Google+ verweigert mir, meinen echten Namen anzugeben

Wie ihr sicher mitbekommen habt, habe ich letzterdings einigen „Spaß“ mit Google+. Nachdem sie „Die Ennomane“ zum zweiten mal gesperrt haben, verfahre ich nach dem Motto: Wenn ich schon nichts echtes unter Pseudonym schreiben darf, dann schreibe ich eben Blödsinn unter Klarnamen.

Wie absurd Googles Policy ist, sieht man aber daran, dass ich jetzt meinen echten, wirklich wahren, bürgerlichen Personalausweis-Namen nicht angeben darf. Bei dem Versuch, das zu tun, erhalte ich folgende Fehlermeldung:

12 Antworten auf „Google+ verweigert mir, meinen echten Namen anzugeben“

  1. Nun. Ich bin normalerweise immer auf den Seiten der Nutzer, aber wenn ich als Google+ sage „Leute sollen ihre echten Namen angeben“ dann würde ich mir auch selbst ins Bein schießen, wenn Menschen eben diese Namen 300 Mal ändern könnten. Da steckt schon eine Logik dahinter :)

  2. Naja, ich hatte den Namen bisher nur 1 x geändert… Ich bin halt ein Legastheniker, der mehrere Anläufe benötigt, um seinen eigenen Namen richtig einzutragen. Was soll ich tun?

  3. Ich glaube, Enno, dass ihr euch da in etwas verrannt habt. Es ist halt einfach nicht mehr 1999 und geht halt nicht mehr. Dass dieses Hickhack immer peinlicher wird verdeutlicht das lediglich.

  4. In was haben wir uns denn verrannt und was ist anders als 1999? Ich zeige ein paar Dinge: Code is law – und sollte demokratisiert werden, weil offensichtlich wird, dass es Minderheiten gibt, denen das Gesetz des Codes nicht gerecht wird. Darüber hinaus, dass es zu jedem Algorithmus eine unvorhergesehene Situation gibt. Das nennt man übrigens „Hack“ und ich habe das Gefühl, dass es Systeme ohne solche Punkte sehr lange nicht bis niemals geben wird – ähnlich wie die absolut sichere Verschlüsselung nicht geben wird. Das heißt ja nicht, dass ein System nicht *hinreichend* sicher sein kann, muss aber immer im Blick gehalten werden. Hier ist es das äußerst primitive Beispiel, dass ich Google mit nur *einer* Namensänderung dazu bringen kann, mir zu verbieten, meinen Klarnamen einzugeben – wo der Google doch so furchtbar wichtig ist, dass sie Leute suspendieren, die ihn nicht nutzen. Da braucht es nichtmal der gezielten Trollerei, da reicht ein einfacher Tippfehler.

  5. +1, Enno.
    Google will partout eine Realnamenpflicht und als Begründung liefern sie kaum mehr als ein „Darum.“ Wäre Google jetzt ne kleine Klitsche wärs ok, aber Google ist Biggest Player und will nach eigenem Bekunden G+ zum Identitätsdienst machen. Sprich: In der Endausbaustufe gibt’s ohne G+-Account mit Realnamen keine Google-Docs, kein Picasa, keine Google-Mail, kein blogger.com. Weiterhin kann jeder andere Dienst die Authentisierung via Google nutzen, um User zu identifizieren. Das werden viele machen, weil es ja einfach und pragmatisch ist. Ergebnis: Es fallen noch n andere Dienste unter die Klarnamenpflicht.
    Ich hab nichts dagegen, unter Klarnamen online zu sein.
    Ich bin aber auch kein Whistleblower oder arabischer Regimekritiker, der via TOR in einem anonymen Blog berichtet.
    Die Klarnamenpflicht von Google schließt alle zukünftig an G+-Accounts gekoppelten Dienste für diese Personengruppe aus. Und wir erinnern uns an die Angriffe auf Google-Accounts vor einigen Monaten: Die kamen aus China und galten den GMail-Postfächern von Regimekritikern, die noch pseudonym funktionieren.

    Zudem (was ich neulich geschrieben hatte) gilt die Realnamenpflicht offenkundig für Pornodarstellerinnen ja nicht (http://www.volkerkoenig.de/2011/10/07/googles-realnamen-satire/) – es geht also drum, Google so lange zu triezen und zu schütteln, bis sie den Hirnriss hinter ihrem Klarnamenwunsch und der eigenen Umsetzung erkennen.
    Denn: Google hat keinen wirtschaftlichen, juristischen oder politischen Vorteil durch die Realnamen – außer „unser Netz soll schöner werden“.

  6. +1, Volker (hach, wir sind ein Kreis von Schulterklopfern).

    Aber es geht hier wirklich um universelle Rechte von Netzbürgern.

    In fünf Jahren muss man darüber hoffentlich nicht mehr diskutieren.

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