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Total überbewertet. Und unterbewertet.

catsmas

Weihnachten ist total überbewertet! Ein Fest des Konsumrausches, an dem wir dem Kapitalismus frönen und Geschenke verteilen, die keiner will. Für ein paar Tage verreisen und mit Menschen zusammenhocken, die Kommunikation zum Minenfeld machen. Bei denen eins doofe Lieder hören muss und der Haussegen schief hängt, wenn der Baum schief steht. Überbewertet von denjenigen, die auf Twitter klagen, wie man nur an „Heilig Abend“ in den Club gehen könne oder überhaupt an Weihnachten.

Und Weihnachten ist total unterbewertet. Von denen, die auf Anti-Weihnachtsparties gehen und jedem, der nicht bei Drei auf dem Weihnachtsbaum ist, erzählen, wie sehr sie Weihnachten verachten und all die dumme Schafe, die noch so blöd sind und den ganzen Stress mitmachen.

Weihnachten ist total über- und unterbewertet von denen, die finden, dass „Die Hard“ ein oder kein Weihnachtsfilm sei. Oder wie man überhaupt Filme an Weihnachten gucken könne. Oder wenn, dann „Der kleine Lord“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Peter’s Friends“, „Bad Santa“ oder „A Christmas Carol“. Weihnachten ist völlig über- und unterbewertet von denjenigen, die sich öffentlich darüber aufregen, dass Menschen an Weihnachten in die Kirche gehen, oder nicht in die Kirche gehen oder nur an Weihnachten in die Kirche gehen aber sonst das ganze Jahr nicht.

Egal auf welcher Seite ihr steht: Woher kommt eure Wut? Ist es der Stress? Ist es die Unsicherheit, nicht eindeutig vorgelebt zu bekommen, was richtig und was falsch ist? Ob ihr völlig untervögelt seid oder einfach nur an der Schlechtigkeit der Welt leidet, es interessiert uns heute mal nicht. Haltet einfach mal drei Tage den Rand und hört auf, anderen Leute zu belehren, wie Weihnachten zu verbringen sei und was alles geht und was gar nicht. Genießt, dass die halbe Welt mal für eine runde Woche Pause macht und ihr das auch dürft. Arbeitet doch einfach trotzdem oder geht in den Club, wenn euch sonst die Decke auf den Kopf fällt, überfresst euch und lasst die Seele baumeln. Seid alleine oder feiert in der Familie.

Wenn Menschen, die ihr lieb habt, gerne Weihnachten feiern, warum freut ihr euch nicht einfach, wenn sie sich freuen, springt über euren Schatten und feiert mit ihnen? Wenn Menschen, die ihr lieb habt, gestresst sind, ein paar ruhige Tage brauchen und euch lieber ein paar Wochen später besuchen möchten, warum gönnt ihr ihnen nicht einfach ein wenig Erholung ohne Reisestress? Und wie könnt ihr denken, dass ihr Menschen lieb habt so wie sie sind, wenn ihr ihnen ausgerechnet zum „Fest der Liebe“ eure Welt- und Weihnnachtssicht aufnötigt?

Weihnachten ist nicht überbewertet. Und auch nicht unterbewertet. Sondern einfach nur zu bewertet. In diesem Sinne: Schöne Feiertage, wie immer ihr sie auch verbringt, und kommt gut ins Neue Jahr!

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Prost Weihnacht

Foto: Bosch

Der hat mich gerade im St. Oberholz dabei fotografiert, wie ich meine Unweihnacht nicht feiere. Gottseidank hat er mich zuvor auf den Schnodder auf meinem Pullover aufmerksam gemacht, sodass ich selbigen noch entfernen konnte. An solchen Kleinigkeiten erkennt man den vollendeten Hanseaten.

Später am selben Tag: Bäume werden angebetet, Geschenke aufgerissen, St. Oberholz hat zu und ich sitze bei Latte (schwör!) im Haus am See. Zuhause habe ich nämlich nur GPRS, dann lieber Unweihnacht unter Hipstern und ein wenig bloggen und im Reader stöbern.

Ach und noch: All meinen Freunden, Lesern und Lieben – prost Weihnachten und ein frohes neues Jahr!