Kategorie: Blog

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  • Kein Präsident für Piraten

    Ja klar, 2010 habe ich Joachim Gauck unterstützt. Er erschien mir als integre und präsidiable Persönlichkeit, vor allem auch im Kontrast zu Christian Wulff. Bürgerrechtler und Regime-Gegner zu DDR-Zeiten, redet meistens Klartext, Demokrat und liberal, Verantwortung und Initiative der Bürger unterstreichend – das muss ein Pirat doch gut finden! Leider gibt es da ein paar Punkte…

    • In dem Interview beispielsweise, in dem Gauck dem Rassisten Sarrazin Mut attestiert, distanziert der Gauck sich zwar von Sarrazins Biologismus und legt der SPD verklausuliert nahe, ihn rauszuwerfen. Das hindert Gauck aber nicht daran, ähnliche Thesen an anderer Stelle zu vertreten. Die Piratenpartei fordert Integration und lehnt die Ausgrenzung von Mitmenschen aufgrund ihrer Herkunft ab.
    • Gauck  bezeichnet die Kapitalismus-Kritik und Occupy-Proteste der letzten Monate als „albern“. In der Piratenpartei gibt es keine Beschlüsse zu dem Thema, aber viel Sympathie für Occupy. Noch wichtiger: Die Piratenpartei steht dafür, genau hinzuhören, wenn Bürger auf die Straße gehen. Eigentlich sollte Joachim Gauck mit seiner DDR-Biographie das auch tun, anstatt die Kritiker verächtlich zu machen.
    • Ganz ähnlich sieht es mit Hartz IV aus. Joachim Gauck erscheint geradezu beleidigt, dass sich die Bewegung gegen Hartz-IV den Namen „Montagsdemonstrationen“ gab und nennt sie kindisch. In der Piratenpartei hingegen gibt es mittlerweile den Beschluss, Hartz IV zu humanisieren.
    • Zentraler Punkt für die Piratenpartei ist jedoch, dass Gauck ein Befürworter der mitterweile vom Verfassungsgericht kassierten Vorratsdatenspeicherung ist. Man könnte glatt meinen, Gauck halte staatliche Überwachung für weniger schlimm, sobald sie nicht mehr durch einen sozialistischen Staat ausgeübt wird.
    • Natürlich findet es Gauck als DDR-Bürgerrechtler gut, dass Abgeordnete der Linkspartei vom Verfassungsschutz bespitzelt werden. Zum Versagen in Sachen Rechtsterrorismus und offenbar gar gezieltem Wegsehen der Ermittlungsbehörden und Geheimdienste hingegen ist keine Äußerung von Gauck überliefert – stattdessen aber die Ansicht, die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze sei grobes Unrecht gewesen.

    Man sieht: Gauck ist ein zutiefst konservativer Mensch, für den die Zeit 1989 stehen geblieben sein muss. Er ist der Kandidat für den Neoliberalismus vergangener Jahre, aber keiner für die Probleme der Gegenwart. Natürlich kann man Gauck trotz allem noch gut finden, allerdings sollte man sich klar gemacht haben, wofür er steht.  Gauck wäre nicht der erste Rechtsaußen-Präsident in der Geschichte und vermutlich auch nicht der schlechteste. Für Piraten ist er schlicht und ergreifend nicht wählbar.

    Nun ist relativ egal, was die Piraten denken, da sie ja sowieso nur 2 von über 1200 Sitzen in der Bundesversammlung haben. Trotzdem sollte es Aufgabe der Piraten sein, daran zu erinnern, dass hier ein Demokratieversagen großen Ausmaßes stattfindet. Die Präsidentschaftskandidaten sollen eigentlich von den Wahlleuten oder Fraktionen aufgestellt und gewählt werden. Hier jedoch wird ein Einheitskandidat von einer größtmöglichen Einheitskoalition präsentiert, was den Wahlleuten jede Chance zur Wahl nimmt und sie zu bloßen Abnickern macht. In der DDR nannte man sowas Blockflöten.

    In dieser Situation wäre es gut, die Wahlleute der Piraten schlügen – enventuell auch in Zusammenarbeit mit der Linken – eine konsensfähige und  integre Persönlichkeit vor, die von (nahezu) allen Parteien wählbar ist, eine echte Alternative zu Joachim Gauck darstellt und Wahlleuten sämtlicher anderer Parteien die Gelegenheit gibt, gegen einen oktroyierten Einheitskandidaten zu stimmen. Meiner Meinung nach wäre Hans-Jürgen Papier ein hervorragender Kandidat (der Gerüchten zufolge nicht abgeneigt sei). Das wäre dann jemand, bei dem sich wenigstens ein Teil der Bundesversammlung fragen muss: „Warum genau wähle ich den Gauck jetzt eigentlich?“.

    Update: Oder – ebenfalls eine hervorragende Idee – Christian Führer.

    Update: Es gibt noch ein Problem: Laut Wikipedia hatte Gauck November 1988 Besuch von der Stasi, worauf hin diese auf weitere Maßnahmen gegen ihn verzichtete, nachdem sie ihn jahrelang oberserviert hatte. Offenbar wird Gauck verdächtigt, irgend eine Form von Deal mit der Stasi geschlossen zu haben. Laut Gießener Zeitung genoss Gauck in der DDR eine Reihe von Privilegien. Im Sommer 1991 konnte er sich stundenlang mit seiner Akte im Rostocker Bezirksarchiv einschließen, was rechtswidrig war. Auch wenn der Artikel in der Gießener Zeitung in eine absurde Verharmlosung der Stasi gipfelt, sind das Verdächtiungen, die besser vor der Wahl erschöpfend geklärt werden sollten. Wäre doof, wenn wir in ein bis zwei Jahren schon wieder einen Nachfolger für ihn wählen müssten…

    Update: Anatol Stefanowitsch anaylsiert sehr schön, warum die Gauck-Zitate zwar verkürzt sein mögen, sie unterm Strich aber sehr wohl aussagen, was ihnen zunächst untestellt wurde.

    Update: Ich habe das ganze nochmal für den „European“ zusammengefasst. Dort gehe ich auch nochmal auf den Vorwurf ein, die Zitate seien aus dem Kontext gerissen.

  • Links der Woche

    • Die Mär vom Vorbild Deutschland:Die Zahl der Arbeitslosen hat sich also nur verringert, weil die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilt wurde, unter Inkaufnahme dessen, dass viele “Erwerbstätige” nun nicht mehr von ihrer Arbeit leben können.

    • Was interessieren mich die Daten meiner Freunde? – Die Post-Privacy-Kollateralschäden:Die Ich-Bezogenheit muss verschwinden. Jeder einzelner ist nicht nur für seine Daten verantwortlich, sondern auch für die Daten anderer. Wenn im eigenen Adressbuch persönliche Daten notiert sind (neben Kontaktmöglichkeiten können dies auch sensible Informationen sein, die als Notiz hinterlegt sind!), muss man mit diesen noch vorsichtiger umgehen, als mit den eigenen.

    • Loriot auf Japanisch:Zur abendlichen Unterhaltung schaue ich seit einigen Tagen die bei arte aufgezeichneten 11 Folgen der US-Fernsehserie Shogun mit Richard Chamberlain aus dem Jahr 1975. Zu Beginn jeder Folge fasst eine Sprecherin der Hergang der vorangegangenen Handlung kurz zusammen. Das brachte mich auf die Idee, eine Hommage an die legendäre Loriot-Fernsehansage zur Serie „Die zwei Kusinen” mit Evelyn Hamann mit japanischen Orts- und Personennamen zu verfassen. Ob das funktioniert? Lest selbst:

    • Acta-Gegner demonstrieren: Aufstand der Generation Internet:Die frisch entflammte Liebe zur Transparenz ist das Ergebnis eines Kulturschocks. „Shitstorm“ nennen Blogger das, was in den zwei Wochen der Koalition um die Ohren flog. Das Wort wird sich zu merken sein. Aus der Unionsfraktion heißt es, Acta habe „kein Einziger auf dem Schirm gehabt“. Nun dämmert es vielen: Schwarz-Gelb ist offline. Angesichts der Wahlerfolge der Piratenpartei macht das den Politikern vor allem eines: nackte Angst. Diese Geschichte begann mit einem Gesetz. Sie endet mit einer Revolution: Gegen die Twitter-Generation geht künftig nichts mehr.

  • Links der Woche

    • Die Verballhornung im Ersten:Durch die Stilisierung des Begriffs „Markt“ zu einer immer recht habenden Übermacht suggeriert man, er wäre eine Art Naturgesetz. Der Markt honoriert, bestraft usw. Man übersieht dabei, dass der Markt nur ein von Menschen gemachter Tauschplatz mittels von Menschen gestalteter Regeln ist. Nicht der Mensch dient dem Markt sondern der Markt dem Menschen. Der Mensch „reagiert“, der Mensch „honoriert“ und zwar im Rahmen des Systems, der Spielregeln also innerhalb des Gefüges und nicht der Fetisch „Markt“.

    • Die Erziehungsdiktatur:Denn alles Verbieten ist – so scheint es – letztlich nur die Verlagerung eines ganz anderen Sicherheitsbedürfnisses: Im gleichen Maße, in dem die Lebensverhältnisse zunehmend “entsichert“ werden – indem Lebensrisiken wie Unfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit zu individuellem Versagen deklariert werden – statt zu gesellschaftlich zu lösenden Problemen; im gleichen Maße steigt offenbar das Bedürfnis, dann wenigstens auf anderen Feldern für “Sicherheit” zu sorgen.

    • Ethikpopethik:Ich denke ja, dass deutsche Verlage in den letzten Jahren durchaus bewiesen haben, dass sie das mit den „Neuen Medien“ nicht so richtig begriffen haben. Und meiner bescheidenen Meinung auch weiter nicht begreifen werden, so lange da irgend welche Faltenärsche das Sagen haben, die nicht verstehen, dass auch die Kultur schriftlicher Kommunikation einem steten Wandel unterliegt.

    • Ein paar Gedanken zum Internet-Schmarotzertum:Puh dachte ich, schon wieder so eine Internet-Schmarotzerin. Die gehen mir nämlich je länger desto mehr auf die Nerven. Wollen immer alles rausholen, aber nichts reinschreiben. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich habe den Eindruck, sie werden in letzter Zeit mehr. Irgendwie wollen sie nicht länger „draußen“ bleiben, aber „rein“ wollen sie auch nicht.

    • Die kommende Virtualisierung:Dass der gefühlte Kontrollverlust, der im Zusammenhang mit dem Internet vielen Angst macht, bloß eine Frage der Gewöhnung an Technologie ist. Oder eine Frage der Verdrängung. Geld auf dem Konto ist nichts anderes als eine der frühesten Cloud-Funktionen und gleichzeitig höchst virtuell wie auch weltbestimmend. Wer weiß schon, wie und wo das eigene Geld gespeichert ist, nur ein wackeliger Vermerk, eine kleine (seltener: große) Zahl auf irgendeinem Server, der man sich nur durch ein Interface überhaupt nähern kann und die so fragil scheint wie alle Virtualität.

    • Geschichte vom „Jungen, das ein Mädchen sein wollte“:Entgegen der Lehre eines zum Götzen erhobenen vorzeitlichen Medizinmanns war Anatomie schon lange kein Schicksal mehr. Man zwang damals niemanden dazu, mit einer Hasenscharte oder einem Klumpfuß zu leben, und niemand kam auf die Idee, solche Korrekturen anzufechten, weil Hasenscharte und Klumpfuß “natürlich” wären und es deshalb “von Natur aus” Hasenschartige und Klumpfüßler gäbe. Damals machte man jedoch ein Aufhebens von erstaunlichen Ausmaßen um die Genitalien eines Menschen und wies ihnen determinierende Bedeutungen zu. Es war nicht etwa so, dass Menschen das selbstverständliche Recht hatten, selbst zu wissen, welchem Geschlecht sie angehörten.

    • Anmerkung zum Wimbauer-Artikel der Wikipedia:Irgendwie geht die Argumentation doch auch nach hinten los, wenn die Leute, die immer lauthals Aktionen gegen Rechts machen, dann von einem nichts wissen wollen, der sich aus der Rechten verabschiedet hat. Das ist für andere, die sich lösen möchten, nicht eben einladend.

  • Digitales Herzblut

    Danke Internet! Eine Videoantwort auf Mario Sixtus, Pia Ziefle und viele andere…

  • Links der Woche

    • Blamable Bundespräsidenten : Vollpfosten in Amt und Würden:

      Bundespräsident Christian Wulff soll “das Amt beschädigt” haben. Dabei hat dieses Amt schon so manchen peinlichen Vorgänger ertragen.

    • Liquid Feedback: Das Partizipations-Transparenz-Dilemma:

      In der Welt von Liquid Democracy ist jeder zumindest potentiell verantwortlich, weil jeder Delegationen auf sich versammeln kann. In diesem System macht es schlicht keinen Sinn mehr, zwischen Politiker und Bürger zu unterscheiden – und genau das ist auch gewollt. In einer idealen partizipativen Demokratie gibt es schlicht keine Politiker mehr.

    • Googleheimer:

      Irgendwann haben sie aber damit begonnen, sich an anderen Firmen zu orientieren, die andere Wege gefunden haben, im Web Geld zu machen. Und auch wenn das dann mit ihrer Mission nichts zu tun hatte, wollten sie das dann auch haben. Was folgte ist eine lange Liste an Me-Too-Produkten, Flops und Facepalms (Twitter – Jaiku, Wikipedia – Knol, Yahoo Answers – Google Answers, iTunes – Google Music, Amazon – Google Books, Groupon – DailyDeal, Facebook – Google , etc.). Ein paar versuchte Klone, Schwamm drüber. Was aber bedenklich ist, ist die offensichtliche prozessuale Lernunfähigkeit von Google. Als hätten sie eine Zwangsstörung machen sie den gleichen Fehler immer wieder.

    • Frauenversteher: Welcher Mann darf’s sein?
      :

      Wieder mal ist eine Debatte der Geschlechter entbrannt – über zu weiche Männer. Sie haben dazu noch keine Meinung? Wir helfen: Mit unseren Textbausteinen erstellen Sie sich Ihren ganz persönlichen Debattenbeitrag.

    • Ein ganz besonderes Loch:

      Der Leergutautomat bei meinem Lebensmittelhändler um die Ecke scheint ein ganz eigenes Kaliber zu sein. Seinem Schlund entströmt ein gräßlicher Gestank aus Bier und undefinierbaren Ingredienzien; zu nahe herantreten geht nicht, denn die Übelkeit packt einen sofort. Flüssigkeiten sabbern aus dem Loch.

  • LinkedIn SpammedIn

    Ich habe gerade meinen Account bei LinkedIn gelöscht. Der Grund: Spam. Ich habe Accounts auf ziemlich vielen Webseiten und sozialen Netzwerken. Wenn mich etwas nervt, dann von diesen mit Mails der Sorte Bla macht Pups zugeballert zu werden. Deshalb habe ich Notifictions fast überall ausgeschaltet. Manche Webseiten machen es dem Anwender mit Absicht schwierig („Wenn Sie keine Mails erhalten wollen, schicken Sie unserem Support dienstags zwischen 8.30 und 8.45 ein Fax mit folgendem dreißigstelligen Key…“) und ein wahrer meister des Lock-In durch Unbedienbarkeit ist LinkedIn.

    Niemand durchschaut, wie die Seite funktioniert, wie man dort Lebensläufe korrekt anlegt, und vor allem warum man eigentlich dort ist. Meine Updates-Seite besteht ausschließlich aus nach LinkedIn reingeleiteten Tweets (die ich besser auf Twitter selber nachlese. Es hat einen Grund, wenn man bestimmten Leuten nicht auf Twitter folgt, und es ist Social Pollution, wenn sie ihre Tweets automatisiert nach LinkedIn, Facebook usw. reinleiten. Wobei ich bei Facebook immerhin das Abonnement unabhängig von der Friendship kündigen kann, was ich in erstaunlich vielen Fällen auch tue. Das nur am Rande.)

    Man ist nur bei LinkedIn, weil man glaubt, es zu müssen. Und ich wäre noch dort, würde LinkedIn in Bezug auf Notification-Mails nicht so passiv-aggressiv mit seinen Nutzern umgehen. Dass Nutzer sozialer Netzwerke rumspammen, lässt sich nicht verhindern. Aber der Betreiber selbst? Nach mehrfachen Klagen auf Twitter reagiert LinkedIn sogar und schrieb mir dort, ich könne meine Mail-Einstellungen da und da ändern. Das ist die Seite mit den glorreichen sieben Untermenüs. Muss man sich mal vorstellen. Sieben Untermenüs, um einzustellen, was für Benachrichtigungen man erhält!

    Leider funktionieren sie nicht. Alle, alle wirklich alle Einstellungen sind auf „Schick! Mir! Keine! Mail!“ gesetzt, aber trotzdem bekomme ich weiterhin welche. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Außer den Account löschen. Hiermit erledigt (hoffe ich). War mir ein Vergnügen. Danke.

  • Rezension: Walter Isaacson – Steve Jobs (die autorisierte Biographie des Apple-Gründers)

    Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung. Subjekt, Verb, Objekt, Nebensatz erster Ordnung.

    tl;dr

    Nichts neues, langweilig, unreflektiert und schlecht geschrieben.

    Foto: Julia Witt

  • Twitter im Januar

    Zum Nachfaven bitte draufklicken.

  • Märtyrer

    Seit Tagen nerven Varianten dieses Bildes (Quelle unbekannt) in meinem Facebook-Stream. Die Gegenüberstellung soll suggerieren: Kim Schmitz sei eigentlich ein Guter und wird viel zu hart bestraft, vor allem im Vergleich zu dem Schwein, das Frauen vergewaltigt und ermordet hat und dafür mit „nur“ 20 Jahren davon kam. Auch wenn Don Alphonso teilweise zu recht bemerkt, dass Kim Schmitz immerhin eine Plattform geschaffen habe, bei der die User freiwillig für Inhalte zahlten, was die Industrie angeblich nicht hinbekommt (äh… iTunes anyhow?), darf man nicht vergessen, dass die Urheber von den Megaupload-Millionen keinen Cent abbekamen. (Und ich meine Urheber, nicht Verwerter.) Wenn die Urheber schon nichts abbekommen, dann doch lieber wegen klassischem Peer2Peer à la BitTorrent, als dass sich ein einschlägig bekannter Betrüger, Hehler und Wirtschaftskrimineller feist am Datenstrom bereichert.

    Also Leute, ich bitte euch – vergesst es! Kim Schmitz taugt nicht zum Märtyrer. Weder wurde er wegen Megaupload verurteilt, noch stimmt das angegebene Strafmaß von 50 Jahren. Im Moment ist er in Neuseeland in Untersuchungshaft, wobei die Frage geklärt wird, ob er in die USA ausgeliefert wird, wo ihm im Falle einer Verurteilung bis zu 20 Jahre drohen – mit etwas Glück also weniger als dem Vergewaltiger, der übrigens in Spanien hinter Gittern sitzt, einem Land mit völlig anderem Rechtssystem, sofern die Geschichte stimmt. Also bitte denkt nach, bevor ihr Äpfel mit Nazis vergleicht und reflexartig auf „Teilen“ klickt. Ihr verliert sonst einen IQ-Test.

  • Links der Woche

    • Verfassungsschutz:Der V. soll also dafür sorgen, dass hierzulande niemand Verschwörungen mit dem Ziel plant, unsere im Grundgesetz verankerten Rechte abzuschaffen. Davon gibt es eine ganze Menge. Das Brief- und das Postgeheimnis etwa, die Unverletzlichkeit der Wohnung, die Rede- und Demonstrationsfreiheit, das Vertrauen in die Sicherheit von Computern – nur um ein paar Beispiele zu nennen. Im Prinzip eine tolle Idee. Leider kann der V. das offensichtlich nur, indem er heimlich Briefe und Mails liest, Telefonate belauscht, in Wohnungen einbricht, beobachtet, wer wofür demonstriert und Computer verwanzt.

    • Verfassungsschutz-Affäre: Das Grundgesetz ist links:Das Grundgesetz ist großartig. Es lohnt unbedingt, dieses Gesetz zu schützen. Man sollte es allerdings vorher mal lesen. Artikel 14, Eigentum verpflichtet, oder Artikel 15, Produktionsmittel können vergesellschaftet werden – wer das zur Richtschnur seines politischen Handelns machen wollte, wäre in Deutschland ein Revolutionär. Und damit ein Fall für die Bespitzelung durch den Verfassungsschutz.

    • Rollen im Postprivaten:Zwei Varianten eines Phänomens: Problematisch Wulff und seine ungewollte, versehentliche, unreflektierte Vermengung verschiedener Rollen (zumal er die staatstragende händeringend verteidigt), dort die Piraten, die in diesem Fall den Kontrollverlust umarmen: Wenn das Private ohnehin öffentlich ist, dann machen wir uns wenigstens ehrlich und geben zu, daß wir nicht zu jeder Zeit staatstragend sind.

    • How to piss off a German:This one is for men (obviously) and is based on a subtle cultural anomaly in Germany where men tend to pee sitting down. There’s even a name for men who do this: sitzpinklers; those who insist on standing — and therefore spraying, maintain the (mostly female) critics — are called stehpinklers. This is not a massively advertised national trait and applies mostly to domestic situations; even the most house-trained German men don’t wee sitting down in clubs or public toilets. But it’s a very real phenomenon and you may well find pro-sitzpinkler stickers adorning lavatories. So in order to be ultra-annoying, you need only (literally) stand up for your male rights.

    • Allensbach-Umfrage: Der geteilte Liberalismus:Betrachtet man alle diese Befunde gemeinsam, so entsteht der Eindruck, dass sich der Begriff des Liberalismus allmählich zweiteilt. Er wird teilweise mit neuen Bedeutungen aufgeladen, die mit dem traditionellen Begriffsverständnis nicht mehr viel zu tun haben. Der FDP entgleiten die von der Bevölkerung als positiv empfundenen Aspekte des Liberalismus, während allein der in der öffentlichen Diskussion zunehmend diskreditierte Wirtschaftsliberalismus bei ihr verbleibt.

    • Gerechtigkeit für Kim Dotcom:Und das macht den Fall nun wirklich aussergewöhnlich, denn es ging Megaupload nicht einfach nur um Datenraub und Weitergabe, sondern um die Frage, was Menschen für welche Leistung zu zahlen bereit sind. Die 500 Millionen, die an Schaden beklagt werden, sind es nicht. Die 175 Millionen, die eingenommen wurden, sind es offensichtlich schon. Wenn, wie bei Megaupload, keine irrwitzigen Beschränkungen, Entrechtungen der Käufer, Drohungen und Zwänge den Nutzern den Spass am Geschäft verderben.

    • SOPA und eine Verlagsdiät:…und ich versuchte mir vorzustellen wie wohl ein www ohne Webseiten und Inhalte, die mit diesem Schutzrecht normiert werden könnten, aussähe. Dafür beschloß ich einige Tage auf die üblichen redaktionellen Inhalte zu verzichten und meine gewohnten Besuche auf den üblichen Publisherseiten einzustellen. Negative Folgen kann ich für mich bis jetzt nicht feststellen.

    • Der Autismus der Ökonomen:Seit einigen Jahren gibt es in den Wirtschaftswissenschaften die Bewegung der Postautisten. Sie kritisieren im Wesentlichen die einseitige Ausrichtung ihres Fachs auf nur eine einzige Denkschule, die neoklassische Doktrin. „Spiegel Online“ hat kürzlich über dieses Thema berichtet. Dabei hat sich der in Aachen lehrende Wirtschaftsprofessor Rüdiger Bachmann zu der Kritik geäußert. Was wohl ursprünglich als Verteidigungsrede gedacht war, offenbart stattdessen geradezu idealtypisch den Autismus vieler Fachvertreter.

    • Rettet die Phrasenschweine!:Irgendwo sieht ein Journalist etwas relativ Neues zum zweiten Mal und denkt sich: Da ist doch was im Kommen.