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10 doch eher angelaufene goldene Twitterregeln

Update: OK, OK, mein Ironie-Dektektor war kaputt, alles Satire und ich knietief im Fettnäpfchen. Post löschen ist natürlich nicht…

Nico Lumma hat in seinem Blog 10 goldene Twitterregeln aufgestellt, die beim Lesen dann doch an einigen Stellen irritierten. Teilweise liegt es daran, dass Nico wohl den Einsatz von Twitter in der Unternehmenskommunikation (und zwar nach außen) meint, er redet ja auch von Kommunikationsmix. Trotzdem ist manches fraglich:

  • Twitter ist kein Chat. Das stimmt natürlich. Nervtötendes Hin- und Hergechatte gerade auch bei vierstelligen Followerzahlen ist eine Zumutung für die Leser. Trotzdem zu kurz gedacht, denn manchmal sind die Chats durchaus vergleichbar mit Micro-Podiumsdiskussionen. Manchmal besteht der Witz eines Tweets auch nicht in seiner Eigenständigkeit, sondern darin, dass er auf Dialogen aufbaut. Ein guter Twitter-Client zeigt Reply-Ketten an.
  • Die Wahl der Sprache: Ich hatte eine Zeitlang ein paar mehr US-Follower, als ich noch viel Katzencontent brachte. Ihnen zuliebe hatte ich teilweise auf Englisch getwittert. Mir ist aufgefallen, dass viele deutschsprachige Follower das eher irritierend fanden. Die Wahl der Sprache ist alleine meine Entscheidung. Ein einzelner ausländischer Follower, der sich in meinen Account verirrt hat, ist ganz sicherlich kein Grund, die Sprache umzustellen. Vielmehr sollte ich überlegen, ob ich auch ein internationales Publikum adressieren will und wenn ja, ob ich nicht mehrere Accounts in verschiedenen Sprachen verwende.
  • Die Relevanz der Followerzahlen ist schlicht keine. Es gibt genügend Spamfollower mit fünfstelligen Followerzahlen, die vollkommen irrelevant sind. Interessanter ist da schon das Verhältnis Follower zu Followees. Man darf nicht vergessen: Twitter ist klein, klein, klein. 2000, 5000 oder 10.0000 Follower, von denen die meisten nur einen Bruchteil meiner Tweets wahrnehmen, sind im Marketing-Mix eines Unternehmens eine verschwindend geringe Zahl. Twittern zielt nicht auf die Masse sondern auf Multiplikatoren. Qualität geht eindeutig vor Quantität.

Den übrigen Regeln stimme ich weitgehend zu, obwohl ich hier und da noch meine Anmerkungen zu machen hätte. Aber eine ganz fundamentale Kritik: Wofür will ich Twitter überhaupt einsetzen? Privat? Selbstmarketing? Unternehmens-PR? Dialogisch? Verlautbarungsmedium? Geschlossener kleiner Nutzerkreis (privat oder im Büro)? Jede dieser Gruppen wird Twitter vollkommen anders verwenden.

Wesentlich sinnvoller finde ich dann doch die altbekannten sieben goldenen Twitterregeln.