Gilt auch für Unternehmen: Haltung zeigen gegen Rechts

Wenn es darum geht, sich dem Rechtsradikalismus entgegenzustellen, reicht es nicht, sich privat zu engagieren. Auch Unternehmen können und müssen Gesicht zeigen.

Am 1. September kippte etwas. An dem Tag fand in Chemnitz ein sogenannter „Trauermarsch“ statt, doch von Trauer und Andenken an den eine Woche zuvor am gleichen Ort erstochenen Daniel H. blieb nicht viel übrig. Zu den Alt-Nazis, Pegida und den anderen rechtsradikalen Gruppen gesellte sich die von Wahlerfolg zu Wahlerfolg eilende AfD, die lange Zeit noch euphemistisch „rechtspopulistisch“ genannt wurde.

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Die im Dunkeln sieht man doch

Langsam ist die Gesichtserkennung im Alltag angekommen. Facebook hat sein seit Jahren existierendes entsprechendes Feature auch für europäische Nutzer freigeschaltet. Das derzeit neueste iPhone wird nicht mehr durch Fingerabdruck entsperrt, sondern per Blick aufs Display. Bei den olympischen Spielen 2020 in Tokio soll ein entsprech­endes System benutzt werden, um Athleten, Presseleute und Mitarbeiter zu identifizieren, die bestimmte Bereiche betreten dürfen. Das Medienunternehmen Live Nation, zu dem auch der Dienstleister Ticketmaster gehört, kaufte das auf Gesichtserkennung spezialisierte Unternehmen Blink Identity, um Konzertbesucher künftig beim Einlass anhand ihres Gesichts zu kontrollieren, statt mit Hilfe eines vorgezeigten Tickets.

Begehrlichkeiten weckt diese Technologie schon lange auch bei Ermittlungsbehörden zahlreicher Länder. So benutzte die US-Polizei nach dem Amoklauf in der Redaktion der Capital Gazette in Annapolis, Maryland, im Juni Gesichtserkennungssoftware, um den Todesschützen zu identifizieren. Das FBI soll Fotos von 117 Millionen US-Ame­rikanern gespeichert haben.

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Die Macht der Algorithmen

»Algorithmus« ist das Gruselwort der vergangenen Jahre. Kaum jemand weiß, was genau das eigentlich ist – jedenfalls wenn es nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Frühjahr 2018 geht. Dort gaben fast drei Viertel der Befragten an, schon einmal den Begriff Algorithmus gehört zu haben, aber nur etwa zehn Prozent konnten erklären, was das ist. Für die anderen 90 Prozent muss die Welt eine gruselige sein, schließlich entscheiden diese ominösen Algorithmen über Kreditwürdigkeit, Partnerwahl und Polizeieinsätze.

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Ein Faktencheck zum Klimawandel

Polkappen und Gletscher sind geschmolzen, der Meeresspiegel ist um mehrere Meter gestiegen und hat Küstenstädte von New York bis Bangkok überflutet. Jeder hat Bekannte, deren Häuser schon durch Stürme und Überschwemmungenzerstört wurden. Viele einst grüne Regionen der Welt sind zu Wüsten geworden. Viele Tiere und Pflanzen sind ausgestorben, während in Deutschland Palmen heimisch geworden sind. Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht, weil ihre Heimat unbewohnbar geworden ist.

So oder so ähnlich lauten die pessimistischen Prognosen für die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte. Doch wird es wirklich soweit kommen? Sind die vielen Hitzerekorde des Sommers 2018 die Vorboten dieses Klimawandels? Kaum ein Thema ist wissenschaftlich so gut erforscht wie die menschengemachte Erderwärmung. Trotzdem ranken sich darum jede Menge Gerüchte, Verschwörungstheorien und Halbwahrheiten.

Der ungeregelte digitale Tod

Ungerecht und grausam müssen es die Hinterbliebenen finden, wenn ein Kind verstirbt, die Eltern nicht wissen, was wirklich passiert ist und das Internet helfen könnte, es aber nicht tut. Ein solcher Fall wird an diesem Donnerstag vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Er beschäftigt die Gerichte und eine Familie aus Berlin schon seit Jahren. Rückblick ins Jahr 2012: Ein 15-jähriges Mädchen stirbt auf den Gleisen einer U-Bahnhofstation. Nach ihrem Tod suchen die Eltern nach Hinweisen, ob es Suizid gewesen sein könnte. Hinweise erhoffen sie sich auch in den Facebook-Nachrichten der Tochter. Doch die Plattform verweigert den Zugang.

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Ein System von Filtern wäre Realität, das flächendeckend überwacht, was Menschen hochladen

Wenn Rechteverwerter gegen Urheberrechtsverstöße im Internet vorgehen wollten, mussten sie bisher die Übeltäter ausfindig machen und verklagen. Zugleich konnten sie die Webseiten auffordern, die geschützten Inhalte wieder zu löschen. Wäre es da nicht wesentlich einfacher, wenn die Betreiber von Apps und Webseiten schon beim Hochladen überprüfen müssen, ob ihre Nutzer gegen Urheberrechte verstoßen? Das ungefähr dachten sich Lobbyisten und Politiker beim Formulieren einer neuen EU-Richtlinie. Sie sieht vor, dass künftig nicht nur die Menschen verklagt werden können, die konkret Urheberrechtsverletzungen begehen, sondern auch die Apps und Webseiten, auf denen die Inhalte veröffentlicht werden.

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Angriff auf das freie Internet

Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments hat am 20. Juni über eine neue »Copyright Directive« oder »Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt« abgestimmt. Bereits Anfang Juli soll die Abstimmung im EU-Parlament folgen.

Besonders umstritten sind die Artikel 11 und 13. Der erste reguliert, was künftig noch im Internet verlinkt, der zweite, was hochgeladen werden darf. Bei beiden geht es um die Durchsetzung von Urheberrechten. Axel Voss, Europaabgeordneter der CDU und Mitverfasser des Entwurfs, findet, dass nicht nur die Nutzer Verantwortung dafür übernehmen müssen, welche Inhalte sie ins Netz stellen, sondern auch die ­Betreiber von Websites. Voss will diese in Haftung nehmen, wenn ihre Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material hochladen.

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Wie ungesund sind E-Zigaretten?

Sieht aus wie ein ganz normaler USB-Stick, ist aber eine E-Zigarette und dazu eine besonders starke: Wenn es danach geht, was Teenies an US-Highschools cool finden, hat das sogenannte Juuling inzwischen das Vaping abgelöst. Zumindest wenn man Medienberichten und allerlei Posts auf Snapchat und Instagram glaubt. Nach Europa wird der Trend allerdings nicht allzu schnell überschwappen. Jedenfalls nicht legal, denn Juul und die dafür zum Rauchen notwendigen Liquid-Kartuschen dürfen wegen ihres hohen Nikotin-Gehaltes von bis zu 50 Milligramm nicht in der EU angeboten werden. Die stärksten Liquids dürfen hierzulande 20 Milligramm pro Milliliter Liquid enthalten.

Auch wenn Juuling einen noch härteren Nikotin-Kick im Vergleich zum Vaping verspricht: Seit E-Zigaretten vor einigen Jahren auf den Markt gekommen sind, wird diesseits und jenseits des Atlantiks die gleiche Debatte geführt. Die eine Seite warnt vor nicht abschätzbaren Gefahren für die Gesundheit und ist besorgt, dass eine ganze Generation Jugendlicher in die Nikotinsucht getrieben wird. Die andere Seite argumentiert, dass Juul, E-Zigaretten, und Tabakverdampfer weitaus weniger gesundheitsschädlich sind als klassische Zigaretten und viele Erkrankungen und Todesfälle verhindern können. Was den Streit so kompliziert macht, ist, dass beide Seiten aus ihrer Perspektive recht haben. Um zu klären, welche Seite die besseren Argumente hat, haben wir uns die häufigsten Mythen und Gerüchte um E-Zigaretten angeschaut und gecheckt, was die Wissenschaft dazu sagt.

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Das Wort „Datenschutzgrundverordnung“ hat eine ähnliche Wirkung wie das Fingerschnipsen eines Hypnotiseurs. Sobald es fällt, beschäftigen sich die meisten Menschen reflexartig mit irgend etwas völlig anderem. 2009 hat sich keiner dafür interessiert, als die Verhandlungen in den EU-Gremien begannen. Und auch nicht, als die DSGVO vor zwei Jahren in Kraft trat, aber wegen einer Schonfrist noch keine Wirkung entfaltete. Erst in den Tagen vor dem 25. Mai brach Hektik aus.

Vor allem Blogger und Selbstständige fingen an, ihre Webseiten irgendwie datenschutzkonform zurechtzuzimmern. Viele brüten nun über der Frage, was für personenbezogene Daten sie eigentlich so erheben und speichern. Die müssen nämlich bis ins letzte Detail in einem „Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten“ aufgeschrieben werden: Jedes erfasste Einzeldatum will darin verewigt sein mit genauer Angabe, zu welchem Zweck es gespeichert wird, auf welcher gesetzlichen Grundlage und auch welche Kollegen für diese Daten zuständig sind. Dazu gehört ein Löschkonzept und natürlich muss man in der Lage sein, Auskunft zu erteilen, wenn Kunden oder Geschäftspartner erfragen, welche Daten eigentlich über sie im Unternehmen vorliegen.

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Cryptowars, Cypherpunks und ein Fehlalarm

Mitte Mai brachte ein Tweet der Electronic Frontier Foundation viele Menschen weltweit dazu, ihre E-Mail-Verschlüsselung abzuschalten. Die US-Bürgerrechtsorganisation behauptete, einen schwerwiegenden Fehler im Kryptographiesystem GNU Privacy Guard gefunden zu haben, der die Computer, auf denen das System eingesetzt wird, angreifbar mache. Sie empfahl, entsprechende Plug-ins für E-Mail-Programme zu entfernen. Wer das tat, konnte anschließend keine verschlüsselten Mails mehr senden oder empfangen. Alte verschlüsselte Mails ließen sich nur noch mit Mühe lesen. Dabei war die Warnung völlig unnötig.

Innerhalb kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Sicherheitslücke gar nicht die Verschlüsselungssoftware selbst betraf, sondern die E-Mail-Programme. Für den Fall, dass ein Angreifer in der Lage ist, E-Mails vor der Zustellung abzufangen und zu manipulieren, könnte etwas eingeschleuster HTML-Code das E-Mail-Programm dazu bringen, den entschlüsselten Inhalt an einen Server im Internet zu schicken. Das ist eine peinliche Lücke für die Programmierer von Software wie Microsoft Outlook oder Apple Mail. Die eigentliche Verschlüsselung wurde dabei aber nicht geknackt und auch private Schlüssel des Programms kamen nicht abhanden. Wer sich gegen den unwahrscheinlichen Angriff schützen möchte, sollte die Anzeige von HTML-Mails abschalten – eine Einstellung, die aus Sicherheitsgründen in jedem E-Mail-Programm vorgenommen sein sollte.

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