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Nacht in Hamburg

23:55 – Der Zug fährt ohne mich ab. Der allerletzte Bummelzug um 0.35 ausgerechnet heute gar nicht. Logo. Mein Handy enthält um die 5 passende Nummern, aber niemand geht ran oder antwortet auf SMS. Ein Taxifahrer hätte für die Fahrt nach Lüneburg gerne 70 €. Ich fand das teuer, da fing der Türke an, nix teuer, dahinten mehr usw… – Die deutsche Taxifahrerin auf der anderen Seite wollte dann 100€. Ich fand, dass der Türke billiger sei, da meinte sie, das sei ja auch ein Türke… Ein Hotelzimmer am Bahnhof liegt in ähnlichen Preisklassen. Also ab ins Viertel, denn St. Georg wäre nicht St. Georg, wenn es nicht St. Georg wäre: gleich rechts hinter der letzten Nutte finde ich ein heruntergekommenes Haus mit speckigen Tapeten, wo ich in einer Dachkammer für 32 € ohne Frühstück nächtigen kann. Das Bett war immerhin sauber. Dass es ganz und gar nicht toll sein muss, nach so einer Nacht (und anstrengendem Seminar) nach Hause zu kommen, beweist mein verschollen geglaubter Mitbewohner, der sich offenbar eine Art Suppe aus angekeimten Käseresten gekocht hat, sodass die ganze Küche nach alten Socken und nassem Hund stank. Habe ihm derlei gerade für die Zukunft mittels PostIt an seiner Tür untersagt und esse mein Abendbrot neben dem Notebook.