Kein Fall für die CyberNATO

Während am Adventssonntag die erste Kerze angezündet wurde, ging für fast eine Million Kunden der Telekom das Internet aus. Was wie ein großflächiger Cyberangriff auf das Telekom-Netz aussah, war wohl nur Kollateralschaden der tagtäglich im Netz herumwühlenden Scripte und Viren. Es gab einen Angriff – wer dahintersteckt, ist bislang nicht bekannt –, aber das Ziel war nicht das Telekom-Netz, sondern ein Standardprotokoll, das den kryptischen Namen »TR-069« trägt und der Fernwartung von DSL-Routern dient. Haben solche Router eine bestimmte Sicherheitslücke, kann ein Angreifer sie per Fernzugriff kapern und für Angriffe aller Art zweckentfremden. Deshalb scannen Angreifer ununterbrochen und automatisiert das Internet nach Geräten mit unter anderem dieser Sicherheitslücke. Das geht normalerweise geräuschlos vonstatten.

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Einfach abschalten

Lediglich ein Viertel der Deutschen ist der Meinung, es hätte negative Auswirkungen, sollte es morgen das Internet nicht mehr geben. Diese und andere Erkenntnisse liefert die neue Studie D21-Digitalindex 2016. Die »digitale Spaltung der Gesellschaft« stehe kurz bevor, warnen die Experten.

Die Ergebnisse der sogenannte D21- Studie sind ernüchternd. Gefragt wurde nicht nur, wer Zugang zum Internet hat und wer es wie viele Stunden am Tag nutzt, sondern auch, wie gut die Menschen in Deutschland eigentlich mit ihren Computern, Smartphones und Tablets umgehen können und wie offen die Bevölkerung der Digitalisierung gegenübersteht. Die Studienautoren haben die Ergebnisse auf eine ­Indexzahl reduziert: 51 Punkte. Die Zahl signalisiert einen leichten Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr, als der Digitalisierungsindex noch 52 Punkte betrug. Allerdings ist die Zahl recht vage und nicht vergleichbar, weder mit ähnlichen Studien anderer Länder noch mit dem Vorjahresergebnis, da die Gewichtung der einzelnen Kriterien verändert wurde. 51 Punkte soll bedeuten: Deutschland ist irgendwie im Mittelfeld und kann gerade so mithalten. Das lässt sich tatsächlich gut anhand der detaillierten Zahlen belegen, vor allem an den peinlichen.

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Google sagt danke

Die EU-Kommission hat einen Richtlinienentwurf »für das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt« auf den Weg gebracht. Die in Deutschland bereits geltende, weithin unbeliebte Gesetzgebung zum Leistungsschutzrecht soll nun europaweit gelten, sogar in verschärfter Form.

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Wir können drüber reden

Chatbots werden im Alltag immer beliebter. Bei bestimmten Aufgaben können sie Menschen bereits vollkommen ersetzen.

»Computer! Wie weit ist das gegnerische Schiff entfernt?« Im Star-Trek-Universum bekommt Captain Kirk vom Computer eine sinnvolle Antwort. Seit rund fünf Jahren gibt es das auch in der Realität: Apples Sprachassistent Siri reagiert auf gesprochene Kommandos, liest den Wetterbericht vor oder ruft Websites auf. Deshalb sind sich Futuristen ganz sicher: Demnächst findet die nächste große Computer-Revolution statt und wir werden mit PCs und Smartphones ganz anders arbeiten als bisher.

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Backups, Backups und nochmal Backups

Das Internet vergisst nichts. So lautet ein moderner Mythos, der sich mit jedem toten Link aufs Neue als unhaltbar erweist. Zur langen Liste ins Leere führender Verweise ist vor einigen Wochen das Blog des US-amerikanischen Literaten Dennis Cooper hinzugekommen. Mit Hinweis auf ­einen nicht näher genannten Verstoß gegen die »Community-Richtlinien« hat Google sein Blog auf der Plattform Blogger.com sowie seinen ­E-Mail-Account gesperrt. Cooper beklagt nun, er finde sich in einer ­kafkaesken Situation wieder, ohne Zugriff auf wichtige Teile seines Werks und ohne konkrete Angaben für den Grund der Sperrung.

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Zur Sperrung von DC’s Blog

Das Internet vergisst nichts. So lautet ein moderner Mythos, der sich mit jedem toten Link aufs Neue als unhaltbar erweist. Zur langen Liste ins Leere führender Verweise ist vor einigen Wochen das Blog des US-amerikanischen Literaten Dennis Cooper hinzugekommen. Mit Hinweis auf ­einen nicht näher genannten Verstoß gegen die »Community-Richtlinien« hat Google sein Blog auf der Plattform Blogger.com sowie seinen ­E-Mail-Account gesperrt. Cooper beklagt nun, er finde sich in einer ­kafkaesken Situation wieder, ohne Zugriff auf wichtige Teile seines Werks und ohne konkrete Angaben für den Grund der Sperrung.

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Risikofaktor Mensch

In Deutschland sterben jedes Jahr 3 000 bis 4 000 Menschen im Straßenverkehr. Die Ursache ist eher selten eine technische Panne, sondern ganz überwiegend menschliches Versagen. Wer wünschte sich da nicht einen unbestechlichen Computer, der den Menschen das Fahren abnimmt?

Entsprechend viel Aufmerksamkeit erregte die Meldung, dass in Florida im Mai zum ersten Mal ein Mensch zu Tode kam, der sich von einem digitalen Autopiloten fahren ließ. Offenbar konnten die Sensoren eines autonom fahrenden Tesla Model S die weiße Seitenfront eines kreuzenden Sattelschleppers nicht vom hellen Himmel unterscheiden. Das Fahrzeug bretterte ungebremst in den LKW. Zunächst sah es so aus, als entwickele sich dieser Todesfall zu einem Skandal. Die Meldung war überall zu lesen und einmal mehr ergingen sich Feuilletonisten und Philosophen in Gedankenspielen, ob man einem autonomen Fahrzeug die Entscheidung darüber anvertrauen dürfe, ob es in ­einer ausweglosen Situation lieber seine Insassen oder doch eher andere Menschenleben, etwa die von Passanten am Straßenrand, opfern solle.

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Für eine Handvoll Hörer

Manche Leute spülen gern das Geschirr, kümmern sich motiviert um die Wäsche oder den Hausputz und freuen sich auf den Weg ins Büro. Das sind nämlich alles Gelegenheiten, um sich Podcasts anzuhören. Während man einen Text bewusst lesen und ein Video explizit ansehen muss, lassen sich Podcasts wunderbar nebenbei hören – eigentlich ganz wie das herkömmliche Radio, nur mit dem Unterschied, dass man wählt, was man hören möchte. 38 Podcasts habe ich derzeit abonniert und alle paar Stunden schaut eine App auf meinem Telefon nach, ob eine neue Folge erschienen ist. Die lädt sie dann auf Vorrat herunter, wenn sich das Telefon in einem W-Lan befindet.

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Stören mit beschränkter Haftung

»Störerhaftung« ist der juristische Fachbegriff dafür, für etwas bestraft zu werden, das man gar nicht getan hat. Klingt absurd, ist es meistens auch und kommt weltweit so fast nur in Deutschland vor. Wer sein Auto verleiht und demoliert zurückbekommt, läuft Gefahr, auch noch Schadensersatz an die Geschädigten des Unfalls zu zahlen – zumindest wenn der Fahrer nicht festgestellt werden kann. Ähnliches gilt auch im Internet.

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