Autor: Enno

  • Kein Fall für die CyberNATO

    Während am Adventssonntag die erste Kerze angezündet wurde, ging für fast eine Million Kunden der Telekom das Internet aus. Was wie ein großflächiger Cyberangriff auf das Telekom-Netz aussah, war wohl nur Kollateralschaden der tagtäglich im Netz herumwühlenden Scripte und Viren. Es gab einen Angriff – wer dahintersteckt, ist bislang nicht bekannt –, aber das Ziel war nicht das Telekom-Netz, sondern ein Standardprotokoll, das den kryptischen Namen »TR-069« trägt und der Fernwartung von DSL-Routern dient. Haben solche Router eine bestimmte Sicherheitslücke, kann ein Angreifer sie per Fernzugriff kapern und für Angriffe aller Art zweckentfremden. Deshalb scannen Angreifer ununterbrochen und automatisiert das Internet nach Geräten mit unter anderem dieser Sicherheitslücke. Das geht normalerweise geräuschlos vonstatten.

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  • Links der Woche

    • BETA – Wie die Debatte auf den Entwurf der Digitalcharta zurückwirken soll – Wir fordern Digitale Grundrechte:

      “Die meisten negativen Kritiken setzen nämlich genau dort an, dass sie den Entwurfscharakter anzweifeln und befürchten, der vorliegende Aufschlag könnte, sollte oder müsste Gesetz werden oder gar „EU-Digitalverfassung“. Ganz ohne Diskussion. Noch einmal, ganz, ganz klar und eindeutig: Das stimmt nicht. Schon allein, weil die Gruppe selbst sehr, sagen wir, meinungsdivers war und ist.“

    • Digitalcharta: Kommentiert in der TL;DR Version:

      “Ich habe gestern nacht den Entwurf, den Martin Schulz, die ZEIT Stiftung und einige Experten für eine “Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union” vorlegen wollen kommentiert, Motherboard hatte den Text auch aufgegriffen. Da der Text doch sehr lang ist und die Verfassenden ihren Entwurf (möglicherweise noch mal überarbeitet, möglicherweise auch nicht) heute nachmittag um 15 live schalten und morgen in Zeitungen bewerben wollen, möchte ich hier einen sehr knappen Übersichtskommentar bereitstellen. Den Kommentar in der TL;DR Version sozusagen.“

    • Kommentare zur „Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union“:

      “Ich habe länger darüber nachgedacht, ob und in wie weit ich diesen Text kommentieren sollte. Einerseits haben Zeit Stiftung, Politik und diverse Akteure aus der bildungsbürgerlichen Elite viel Zeit und Geld investiert, um eine Kampagne zu planen und umzusetzen, weshalb ich nicht leichtfertig mit solchen Inhalten umgehen möchte. Andererseits soll das Dokument zu einem Primärrecht innerhalb der EU entwickelt werden, d.h. es soll dort quasi “Verfassungsrang” bekommen. Aufgrund dieses Anspruchs der Verfassenden und Unterzeichnenden sowie aufgrund der offensichtlichen Mängel des Dokumentes habe ich mich entschieden, mich im Rahmen dieses Kommentars auf den mir geleakten Primärtext zu beziehen und nicht nur abstrakt über nicht greifbare Inhalte zu schreiben.”

    • Digitale Grundrechte oder: Denkt überhaupt noch jemand nach?:

      “Martin Schulz, Wolfgang Hofmann-Riem und eine illustre Reihe anderer, vorwiegend deutscher Persönlichkeiten, haben heute den Entwurf einer digitalen Grundrechtecharta der EU veröffentlicht. (…) Um es kurz zu sagen: der juristische Gehalt ist ziemlich schockierend schlecht. Und zwar nicht wegen fachlicher Details, sondern schon in der Grundkonzeption. Und das durchzieht die ganze Charta.”

    • Vorschlag für EU-Digitalgrundrechte: Nachbesserungen beim Urheberrecht nötig:

      “Ich will an dieser Stelle keine umfassende Beurteilung des Entwurfs wagen. Mein Betätigungsfeld ist das Urheberrecht oder Immaterialgüterrechte im weiteren Sinne. Weil sich ein Artikel der jetzt vorgeschlagenen Digitalcharta genau diesem Thema widmet und ich diesen Artikel in seiner jetzigen Form für gefährlich halte, will ich ausführlich zu diesem Punkt Stellung nehmen.”

  • Einfach abschalten

    Lediglich ein Viertel der Deutschen ist der Meinung, es hätte negative Auswirkungen, sollte es morgen das Internet nicht mehr geben. Diese und andere Erkenntnisse liefert die neue Studie D21-Digitalindex 2016. Die »digitale Spaltung der Gesellschaft« stehe kurz bevor, warnen die Experten.

    Die Ergebnisse der sogenannte D21- Studie sind ernüchternd. Gefragt wurde nicht nur, wer Zugang zum Internet hat und wer es wie viele Stunden am Tag nutzt, sondern auch, wie gut die Menschen in Deutschland eigentlich mit ihren Computern, Smartphones und Tablets umgehen können und wie offen die Bevölkerung der Digitalisierung gegenübersteht. Die Studienautoren haben die Ergebnisse auf eine ­Indexzahl reduziert: 51 Punkte. Die Zahl signalisiert einen leichten Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr, als der Digitalisierungsindex noch 52 Punkte betrug. Allerdings ist die Zahl recht vage und nicht vergleichbar, weder mit ähnlichen Studien anderer Länder noch mit dem Vorjahresergebnis, da die Gewichtung der einzelnen Kriterien verändert wurde. 51 Punkte soll bedeuten: Deutschland ist irgendwie im Mittelfeld und kann gerade so mithalten. Das lässt sich tatsächlich gut anhand der detaillierten Zahlen belegen, vor allem an den peinlichen.

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  • Links der Woche

    • Listening to Trump | Jacobin:

      “But the heart of his message was something different, an ersatz economic populism, which has been noted far and wide, but also a strong, usually overlooked, antiwar message. Both spoke to legitimate working-class concerns.”

    • Jugend schützt vor Wortheit nicht:

      “Das Jugendwörterbuch-des-Jahres-Werbewort 2016 wurde eben bekannt gegeben. Wie auch in den letzten Jahren (2013, 2014, 2015) sind dem Sprachlog die Aufzeichnungen der Beratungen aus den Redaktionsräumen des Wörterbuchverlags Schlangeneidt zugespielt worden, die wir im Folgenden ungekürzt veröffentlichen.“

    • Umberto Eco Makes a List of the 14 Common Features of Fascism:

      “One of the key questions facing both journalists and loyal oppositions these days is how do we stay honest as euphemisms and trivializations take over the discourse? Can we use words like “fascism,” for example, with fidelity to the meaning of that word in world history?”

  • #HeadlinesFor2017, @paperholm und Average Bob

    „Volle Kanne – ab ins Netz!“ vom 24. November 2016

    …in der ZDF-Mediathek

  • Links der Woche

    • Netzwerkmacht: Macht in Zeiten der Globalisierung | ctrl+verlust:

      “Grewal führt eine Form der Macht ein, die er Network Power nennt. … Dabei kennen und spüren wir diese Macht alle in unserem Alltag. Wir entscheiden uns immer wieder für Netzwerk B, wenn es populärer ist, als Netzwerk A. Wir sind auf Facebook und WhatsApp, statt auf Threema und Diaspora. Warum diese Macht nie als solche verstanden wurde, liegt daran, dass jeder einzelne von uns erstmal eine (vermeintlich) freie Entscheidung trifft, wenn er oder sie einem Netzwerk beitritt, oder einen Standard adaptiert (was strukturell dasselbe ist).”

    • Perspektiven:

      “Ein bisschen erinnert mich diese Frage an genau die Fragen, die ich dereinst meinen Großeltern und anderen Verwandten im entsprechenden Alter stellte, als ich im jugendlichen Überschwang nicht verstehen konnte, wie es passieren konnte, dass ein hasserfüllter kleiner Popanz und seine hasserfüllte Clique von rassistischen Kackbratzen in Deutschland an die Macht gewählt werden konnte, obwohl diese mit ihrer Geisteshaltung ja wirklich nicht hinterm Berg hielten, und ich andererseits meine Verwandtschaft jener Generation nicht als hasserfüllte dumpfe Rassisten kannte sondern als Menschen, die sich um andere sorgten, Gewalt verabscheuten und sich in der direkten Begegnung stets empathisch und mitfühlend gegenüber jedem Menschen zeigten, egal welcher Hautfarbe oder Herkunft.“

  • Links der Woche

    • Wie viel Schaden kann Donald Trump als Präsident anrichten? » Gedankenwerkstatt » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

      “Die Eindämmung der kommenden Klimakatastrophe wird damit nahezu unmöglich. Aber wissenschaftliche Fakten interessieren Donald Trump nicht, wie er schon mehrfach deutlich gemacht hat.“

    • Was nun?:

      “Annarosa Buttarelli von den italienischen Diotima Philosophinnen hat ihren kurzen Kommentar in der Huffington Post (leider nur italienisch) „Hillary, eine Frau ohne Volk“ betitelt. Sie schreibt, die Parteien stünden heute vor der Alternative: entweder die Frauen oder das Volk.”

    • automatisierung ist kompliziert – wirres.net:

      “mittlerweile verstehe ich in ansätzen warum das so ist. automatisierung ist kompliziert — und zwar auf mehreren ebenen. der wichtigste punkt: um einigermassen wirksam zu sein, müssen automatisierungen flexibel und komplex sein. das habe ich beim an sich einfachen vorhaben eines automatischen lichts im flur bemerkt.“

    • Die SPD hat kaum noch Zeit zur absolut berechtigten Panik.:

      “Und weil Kanzlerin Merkel wie keine andere Feindbild der Rechtspopulisten ist und mit ihrer historischen Flüchtlingspolitik für die eine Richtung steht, stehen ebenjene Populisten für die andere Richtung und rennen damit von beachtlichem Wahlerfolg zu Wahlerfolg, so dass man deutlich sagen kann: Das wird eine „Für oder gegen Merkel“-Wahl.

      Das sind die beiden offensichtlichen Pole, zwischen denen die Mehrheit der Menschen am Wahltag entscheiden werden. Und dann ist da noch die SPD.“