Fasten 2.0 – sechs zeitgemäße und innovative Strategien der Selbstkasteiung

tl;dr: Fasten ist nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen neue Fastenstrategien.

fasten

Aschermittwoch. Fastenzeit. Menschen versuchen wieder, für ein paar Wochen ein wenig heilig zu sein, damit sie es den Rest des Lebens nicht müssen. Beliebt ist das klassische Fasten: Wenig bis nichts essen und wenn dann nur Salat. Also was der durchschnittliche Mitte-Hipster sowieso schon die ganze Zeit tut. Der Verzicht auf Drogen aller Art ist hingegen gar keine gute Idee, oder wollen wir wirklich die nächsten sieben Wochen mit Nervenbündeln verbringen, die unter Entzugserscheinungen leiden? Eine relativ neue Idee ist, sieben Wochen aufs Handy bzw. Smartphone zu verzichten. Gar nicht mal soo dumm, vorausgesetzt, ich bekomme diese sieben Wochen frei. Allerdings frage ich mich dann auch, wieso nur aufs Mobiltelefon verzichten und nicht gleich ein Schweigegelübte ablegen und mit Oropax durch die Welt rennen?

Haut alles nicht so hin, passt nicht in unsere Zeit. Was wir brauchen, sind neue Fastenstrategien. Zum Beispiel:

  • Sieben Wochen kein Sex. Das ist Fasten für Einsteiger. Fällt leicht, auf Dinge zu verzichten, die du sowieso nicht hast. Einziges Manko: Youporn-Verbot. Das ist schwer, aber nur die Harten kommen in den Garten.
  • Berufsfasten: Sieben Wochen nicht zur Arbeit. Einfach so. Die befreienden Effekte werden dein ganzes Leben verändern. Nach spätestens sieben Wochen wirst du plötzlich sehr viel mehr Zeit für dich selbst haben und ein ganz neues Gefühl für die Relativität von Kontoständen entwickeln.
  • Religionsfasten: Sieben Wochen keine Kirche, kein Yoga und keine Klangschalen. Scientologische Thetane operieren einfach mal nicht. Wer trotzdem betet, muss fünf Euro ins Bierschwein werfen.
  • Fernsehfasten: Sieben Wochen ohne Markus Lanz und Günther Jauch. Paradisiesisch. Fasten kann auch lustvoll sein. Aber warum nur sieben Wochen?
  • Veganisches Fasten: Veganer und Vegetarier ernähren sich sieben Wochen lang ausschließlich von Fleisch- und Milchprodukten sowie Honig. So gewinnen wir ein tieferes Empfinden für den Wert pflanzlicher Lebensmittel und werden Brot, Tofu und Soja ab Ostern genießen wie selten zuvor.
  • Peristaltisches Fasten. Die Königsdisziplin. Wir verzichten sieben Wochen lang auf jegliche Verdauung. Und Ostern spüren wir dann eine gigantische Erleichterung. Schließlich hat auch Jesus damals drei Tage für die Wiederauferstehung gebraucht.

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