Schlagwort: Christoph Kappes


  • Icke inna brand eins

    tl;dr: In der neuen „brand eins“ ist ein Portrait über mich. Kauft das Heft mal, aber nicht wegen mir.

    brandeins

    Heute liegt die neue „brand eins“ in den Kiosken. Darin gibt es schöne Portraits über Christoph Kappes, Meike Lobo, Sylvia Oberstein, Patricia Cammarata und mich. Deswegen muss keiner das Heft groß kaufen – lest lieber die gleich die betreffenden Blogs! Die Portraits stehen unter der Überschrift „Bloggen weil man muss“ und sind Teil des Großthemas Privatsphäre. Den Anfang macht ein sehr guter Artikel über das Spannungsfeld zwischen Postprivacy und und dem Wunsch nach Privatsphäre. Es folgt die unvermeidliche Anleitung  für Aluhüte, sich im Netz zu schützen. Ich halte das in der Form für zu aufwändig und einen Kampf gegen Windmühlen, aber der eine oder andere Tipp ist sicher nützlich, schließlich denke ich, dass wir zwar anerkennen sollten, dass das Internet „open by design“ ist, was uns aber nicht daran hindern sollte, mit technischen Hilfsmitteln wie Verschlüsselung Refugien der Vertraulichkeit zu schaffen, wo wir sie benötigen.

    Wirklich gut ist auch der Artikel über Big Data, der das Narrativ vom bösen Algorithmus mal vom Kopf auf die Füße stellte und klarstellt, dass das statistische Bearbeiten riesiger Datenberge durch gr0ße Rechner vor allem dem (wissenschaftlichen) Erkenntnisgewinn dient. Hier hätte ich mir noch die Aussage gewünscht, dass die verwendeten Algorithmen meist nur statistische Wahrscheinlichkeiten und Korrelationen produzieren, die wir nicht mit Tatsachen verwechseln dürfen. Erst wenn man letzteres tut, landet man gedanklich beim dystopischen „Nr. 2“ à la Schirrmacher. Bedenklich auch immer wieder die Haltung, Daten ausschließlich als Gefahr (zum Beispiel fürs Verhältnis zum Arbeitgeber oder in Liebesbeziehungen) zu sehen. Dabei wäre es viel gesünder, wenn wir erkennen, dass wir alle mal auf einer Feier besoffen sind oder fremdgehen. Für viele Menschen eher kein Rezept für hier und heute, solange sie ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen unterworfensind, aber eine nachdenkenswerte Vision für die sehr viel mehr spricht, als der 1984- und volkszählungssozialisierte Mensch zunächst denken würde.

    Dennoch ist das ganze gar nicht mal so unausgewogen: Der laufende Diskurs, jedenfalls, wird im Heft schön zusammengefasst.

    Update: Das Bloggerportrait gibt es jetzt auch online.