Die Nebenwirkungen der DSGVO Blogger betroffen

Über 300 Blogs in Deutschland hatten ihre Seite abgeschaltet – so die Zahl nur einen Tag nach in Kraft treten der europäischen Datenschutzgrundverordnung. Wahrscheinlich sind es noch viel mehr. Kommt jetzt das befürchtete Blogsterben, das wegen des hohen bürokratischen Aufwands vorhergesagt wurde? Mythos oder Realität? Und warum sind manche US-Zeitungen von Europa aus nicht mehr erreichbar?

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Sündenbock Zuckerberg

Nach dem Religionsphilosophen René Girard wird ein Sündenbock immer dann gebraucht, wenn eine Gemeinschaft gespalten ist und sich bedroht fühlt. Ihn verantwortlich zu machen hilft, diese Bedrohung nach außen zu verlagern und die Gemeinschaft wieder zu vereinen. Dieser Mechanismus lässt sich gerade in Echtzeit beobachten: Die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica erschleicht sich Daten von Millionen Facebook-Nutzern und versucht anschließend, damit den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Dafür fließt Geld von republikanischen Wahlkampfmanagern, neurechten Gruppen und aus russischen Quellen. Doch im Focus der Öffentlichkeit steht Facebook. Demonstrativ stellen etliche Firmen ihre dortigen Aktivitäten ein und Anleger fordern sogar den Rücktritt von Mark Zuckerberg.

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Das Trolley-Problem und selbstfahrende Autos

Wenn es um selbstfahrende Autos geht, wird immer wieder das Trolley-Problem diskutiert. Das ist ein Gedankenexperiment: Eine Straßenbahn rast auf eine Gruppe Menschen zu. Die kann man retten, indem man eine Weiche umstellt, aber nur um den Preis, ein anderes Menschenleben zu opfern. Was tun? Dieses Gedankenexpeperiment wird in einem zynischen Überbietungswettbewerb möglicher Szenarien gerne auch auf autonome Fahrzeuge angewendet, etwa: Soll das Auto jetzt den Rentner überfahren oder die junge Frau mit dem Kinderwagen? In der Sendung „Kompressor“ bei Deutschlandfunk Kultur lege ich dar, warum ich es für Unsinn halte, dieses Gedankenexperiment auf selbstlenkende Autos anzuwenden.

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Das Ende einer Illusion

2016 hatte eine jugendliche Carrie Fisher einen Auftritt in dem Krieg-der-Sterne-Film „Rogue One“. Doch die damals 59-jährige Schauspielerin stand nicht selbst vor der Kamera, um eine fast 40 Jahre jüngere Prinzessin Leia zu spielen: Die Szene stammt aus dem Computer. Vor zwei Jahren war das noch millionenteure Tricktechnik aus Hollywood. Heute kann jeder diese Szene einigermaßen überzeugend mit einer App nachbilden.

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Die Welt aus alter weißer Männersicht

Ich bekenne mich schuldig: Ich gebrauche gerne die Phrase „alte weiße Männer“. Und damit meine ich meinesgleichen. Ich bin zwar nicht ganz so alt, wie viele Leute aufgrund meines ergrauenden Bartes und der fortgeschrittenen Glatzenbildung glauben könnten, aber ich bin schon Teil einer Kohorte. Und ich beobachte, wie oben, unten, links und rechts von mir ansonsten sehr intelligente und gebildete Männer nicht einmal einen Funken gedanklicher Beweglichkeit mitbringen, die Perspektiven ihrer Mitmenschen zu reflektieren.

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Kirche will Künstliche Intelligenz als Gott verehren

„Way of the Future“ heißt eine neue Kirche, in der eine künstliche Intelligenz (KI) die Gottheit sein soll. Ihr Gründer Anthony Levandowski entwickelte unter anderem bei Google selbstlenkende Autos, kennt sich also mit künstlicher Intelligenz aus. Er ist davon überzeugt, dass sich schon in naher Zukunft eine solche KI so weit entwickeln wird, dass sie als gottgleich anzusehen ist. Das zentrale Nervensystem dieser neuen Gottheit wird das Internet, als Sinnesorgane dienen die Sensoren und Smartphones dieser Welt. Dieser Gott hört den Menschen immer zu. Das sind in etwa die Kernaussagen der Kirche „Way of the Future“.

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Implantatpflicht? – Technologie als Befreiung und Bedrohung

Im Rahmen des Thementages „Behinderung/Enthinderung“ bei Deutschlandfunk Kultur, versuche ich, das Cochlea-Implantat nicht nur zu erklären, sondern ein wenig auf die Meta-Ebene zu gehen. Jedenfalls soweit das in fünf Minuten möglich ist.

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Und ich habe – neben etlichen anderen – meine Meinung zur Frage gesagt, wie sich die Gesellschaft „enthindern“ ließe.

Enthinderung

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit Menschen mit Behinderung besser zurechtkommen? Hier einige Ideen! #enthinderung

Posted by Deutschlandfunk Kultur on Freitag, 20. Oktober 2017