Im Podcast des deutschen Stifterverbandes

Vor einiger Zeit habe ich mit Corina Niebuhr vom Stifterverband ein langes Gespräch über Gerhörlosigkeit, das Cochlea-Implantat, Cyborgs und das Verhältnis von Natur und Technik geführt. Aus diesem ganz großen Bogen hat sie ein wunderbar kompaktes Portrait zusammengestellt und im „Durchfechter“-Podcast veröffentlicht – eine schöne Zusammenfassung über die Grundlagen und Perspektiven meiner Arbeit.

Gehörlos durch Masern

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Zu meiner Geschichte gehört natürlich auch die Frage, wie es eigentlich kam, dass ich mein Gehör verloren habe. Ursache waren nach allem, was sich nach zahllosen Untersuchungen der letzten Jahrzehnte sagen lässt, die Masern bzw. eine Infektion als Spätfolge. Nachdem ein Tweet dazu die Runde machte, habe ich Spiegel Online und Radio Eins kurze Interviews dazu gegeben. Im Moment finde ich keine Zeit, da ausführlicher drüber zu bloggen. Man* kann sich vorstellen, dass ich Impfgegner besonders gerne habe, weshalb ich über das ganze Thema Masern, Impfung, Impfgegner, ihre Szene und die Mails, die man von denen bekommt, wenn man* sich als Betroffener in die Öffentlichkeit stellt, einen Artikel für die Jungle World geschrieben habe.

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Warum eigentlich…

…blogge ich nie über meine Schwerhörigkeit? Viele, die mich kennen, wissen Bescheid und auf meiner geschäftlichen Homepage mache ich auch keinen Hehl daraus: Als Teenie habe ich schleichend über mehrere Jahre mein Gehör fast gänzlich verloren. Ich bin in der glücklichen Situation, als Kind noch normal Hören und Sprechen gelernt zu haben. Mit Hörgeräten komme ich so gut zurecht, dass viele Leute gar nicht bemerken, dass ich schlecht höre oder nicht verstehen, wie wenig ich eigentlich verstehe. Das führt dazu, dass die Erwartungshaltung mir gegenüber oft eine falsche ist. Wie begreiflich machen, welchen Stress z.B. ein einfaches Telefonat verursacht?

Ich hatte immer nur wenig gehörlose Menschen um mich. Kann bis heute keine Gebärdensprache. Bin so dermaßen an meinen Zustand gewöhnt, dass das Handicap einfach kein Teil meiner Selbstwahrnehmung ist. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich bisher nicht darüber gebloggt habe. Vielleicht aber auch meine Sorge, auf dieses Thema reduziert zu werden.

Ich erfahre aber zunehmendes Interesse da draußen. Deshalb führe ich heute die Rubrik „Krachstille“ ein. Ich gebe ja zu: Mein Blog ist momentan zu einer Politik-Ecke verkommen. Das gefällt mir selber nicht, liegt aber an der Zeit. Ich weiß noch nicht, wann ich daran gehen werde, die neue Rubrik weiter zu befüllen oder auch sonst mehr wie früher zu bloggen. Einstweilen möchte ich dem geneigten Leser die beiden vorzüglichen Blogs „die welt mit den augen sehen“ und „Not quite like Beethoven“ ans Herz legen.