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Links der Woche

  • Rassismus: „Was willst du hier, Neger?“:»Was willst du hier, Neger?« Sie rücken immer näher und schließen einen Kreis um mich, sie schubsen und schlagen mich. Der Jüngste ist vielleicht drei Jahre älter als ich, er zielt mit seiner Stirn gegen meine Nase. Drei erwachsene Neonazis blockieren die Tür. Ich bewege mich nicht, spüre nichts. Der Waggon ist voll, aber niemand sagt etwas. Mein Gegenüber zieht sein Messer. Er flüstert: »Die nächste Station steigst du mit uns aus, und dann machen wir dich kalt, Neger.«

  • Die Nuklearkraft des Netzes:Die herkömmlichen Kulturmoleküle werden durch die Digitalisierung wieder in ihre Atome aufgespalten. Jeder kann – und muss – sich jetzt seinen individuellen Medienmix selbst zusammenstellen. Was vielen als Zumutung erscheint, sehen andere als große Chance.

  • Christopher Lauer zur Regierungserklärung von Klaus Woworeit:Aber da kann ich Sie beruhigen: Wir haben uns schon längst selbst abgeschafft. Denn was bedeutet ihre Regierungserklärung denn eigentlich Herr Wowereit? Sie haben heute verkündet, was in den nächsten fünf Jahren passieren soll. Wie wird es passieren? Durch Gesetze. Wer beschließt diese Gesetze? Dieses Haus. Aber: Wo werden diese Gesetze geschrieben? Wer von den hier anwesenden Abgeordneten ist denn Herr oder Frau Referentenentwurf? Wo sitzt denn der Referent? Der sitzt in der Verwaltung. Es ist traurige Realität, dass dieses Haus seiner Verfassungsmäßigen Aufgabe, Gesetze aus seiner Mitte entstehen zu lassen, nicht mehr nachkommt. Die traurige Realität wird es sein, dass jede Änderung in den nächsten fünf Jahren aus dem Senat kommen und in diesem Haus von Seiten der Koalition mal mehr, mal weniger Zähneknirschend abgenickt werden wird. Und die Opposition wird schreien. Und die Opposition wird Vorschläge machen und die Koalition wird schreien. Und hier spreche ich explizit die Hinterbänkler in den Fraktionen an: Habt ihr euch das so vorgestellt, ist es euch das Wert? Fünf Jahre lang das abzunicken was Herr oder Frau Referentenentwurf in irgendeiner Senatsverwaltung geschrieben haben?

  • Deutsche Vokabeln (III):Ein Wort, in das ich seit Jahren verliebt bin, heißt: schlaftrunken. Rhythmisch reizvoll ist es (als ein astreiner Daktylus nämlich) und semantisch nicht ohne Tiefe. Allein „trunken“ ist ja viel galanter als die modernen, von der Gosse geprägten Synonyme „besoffen“, „breit“ oder „hackedicht“. Trunkenheit hat etwas Leichtes, schwebend Beschwingtes, sanft schwankend Schwipsiges, als wäre der Schlaf nicht des Todes kleiner Bruder, sondern ein Kelch schäumenden Belustigungswassers.

  • Bezirksverordneter Martin Zierold: Das Experiment:Es ist ein kurzer, kehliger Ruf, lauter als das Stimmengewirr. Alle drehen ihre Köpfe in seine Richtung. Er gebärdet: „Halt! Lasst euch ausreden, das Durcheinander kann man nicht übersetzen!“ Das wirkt sofort. Augenblicklich kehrt die Gesprächsdisziplin zurück.

  • Das Bundesverfassungsgericht:In dieser Forschungseinrichtung können nach einer in der kernphysikalischen Wissenschaft diskutierten Theorie sogenannte Miniatur-Schwarze-Löcher erzeugt werden. Nach überwiegender wissenschaftlicher Meinung birgt dieser Versuchsaufbau am CERN kein Gefahrenpotential. Die Beschwerdeführerin befürchtet allerdings eine Zerstörung der Erde durch die geplante Versuchsreihe.

  • Aggressionen gegen „Zugezogene“ – Berlins neue Hasskultur:Wer fremd in Berlin ist und dem “Schinderhasen” begegnet, hat Pech gehabt – denn dieser kennt kein Pardon. Zwar existiert die Figur nur in einem neuen Buch. Doch immer häufiger wird Ausländern in den Clubs und Kneipen der Stadt der Zutritt verwehrt. Aus “Schwabenhass” werden sogar Kinderwagen abgefackelt – das alternative Berlin offenbart einen reaktionären Unterton.

  • 2012: Schreckensvision einer fernen Zukunft :Der folgende Bericht mag schockieren, doch er basiert auf Tatsachen. Alle mit Anführungszeichen und Seitenzahlen gekennzeichneten Zitate stammen aus dem Buch “Vorsicht Volkszählung! Erfaßt, vernetzt und ausgezählt.” herausgegeben von Roland Appel und Rainer Osnowski, erschienen im Kölner Volksblatt Verlag 1987

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