mit reißerischen Überschriften möglichst viele Clicks zu gewinnen –, wirklich Wahlen beeinflusst haben, bleibt umstritten.

Solche Seiten sorgen in Whatsapp-Gruppen und bei Diskussionen in sozialen Medien regelmäßig für Streit, sie sind ein wichtiges Instrument derer, die im Internet hate speech betreiben und Verschwörungstheorien verbreiten. Manche reden sogar von einem Informationskrieg zur Destabilisierung der westlichen Demokratien, in dem unter anderem russische Geheimdienste eine Rolle spielen.

Das US-amerikanische Start-up-Unternehmen News Guard will an diesem Zustand etwas ändern und hat ein Browser-Plug-in entwickelt, das anzeigt, ob es sich bei einer Website um eine vertrauenswürdige Quelle handelt.

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Hirnforscher rekonstruieren Sprache aus Hirnströmen mithilfe von KI

Es ist ein alter Traum (oder Albtraum) der Hirnforschung, aus den Wellenmustern der Hirnströme irgendwann einmal Gedanken herauslesen zu können. Patienten wie Stephen Hawking, die nicht mehr sprechen können und Sätze mühsam per Cursorsteuerung aneinanderreihen müssen, damit ein Sprachsynthesizer die Worte für sie ausspricht, könnten enorm von einer solchen Technologie profitieren. Noch ist es nicht so weit, aber der Hirnforscher Nima Mesgarani und seine Kollegen vom Neural Acoustic Processing Lab an der New Yorker Columbia University sind diesem Ziel einen Schritt näher gekommen.

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Silicon Saxony: Made in GDR

Am 12. September 1988 wurden im Politbüro des ZK der SED meterlange Papierbahnen ausgerollt. Anlass war die feierliche Übergabe des U61000. Das Kürzel stand nicht für ein U-Boot, sondern für den ersten Ein-Megabit-Chip des Ostblocks, dessen schematische Darstellung zur Feier des Tages auf Papier ausgedruckt worden war. Wenn die Worte »DDR« und »Technologie« damals in einem Satz vorkamen, folgten häufig hämische Witze. Der erste begehbare Computerchip sei im Politbüro präsentiert worden, hieß es anlässlich der Präsentation des U61000.ANZEIGE

Ein anderer beliebter Witz lautete: Woran erkennt man, dass die Stasi einem eine Robotron-Wanze eingebaut hat? Im Zimmer steht ein neuer Schrank und in der Einfahrt ein neues Trafohäuschen. Das Logo des Kombinats Robotron war in den Büros zwischen Eisenach und Greifswald allgegenwärtig. Als eine Art IBM des Ostens produzierte der volkseigene Betrieb mit zuletzt 68 000 Mitarbeitern Schreibmaschinen, Rechner und Büromaschinen aller Art. Sein Vorgängerbetrieb hatte 1966 in Moskau den ersten Großrechner vorgestellt, den Robotron 300, der noch mit Lochkarten programmiert wurde. Um ihn zu bedienen, war ein Team von acht Personen nötig, die im Dreischichtbetrieb arbeiteten, um die teuren Rechengeräte so gut wie möglich auszulasten. Großrechner und Lochkarten waren in den sechziger Jahren auch im Westen noch alltäglich im Einsatz.

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Ist eine Krankschreibung per Whatsapp wirklich legal?

AU-Schein.de funktioniert sehr einfach: Man wähle auf der entsprechenden Website zwischen einer Handvoll angezeigter Symptome, bezahle eine Gebühr von neun Euro mit Paypal, Kreditkarte oder Überweisung und sende die Zusammenfassung per Whatsapp an einen Arzt. Wer das morgens tut, soll „in der Regel“ am Abend eine Kopie einer offiziellen Krankschreibung erhalten – ebenfalls per Whatsapp. Das Original folgt wenige Tage später per Briefpost.

Soweit die Theorie. In der Praxis hat es dann doch nicht ganz so reibungslos geklappt. Ermutigt vom Spruch „Arbeitest du dich noch krank oder AU-scheinst du schon?“ im Werbevideo und bewaffnet mit ein paar echten Erkältungssymptomen versuchte ich, mich für ein Wochenende krankschreiben zu lassen. Die Website präsentiert mir ein paar gängige Symptome wie „Nase verstopft“ oder „Schüttelfrost“ und fragt in einem zweiten Schritt, ob ich schwanger bin oder Fieber habe, um mich im Falle einer ernsthafteren Erkrankungen zu meinem Hausarzt zu schicken, statt mir die Krankschreibung einfach auszustellen. Außerdem kann ich wählen, ob ich einen, zwei oder fünf Tage krankgeschrieben werden will und bezahle anschließend.

An dieser Stelle zeigt sich, dass der Dienst zumindest vom UX-Design her mit heißer Nadel gestrickt ist. Hätte ich das Formular auf meinem Telefon ausgefüllt, würde sich direkt Whatsapp mit einer vorformulierten Nachricht öffnen, die ich nur noch versenden muss. Wer das auf einem PC oder Laptop versucht, muss hier nachhelfen und auf dem Smartphone manuell die Daten in Whatsapp eintippen und an den angegebenen Kontakt senden.

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Warum auch Zwei-Faktor-Authentifizierung keine absolute Sicherheit bietet

Als bekannt wurde, dass ein Doxer zahlreiche persönliche Daten von Prominenten geleakt hatte, hatten Artikel mit Sicherheitstipps einmal mehr Konjunktur. In denen stehen dann die üblichen Tipps: Klicke nicht auf Links und Anhänge in obskuren Mails, verwende starke, schwer zu knackende Passwörter. Oder schalte am besten überall Zwei-Faktor-Authentifizierung ein.

Dass letztere immer noch relativ selten eingesetzt wird, liegt sicherlich auch daran, dass sie unbequem ist. Und vielleicht auch daran, dass das Wort „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ so unglaublich technisch und kompliziert klingt, dass viele Nicht-Informatiker sofort zum Browsertab mit den Katzenvideos wechseln.

Dabei ist Zwei-Faktor-Authentifizierung eigentlich ganz einfach: Statt nur Name und Passwort einzugeben, musst du zusätzlich noch eine Nummer eintippen, die bei jedem Login wechselt. Das kennen wir alle vom Online-Banking mit seinen Tan-Listen und ihren Nachfolgern I-Tan bis M-Tan. Diese Nummer kommt üblicherweise per SMS aufs Handy. Erbeutet ein Hacker dein Passwort, kommt er damit noch lange nicht in deinen Mail- oder Social-Media-Account, schließlich benötigt er zusätzlich dein Handy.

Einbrechen wird sehr viel schwerer – aber leider nicht unmöglich. Insbesondere SMS als Weg für die Zwei-Faktor-Authentifizierung hat sich als unsicher erwiesen, und das liegt am Mobilfunk-Netz.

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