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Wir werden alle sterben

tl;dr: Wir sind sowieso am Arsch, da können wir auch den Mars besiedeln.

balkon

Die NASA erregt gerade Aufsehen mit einer Studie, wonach alle Parameter in Simulationen auf den Untergang der Menscheit hindeuten – vielleicht nicht als Spezies, zumidest aber in Form der jetzt bestehenden Hochkulturen. Das ganze ist natürlich auch Marketing für bemannte Raumfahrt, aber genau darum geht es. Natürlich kann mensch den ökologischen Ansatz fahren und versuchen, hier auf der Erde das Ruder herumzureißen. Um die Menschheit auf diesem Planeten zu retten, bedarf es einer Utopie. Moderne Utopien wie Kommunismus usw. haben immer den Nachteil, dass sich dafür der Mensch ändern müsste. Der weigert sich aber hartnäckig und dass sich das mal ändert, ist ähh…. utopisch. Ob die Rente sicher ist, ist da gerade ein vergleichsweise untergeordnetes Problem. Wir werden das also alles erleben: Ressourcenknappheit, Zusammenbrüche, Kriege… Die Frage ist bloß: Schon wir oder erst unsere Kinder, mit Glück Enkel? Wenn der globale Krieg um Ressourcen und Wasser erst einmal richtig in Schwung kommt, werden wir das Gegenteil von Verständigung erleben: Wohlstandsinseln dürften sich nur noch mit militärischer Gewalt gegen den Rest der Welt halten lassen. Es geht dann wieder gegen „die Anderen“™ und eine Renaissance faschistischer Einstellungen steht uns bevor, ganz einfach weil Fressen schon immer vor Moral kam. Eigentlich beobachten wir all das bereits heute. Allein die Existenz gewaltiger Atomwaffenarsenale sollte zum Nachdenken darüber führen, wie wahrscheinlich langfristig ihr Einsatz sein dürfte. Ich denke: ziemlich wahrscheinlich, auch und gerade ohne kalten Krieg.

Vielleicht klappt es ja – vielleicht findet sich ja der große Guru, der es schafft, eine Menschheit in eine milliardenstarke Hippie-Kommune zu verwandeln. Ich habe so meine Zweifel, weil wir den Kapitalismus überwinden müssten, ohne so recht zu wissen, durch was er zu ersetzen wäre. Wenn wir irgendwas von unserer Kultur hinüberretten wollen, brauchen wir also ein Backup. Vielleicht richten es ja die transhumanistischen Visionen und unsere Kultur lebt nach Eintreten der Singularität auf Servern weiter, während wir biologisch in Slums, Zoos oder gar nicht mehr existieren. Vielleicht wäre das sogar nicht die dümmste die Idee, die Macht auf unserem herabgewirtschafteten Planeten einer intelligenteren Spezies zu übergeben. Allein, die muss erstmal kommen. Interstellare Raumfahrt ist zwar außerhalb unserer Reichweite, aber das muss nicht so bleiben, schließlich erleben wir gerade einen technologischen Durchbruch nach dem anderen und ich habe schon länger das Gefühl, in einer Science-Fiction-Welt zu leben. Der Mars hingegen liegt in Reichweite. Ob eine kleine Mars-Kolonie überlebensfähig sein kann, ist natürlich fraglich, da nicht nur allerlei technologische Probleme zu lösen wären sondern wir in einer solchen Kolonie auch wieder nur Menschen wären, der ganze Spaß also von vorne begönne. Es ist aber geradezu absurd, es nicht wenigstens zu versuchen.

Es sei denn, wir betrachten unser Überleben als nicht wünschenswert und die Infektion des Planeten mit Homo Sapiens als Krankheit. Ich gehe dann mal neue Blumen auf dem Balkon anpflanzen. Das Wetter ist heute so schön.

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Mein Vortrag auf der Open Mind 13: „Cyborg Politics“

Ich habe auf der Open Mind in Kassel einen Vortrag zum Thema „Cyborg Politics“ gehalten. Die Einführung „The Step into Cyborgism“ habe ich stark abgekürzt und bin vor allem auf die gesellschaftlichen und politischen Fragen eingegangen, die der Cyborgism aufwirft. Es sind Fragen, die sich angesichts von Cochlea-Implantat und Google Glass schon heute stellen.

Alles in allem war die Open Mind eine der besten Konferenzen, an denen ich die letzte Zeit teilgenommen habe. Am besten gefallen haben mir die beiden Vorträge „Deutschland – Ein ?[Bb]ildungsland“ von Juliana Goschler (die der Frage nachgeht, warum eigentlich Bildungspolitik in Deutschland so verkorkst ist) und „Wir haben nur eine Erde“ von Drahflow, der sich angesichts unserer ökologischen Probleme für die Wiederaufnahme der bemannten Raumfahrt und die Schaffung von Kolonien im Weltraum ausspricht. Das ist natürlich eine unvollständige Empfehlung: Ich hatte noch keine Zeit, mir die verpassten Vorträge auf Youtube anzusehen.

Update: Zwei weitere Vorträge: Anatol Stefanowitsch erklärt in „Macht, Meme und Metaphern“, wie Sprache das Denken beeinflusst. Die Faserpiratin stellte Äußerungen von Frauenfeinden, Antifeministen und Maskulisten unter dem Titel „Ihr gehoert nur mal ordentlich durchgevoegelt“ vor. Dieser Vortrag wurde bis auf weiteres von genannten Frauenfeinden, Antifeministen und Maskulisten aus dem offiziellen Piratenstreaming entfernt.