Das digitale Schulzeugnis

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin starten diesen Sommer das digitale Schulzeugnis im Testbetrieb. Wenn diese Nachricht überhaupt wahrgenommen wurde,  zog sie eher enttäuschte Reaktionen nach sich. Das soll jetzt die Digitalisierung der Schule sein?

Es gibt kaum einen Bereich in der Gesellschaft, der aus technischer Sicht dermaßen vorgestrig ist wie das öffentliche Schulwesen. Weil es um Informationsvermittlung und den Umgang mit Informationsmedien geht, spielen Bücher, Hefte, Arbeitsblätter sowie Lesen und Schreiben eine sehr wichtige Rolle im Unterricht. Wenn es weiterhin darum gehen soll, den eigenständigen Umgang mit Informationsmedien zu vermitteln, müssen digitale Medien künftig eine ebenso wichtige Rolle im Unterricht spielen. Das und nichts anderes ist das zentrale Versprechen der Digitalisierung von Bildung. Dass Kinder nicht mehr so schwere Ranzen voller Bücher schleppen oder fast wie selbstverständlich im Notfall auf Heim- und Wechselunterricht umgestellt werden kann, sind die Effekte, die sich als Folge einstellen und zeigen, warum wir das überhaupt alles machen.

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#LaschetKneift

Rezo und Tilo Jung laden Annalena Baerbock, Olaf Scholz und Armin Laschet zum Kanzlerïnnen-Duell auf Youtube und Twitch ein mit der „Zeit“ als Medienpartner. Aber Laschet sagt ab. In einem Wahlkampf, in dem Schlammschlachten fast vollständig politische Themen verdrängt haben, klingt das wie eine Fußnote. Auf den zweiten Blick ist der Vorgang durchaus bemerkenswert. Denn was sich hier abzeichnet, ist ein Culture-Clash zweier Teilöffentlichkeiten, die nicht die gleiche Sprache sprechen. Leider sind beide Teilöffentlichkeiten ausgesprochen groß und relevant.

Unter dem Hashtag #LaschetKneift beginnt sogleich eine Debatte auf Twitter. Eine Gruppe ist enttäuscht, weil Laschet ganz offenbar die Jugend und ihre Bedürfnisse ignoriere. Die andere Gruppe ist der Ansicht, dass die Absage schlau war, weil Laschet in so einem Format nichts zu gewinnen habe. Beide Gruppen haben aus ihrer Perspektive recht, da sie ganz unterschiedliche Maßstäbe an das Handeln Wahlkämpfender anlegen. Aber in der Debatten reden sie ganz fürchterlich aneinander vorbei.

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