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Links der Woche

  • Netzwerke und Anonymität:

    Hier zwei extreme Gegenspieler dieses Offenheitsgedankens: Eine Organisation, die völlige Transparenz von ihren Mitglieder verlangt, ist Scientology. Sollte jemand aus der Sekte aussteigen, wird versucht, die gesellschaftliche Existenz mit all dem gesammelten Wissen über Verfehlungen und Schwächen zu zerstören. Als ein moderner Gegenspieler hat sich bezeichnenderweise „Anonymous“ herauskristallisiert. Das Kollektiv glaubt, die Ordnung dieser Welt nur außerhalb der Logik einer bürgerlichen Identität verändern zu können.

  • Zügellose Zeiten für Literatur oder: Who put the form in formidable? :

    Kommt Ihnen der oblique Absatz etwas kommun vor? Vollkommen zurecht, denn wenn Sie generativ hinsehen, werden Sie merken, dass etwas fehlt: etwas ganz Allwöchentliches und dennoch so Widerliches. Wir werden später darauf zurückkommen.

  • Menschen in vollen Zügen:

    Warum will ich die Verletzten gesundlieben oder den Verletzenden ins offene Messer laufen? Statt mit Kirchenmusikerinnen kleine Jeansrock-Trägerinnen zu zeugen, Apfelmus zu kochen und Bach zu hören.

  • Als ich mal für eine Woche in einem Sexshop arbeitete:

    Nachdem ich mein Glück als Lagerarbeiter, Ticketverkäufer, Call-Center Agent, Kopierer/Sortierer und Ebayer versucht hatte, besuchte ich mal wieder das Online-Angebot des Arbeitsamtes (hieß damals noch so und war eine der wenigen funktionierenden Online-Job-Portale, ob man‘s nun glaubt oder nicht). Zu meinem Erstaunen erschien dort eine Anzeige, die mir sofort ins Gesicht fiel: „Teilzeitkraft in einem Sexshop.“

  • Worauf wir warten :

    Auf Tauwetter. Auf den Frühling. Auf die Spargelsaison. Auf den Sommer. Auf den Sommerschlussverkauf. Auf den Papst. Auf Godot. Auf Weihnachten. Auf…

  • Sexualanklagen und Geschlechterdiskurs – Harter Schlag ins Leere:

    Allerdings drohen dem Angeklagten natürlich Urteil und Strafe. Nicht nur das, meist ist schon vorher, allein durch den Vorwurf der Vergewaltigung, sein Ruf ruiniert, seine Ehe am Abgrund, sein Arbeitsplatz verloren. Der demütigenden Schwäche der vergewaltigten Frau, den Beweis zu liefern, steht die mörderische Vernichtungsmacht der Anschuldigung und damit auch der falschen Anschuldigung gegenüber. Dem kann der zu Unrecht Beschuldigte keine analoge Gegenmacht entgegensetzen, selbst der Freispruch rehabilitiert ihn nicht mehr; um Kachelmanns und Strauss-Kahns Ruf ist es auf absehbare Zeit geschehen.

  • Erfolg ist doch auch immer nur dasselbe.:

    Wer heute wegen seiner vielen Fähigkeiten und Interessen als „Universalgenie“ gelobt wird, sollte sich vergewissern, ob er nicht Reste seines Frühstückseis auf der Krawatte trägt. Das Wort hat einen schlechten Ruf bekommen und das letzte lebende Universalgenie ist vermutlich Bud Spencer, der italienische Leistungsschwimmer, Jurist, Schauspieler und Erfinder eines Türschlosssystems.

  • Emanzipation: Der Rapunzelkomplex:

    In letzter Zeit, so scheint es mir, haben sich immer mehr dieser Mamis zu Wort gemeldet, die an einem »Rapunzelkomplex« leiden. Wie Rapunzels Mami möchten auch Alice Schwarzer und Iris Radisch die jungen Frauen von heute vor der bösen patriarchalischen Männerwelt warnen und sie im feministisch gefestigten Turm einsperren.