Disney’s Dinosaurier

Alte Brennerei, Lüchow

Die erste Viertelstunde ist majestätisch wie wenig, was die letzte Zeit zu sehen war: Wir verfolgen ein verloren gegangenes Dino-Ei, das durch die Landschaft rollt, fällt und getragen wird. Dabei begegnen wir Tieren, wie sie seit 60 Millionen Jahren nicht mehr auf der Erde zu sehen waren: Dinosauriern, wunderschön und extrem realistisch animiert, in idyllischen Urzeitlandschaften. Was der „stern“ schreibt, ist wahr: Diese Eröffnungssequenz ist bereits die Eintrittskarte wert.

Der Rest weniger: Das Ei wird gefunden und ein Dino wird – wie Mogli im Dschungelbuch unter den Wölfen – auf einer abgelegenen Insel von kleinen Affen großgezogen. Die Tiere sprechen. Und das vermasselt vermutlich den meisten doch den Spaß am Film, weil man trotz aller Fotorealistik nichts anderes sieht, als einen Disney-Trickfilm mit einem ziemlich einfallslosem Plott, einem der schlechtesten seit Jahren.

Trotzdem: Technisch ein absoluter Augenschmaus, vor allem auch der Einschlag eines Asteroiden, der dann wohl das Ende der Dinosaurier einläuten soll — alles perfekt bis ins letzte Detail. Sicher gibt es Szenen, die noch reichlich künstlich wirken, vor allem mit Augen scheinen die Animationskünstler noch so ihre Schwierigkeiten zu haben, aber seit „Mäusejagd“, „Djumanji“ oder durchaus auch „Star Wars Ep 1“ hat sich wieder eine Menge getan.

„Dinosaurier“ ist ein Familienfilm „von 6 bis 60“ und alle, die die neusten Computer-Animationen bestaunen wollen, gehen sowieso rein: Der Rest sollte sich überlegen, ob er „Mulan“ oder „König der Löwen“ sehen wollte, und wenn ja: auch reingehen.

P.S.: Für alle, die es so geliebt haben wie ich: Am 14. 12. startet in Deutschland mal wieder das „Dschungelbuch„!

USA 2000, 82 min
Regie: Ralph Zondag, Eric Leighton

Verqueres Denken Folge 27b

Eine Leseratte bin ich (fast), so lange wie ich denken kann. Und als Kind habe ich mir natürlich so meine Gedanken gemacht. Zum Bleistift, dass es eigentlich gar nicht so schwer sein kann, sich all diese Geschichten auszudenken. Ich dachte immer, die eigentliche Kunst der Schriftsteller wäre es, ihre Geschichten so zu schreiben, dass alle Zeilen gleich lang sind und hübsch untereinander stehen.