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A hard day’s night

Passage, Leipzig

John, Paul, George und Ringo auf der Flucht vor dem schrecklichsten Grauen, das der Menschheit je begegnet ist: einem Pulk schreiender 60er-Jahre-Teenies mit feuchten Höschen.

„A hard day’s night“ zählt zu einer langen Reihe von Wiederaufführungen. Warum die gerade in Mode sind, weiß der Kuckuck, steckt doch angeblich Hollywood in einer Krise, gehen die Besucherzahlen gerade wieder zurück und vor allem: kamen doch noch nie so viel Filme Woche für Woche in die Kinos wie heute.

Sei’s drum, dieses im Grunde recht sinnfreie Filmchen zeigt die Beatles auf der Flucht vor ihren kreischenden Fans, dann wieder beim Rumblödeln in London. Damit wenigstens ein klein wenig Handlung vorhanden ist, müssen sie nebenbei noch auf Pauls Opa aufpassen. Also ein möglichst simpler Plot auf Bilderbuchniveau, damit auch noch das bescheidenste Gemütsseelchen in der Lage ist, dem Film zu folgen.

Völlig überraschend ist jedoch, dass das ganze funktioniert. Die manisch gute Laune, die die Musik der Beatles verbreitet, überträgt sich auf die Zuschauer. Erlaubt es ihnen, gelassen zu schmunzeln. Und dabei zu bemerken, dass der Film schlicht und ergreifend eine Menge wirklich gelungener Gags enthält, einige sehr spaßige Dialogsequenzen hat und für manche Lacher gut ist. Man könnte glatt meinen, Monty Python habe sich hier ein wenig abgeguckt. Im Ernst.

UK 1964, 87 min
mit John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr
Regie: Richard Lester