Die Welt aus alter weißer Männersicht

Ich bekenne mich schuldig: Ich gebrauche gerne die Phrase „alte weiße Männer“. Und damit meine ich meinesgleichen. Ich bin zwar nicht ganz so alt, wie viele Leute aufgrund meines ergrauenden Bartes und der fortgeschrittenen Glatzenbildung glauben könnten, aber ich bin schon Teil einer Kohorte. Und ich beobachte, wie oben, unten, links und rechts von mir ansonsten sehr intelligente und gebildete Männer nicht einmal einen Funken gedanklicher Beweglichkeit mitbringen, die Perspektiven ihrer Mitmenschen zu reflektieren.

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Kirche will Künstliche Intelligenz als Gott verehren

„Way of the Future“ heißt eine neue Kirche, in der eine künstliche Intelligenz (KI) die Gottheit sein soll. Ihr Gründer Anthony Levandowski entwickelte unter anderem bei Google selbstlenkende Autos, kennt sich also mit künstlicher Intelligenz aus. Er ist davon überzeugt, dass sich schon in naher Zukunft eine solche KI so weit entwickeln wird, dass sie als gottgleich anzusehen ist. Das zentrale Nervensystem dieser neuen Gottheit wird das Internet, als Sinnesorgane dienen die Sensoren und Smartphones dieser Welt. Dieser Gott hört den Menschen immer zu. Das sind in etwa die Kernaussagen der Kirche „Way of the Future“.

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Implantatpflicht? – Technologie als Befreiung und Bedrohung

Im Rahmen des Thementages „Behinderung/Enthinderung“ bei Deutschlandfunk Kultur, versuche ich, das Cochlea-Implantat nicht nur zu erklären, sondern ein wenig auf die Meta-Ebene zu gehen. Jedenfalls soweit das in fünf Minuten möglich ist.

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Und ich habe – neben etlichen anderen – meine Meinung zur Frage gesagt, wie sich die Gesellschaft „enthindern“ ließe.

Enthinderung

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit Menschen mit Behinderung besser zurechtkommen? Hier einige Ideen! #enthinderung

Posted by Deutschlandfunk Kultur on Freitag, 20. Oktober 2017

Behinderung? Enthinderung! Thementag bei Deutschlandfunk Kultur am 19.10.

„Behinderung? Enthinderung! – Zwischen Inklusion und Avantgarde“ ist der Titel des Thementages am Donnerstag, 19. Oktober auf Deutschlandfunk Kultur, an dem ich gerade redaktionell mitarbeite. Oder mit den Worten der Kollegen:

Menschen sind nicht behindert, sie werden dazu gemacht – durch praktische Hindernisse und durch den gesellschaftlichen Umgang mit einem vermeintlichen Nischenthema. Inklusion, Barrierefreiheit, Bundesteilhabegesetz: Behinderung wird technisch administriert, das persönliche Gespräch und der Austausch über wichtige kulturelle und gesellschaftliche Fragen ist noch immer schwierig.

Irgendwann ab 14.00 Uhr werde ich im „Kompressor“ kurzzeitig auch vor dem Mikrofon sitzen. Es wird um die kulturellen Differenzen innerhalb der Gehörlosen-Community gehen, die unterschiedlichen Perspektiven spätertaubter und gehörlos geborener Menschen und den ewigen Streit für oder gegen das Cochlea-Implantat.

Ein Akku auf Kochsalzbasis

Texte, die sich mit wissenschaftlichen und technischen Neuerungen auseinander setzen, beginnen immer häufiger mit „chinesische Forscher“. Dieses mal waren es Chemiker an der Fudan-Universität von Shanghai. Sie haben einen Akku entwickelt, der Natrium statt Lithium verwendet und entweder als Band kommt – ähnlich wie ein Klebestreifen – oder als Nanoröhrchen. Und er kann mit Kochsalzlösung oder sogar menschlichen Körperflüssigkeiten aufgeladen werden. Bis zur Marktreife wird es noch ein wenig dauern, aber es ist jetzt schon faszinierend, sich auszumalen, was dadurch alles möglich wird. Vielleicht Smartwatches, deren Akku sich im Armband befindet. Oder allerlei Implantate, die Körperfunktionen überwachen. Für die war Energieversorgung bisher das größte Problem.

Bei Deutschlandfunk Kultur erkläre ich in aller Kürze die Neuentwicklung.

Renaissance des „Und was ist mit…?“

Wie staunte man, als Donald Trump im Wahlkampf alle möglichen Vorhaltungen einfach an sich abperlen lassen konnte. Dafür griff er zu einem rhetorischen Taschenspielertrick: Wann immer er angegriffen wurde, attackierte er Hillary Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre. Wer könnte heute noch all die Skandale aufzählen, die Trump im Wochentakt produzierte? Haften blieb stattdessen das böse Wort von „crooked Hillary“ – der unehrlichen Hillary Clinton. Genannt wird dieses Muster „Whataboutismus“.

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