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  • Bitcoin: Das kommt nach dem Crash

    Lange Zeit schien es nur nach oben zu gehen. Experten versprachen ewiges Wachstum. Leute, die sonst wenig bis nichts mit Finanzgeschäften zu tun haben, stiegen ein, weil die Zeitungen drüber berichteten. Manche nahmen gar Kredite auf, in der Hoffnung, dass die Kursgewinne höher als die Zinsen ausfallen würden. Eine Marktaufsicht existierte genauso wenig wie gesetzliche Regulierungen. Dann stagnierten vorübergehend die Kurse, der Markt wurde nervös und schließlich kam es zum Crash, der nicht nur viele Anleger ruinierte, sondern auch der Weltwirtschaft eine jahrelange Depression bescherte. Die Rede ist nicht vom Bitcoin sondern vom schwarzen Freitag 1929.

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  • Ein paar lose Gedanken zu Bitcoin

    Ein schriftliches Nachdenken ohne Anspruch auf Richtigkeit/Vollständigkeit

    Vorteile von Bitcoin:

    • Es ist ein libertäres Geld ohne Zentralbank, das rein Angebot und Nachfrage unterliegt. Das ist ein Vorteil, wenn man libertäres Geld, das ausschließlich Angebot und Nachfrage unterliegt, gut findet.
    • Ich kann jederzeit über meine Wallet Transaktionen tätigen und benötige dazu nur Internet.
    • Habe ich noch was übersehen?

    Nachteile:

    • Es taugt wegen der geringen Akzeptanz weiterhin nicht als Bargeldersatz.
    • Es taugt wegen der Kursschwankungen nicht als Währung sondern nur als Spekulationsobjekt, vergleiche Gold.
    • Es taugt nicht als Internet-Geld. Die Transaktionsgebühren übersteigen die Gebühren vieler anderer Zahlungsdienstleister. Außerdem sind Transaktionen sehr langsam.
    • Vermutung: Miner leben heute schon kaum noch davon, dass neue Bitcoin generiert werden, sondern von den Transaktionsgebühren. Da es immer schwieriger wird, neue Bitcoins zu generieren, werden diese Gebühren eher noch steigen, besonders solange die Kurse hoch bleiben und steigen.
    • Wenn ich meine Wallet schrotte/meinen Key verbasele, ist das Geld futsch. Ich kann zu keiner Stelle mit einem Ausweis gehen. Das ist zum Beispiel ein Problem für Erben.
    • Bitcoin kennt keine Zentralbank, dafür aber einige Groß-Miner, die einen großen Teil der Währung kontrollieren.
    • Angeblich werden derzeit 80-90% der Bitcoin gehortet. Horten tun Leute nur, solange sie sich Wertsteigerung versprechen. Bleibt sie aus oder droht Wertverlust, werden diese Leute ihre Bitcoins schnell verkaufen und einen Crash noch anheizen.
    • …außer denen, die aus ideologischen Gründen Bitcoin halten. Vermutung: Spätestens seit der Kursrallye von 2017 ist das nur eine Kleine Minderheit bzw. der Kurs wird eh nur von denen bestimmt, die ihre Bitcoin am Markt handeln.
    • Bitcoin „arbeitet“ nicht. Es handelt sich nicht um Anlagen wie Unternehmensbeteiligungen oder Aktien, an deren vermuteten zukünftigen Gewinn aus Arbeitsleistung ich durch meine Investition teilhaben kann.
    • Vermutung: Es finden kaum „reelle“ Transaktionen statt. Kaum jemand kauft Computer oder Burger gegen Bitcoin. Die meisten Transaktionen dienen dem Handel mit Bitcoin selbst. Das „Bitcoin-Ökosystem“ dient vor allem dem Zweck der Spekulation, auch wenn einige Idealisten etwas anderes in Bitcoin sehen.
    • Die Kursrallye von 2017 ist ein Lehrbuchbeispiel für eine Spekulationsblase, vgl niederländische Tulpenzwiebelmanie, Dotcom-Blase oder amerikanische Immobilienblase.
    • Derzeit werden bei einem Platzen der Blase nur diejenigen geschädigt, die aus idealistischen Gründen Bitcoin halten oder ansonsten ungenutztes Geld zum Spekulieren herumliegen hatten.
    • Der Derivate-Handel hat bereits eingesetzt. Erste Futures auf Kursentwicklungen werden angeboten. Erste „Finanzprodukte“ soll es institutionellen Anlegern erlauben, Geld in Bitcoin anzulegen. Nimmt diese Art der Anlage in Bitcoin Fahrt auf, wird die Entwicklung den Bitcoin-Kurs die nächsten Monate und Jahre nochmal weiter nach oben treiben.
    • Evtl heizt die eine oder andere Finanzkrise den Bitcoin ebenfalls weiter an, da die Betroffenen sich in die unregulierte Währung flüchten können.
    • Platzt die Blase dann erst, entstehen Schieflagen in den beteiligten Finanzhäusern, die Kettenreaktionen auslösen können. Dann ist nicht nur eine Bitcoin-Anlage toxisch, sondern auch Anteile z.B. einer Bank, die verbrannte Bitcoin-Derivate gehalten hat. Die Hebeleffekte sind aus der Finanzkrise des letzten Jahrzehnts bekannt. Erreicht Bitcoin weltweit das Volumen eines kleinen Staates oder des Immobilienmarktes einer mittelgroßen Volkswirtschaft, wäre die kritische Masse wohl erreicht, um im Falle eines Crashs erheblichen Schaden für die Weltwirtschaft anzurichten.
    • Bitcoin-Transaktionen sind derzeit eine Katasrtophe, wenn es um Energieverbrauch/CO2-Ausstoß geht. Mit Bitcoin handeln ist das SUV-Fahren der Finanzwelt.
    • Update: Potenzielle Programmierfehler und/oder mathematische Schwächen in der eingesetzten Verschlüsselung gefährden das gesamte System.
    • Update: Quantencomputer könnten die Krypto obsolet machen.
    • Update: Ein Crash könnte dem Ruf des Blockchain-Prinzips und der Idee des „distributed trust“ schaden.
    • Habe ich irgend etwas übersehen?

    Ärgenzungen, Fakten wo ich nur vermute und weitere Argumente in den Kommentaren würden mich sehr freuen.