Zentralverriegelt

Mein Auto ist bis oben hin voll mit Reisetasche, Schlafsack, Türschlosseinteiser, 200 CDs, Weihnachtsgeschenken, Klopapier, Alkoholika und Lesestoff – also meiner kompletten Reise- und Partyausrüstung. Und nun stehe ich davor und kann nicht rein. Zentralverriegelung kaputt. Frostschaden. Zum Glück ist mein Handy nicht drin. Rufe Notdienst an. Kriegt mein Auto auch auf, aber jetzt lässt es sich nicht mehr abschließen. Bzw. lässt es sich schon von innen über die Stifte. Aber dann muss ich zum Aufschließen jedesmal durch den Kofferraum reinkriechen. Meine Vermieterin leiht mir eine Lenkradkralle. Irgendwie finde ich doch noch zur Raubkammer, wo wir uns schonmal geistvoll auf Weihnachten einstimmen.

Der Herr der Ringe – Die Gefährten

19. Dez 2001, Kinopolis, Hamburg

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfalln, neun,
Einer dem dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Morder, wo die Schatten drohn.
Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Ein Gedicht, das den Fans leichte Schauer über den Rücken jagt. Es wird im Film zitiert: der Zauberer Gandalf sagt es auf, als er Frodo, dem Hobbit, erklärt, was es mit „Onkel Bilbos Ring“ auf sich hat. Und Frodo, der im blühenden, idyllischen Auenland lebt, wird selbst am Ende des ersten Teils den ganzen Schrecken, der von dem Ring ausgeht, nicht begreifen können. Könnte er es, würde er wohl nie auf seine Fahrt gehen. Seine Aufgabe ist es, den Ring quasi vor der Haustür des dunklen Herrschers zu vernichten. Unterstützt wird er von einer Gruppe aus Hobbits, Menschen, Elben und Zwergen…

Gähn? „Der Herr der Ringe“ ist eine klassische Fantasy-Geschichte. Falsch: Es ist die klassische Fantasy-Geschichte. 1954 erschien das dreibändige Werk, das Tolkien als Spielerei begann – das Hobby des Philologen war es, sich Sprachen auszudenken. Schnell wurde daraus eine Mythologie und schließlich eine Welt, (Mittelerde) und eine Geschichte. Kein Fantasy-Roman, kein Rollenspiel kommt um Elemente aus Tolkiens Büchern herum.

Nun, hier soll es um einen Film gehen, nicht um ein Buch. Ich habe keine Vorstellung, wie jemand reagiert, der es nie gelesen hat. So ein Zuschauer wird vielleicht Kitsch und Klischees sehen, er wird sich vielleicht auch einfach an den tollen Bildern berauschen. Tatsache ist: Er wird die tieferen Zusammenhänge nur ansatzweise begreifen. Hier ähnelt die Verfilmung stark dem „Namen der Rose“.

Und wie bei „Der Name der Rose“ macht es einfach nichts. Denn heraus kommt immer noch ein packendes, unterhaltsames, gruseliges Fantasy-Abenteuer, das das gesamte Genre neu definiert. Peter Jackson hat es verstanden, was er nicht erzählen kann, in die Bilder fließen zu lassen. Und das ist im dermaßen gut gelungen, dass dem Zuschauer oft schlicht die Luft weg bleibt bei dem gebotenen Spektakel. Anders gesagt: Angesichts von „Die Gefährten“ hätte sich George Lucas seine „Episode 1“ vom Krieg der Sterne und dem, was da noch folgen soll, sparen können. Absolut.

Warum ist „Die Gefährten“ ein nahezu perfekter Film? Beginnen wir bei der Regie und der Kamera. Handwerklich vom feinsten trifft Peter Jackson stilsicher und genau das richtige Bild. Seine Erfahrung als Independent- und Horrorfilmer war sicher hilfreich, den Schrecken des Ringes, die Ringgeister und die Ork-Horden ins Bild zu setzen. Tatsächlich ist der Film über weite Strecken wesentlich gruseliger als die meisten akutellen Horrorfilme. Nicht nur gruseliger, auch grausamer. Teilweise wird in Braveheart-Manier gemetzelt, was die Klinge hergibt. Und all das wird durchaus in Tolkiens Sinne gewesen sein, denn auch die Buchvorlage spart nicht mit drastischen Szenen. Eines kann man Jackson nicht vorwerfen: Dass er irgendwas verbogen hätte. Wenn er Lacher einbaut oder verschiedene Identifikationsfiguren im Plott hat, dann nicht, um sich am Schema F entlangzuhangeln, sondern weil es die Vorlage so will.

Auch das Casting ist nahezu perfekt. Eliah Wood gibt überzeugend den verängstigten, introvertierten und gemütlichen Hobbit Frodo. Ian MacKellen ist Gandalf, wie er wirklich im Buche steht. Und Christopher Lee schafft es tatsächlich, Saruman zu sein, ohne dass wir auch ein einziges mal versucht sind, an Dracula zu denken. Mein Favorit für den Oskar in der besten Nebenrolle ist aber auf jeden Fall die schon dämonisch gut spielende Cate Blanchett als Elbenfürstin Galadriel.

Muss ich noch erwähnen, dass die Spezialeffekte einfach nur genial sind? Dass die Orks in ihrem Aussehen die schlimmsten Erwartungen noch übertreffen? Dass Gollum phantastisch ins Bild gesetzt ist? Dass hier Szenerien, Bauwerke und Landschaften auf die Leinwand gezaubert werden, gegen die das einst viel bestaunte antike Rom in „Gladiator“ wirkt, wie eine Pixelgrafik aus einem C64?

Natürlich gibt es ihn, den „Enttäuschungsfaktor“. Bei der Verfilmung eines Buches, das etwa 100 Millionen mal verkauft wurde und nach Umfragen das meistgelesene Buch des 20. Jahrhundert ist, kann man es einfach nicht jedem recht machen. Viele subtile Beiläufigkeiten oder Höhepunkte, zum Teil ganze Handlungsstränge, finden wir im Film nicht wieder. Dem Fan mag es einen Stich geben, besonders, wenn man das Buch wie ich 14 mal gelesen hat. – Trotzdem, der Fan schweigt und genießt. Und fragt sich, wenn schon der erste Teil, der eigentlich wenig „Action“ hat, derart opulent, monumental und brutal ausfällt – was dann wohl erst Teil 2 und 3 bringen mögen, in denen die großen Kriege und Schlachten geschildert werden.

USA/Neuseeland 2001, 165 min
mit Eliah Wood, Ian McKellen, Cate Blanchett, Christopher Lee
Regie: Peter Jackson

Weihnachten

In den Kaufhäusern herscht wieder diese schwül-suizidale Weihnachtsstimmung. Jingle-Bells mit per Backwards-Dubbing hinterlegtem Kill yourself. Wenigstens springt Harry Potter mich nicht mehr von jeder Littfass-Säule an sondern die Herren der Ringe, auf die ich mich natürlich ganz besonders freue. Bei der Bank habe ich mir heute €10,53 gekauft. Werde das Geld gleich am 1. Januar ausgeben, bevor die Hyperinflation einsetzt. Noch nie war Weihnachten so monetär. Werde meine Bank fragen, ob die mein Konto statt in Euro auch in Schweizer Franken umstellen können.

Wendland-Weekend

Zunächst war ich mit Bernds bemerkenswertem Telefon beschäftigt, dessen Konfiguration komplexer ist als die eines Linux-Kernels. Es folgten ein Aldi-Notebook mit Windows XP und ein digitaler Camcorder und die bittere Erkenntnis, dass sich beide nicht irgendwie zusammenstecken lassen. Entschädigt wurde ich durch Reihe von Rosenstraßen-Cappuchinos und Reginas fantastische Schwarzwurzeln mit grandioser heller Soße, mehligen Kartoffeln und leckerem Geflügel, die dafür sorgten dafür, dass sich meine Papillen weiteten. Oder wie heißen diese Dinger auf der Zunge nochmal? Wegen des leckeren Essens und der Anwesenheit meines orienttepicheverkaufenden Lieblingsexnachbars kam ich dann zu spät zu Harry Potter und musste mich mit einem Klappstuhl begnügen, obwohl ich eigens gestern bei Tom angerufen und eine Karte reserviert hatte. Harry Potter war übrigens ein netter Kinderfilm – aber mehr auch nicht. Danach gings (was sonst!) ins Luci, wo es wieder richtig gut wurde, als die meisten weg waren und Metal in die CD-Player kam. Mone erzählte mir, dass es in der unmittelbaren Nähe eines Castor-Behälters eine spürbare Hitze gebe. Verkniff mir die Bermerkung, dass ich – wenn dem so ist – so ein Ding derzeit ganz gerne unter meinem Bett hätte.

Schaumstoff ist scheiße

Finsterer Novemberabend. Mit etwas Fantasie kann sich jeder ausmalen, wie das sich das anfühlt, in einen auf dem Bürgersteig herumliegenden Schaumstoffquader zu treten, den man vorher nicht sieht. Das ist mir gestern passiert. Der Schreck war wie üblich, aber ich fühle mich um das verlegene und auffällig unauffällige Schuhabstreifen betrogen. Politische Forderung für den Fall eines eventuellen Parteiengagements vormerken: Schaumstoffteile sollen ab sofort gesellschaftlich und rechtlich mit Hundekot gleichgesetzt und entsprechend verfolgt werden. Aber vielleicht regelt das ja schon der Schill.

Last days of Lucifer

Gott ist tot. Lucifer bald auch. Jedenfalls die gleichnamige wendländische Discothek. Schade, extrem schade. Westlich des Ural gab es kaum einen Ort, wo man nach jahrelangem Rock-Disco-Sterben noch so gut abhotten konnte. Seis drum: Die Bikerparty dieses Wochenende war der Hammer. Und ich fühle mich heute wie zwischen selbigem und Amboss. Nur gut, dass ich wegen der 110 km Heimfahrt auf Alk verzichtet habe. An alle Techno-Hasser, die es nicht weit ins Wendland haben: Fahrt hin, solange es noch geht! DanFun hat dann noch ein Persönchen abgeschleppt, aber soweit ich in Erfahrung bringen konnte, weder kleine Inder noch CDU-Mitglieder gezeugt.

Die Börse: ein Reich der Phantasie

Vor noch einem Jahr erzielten bestimmte Aktien groteske Phantasiewerte. Heute fallen auch andere Aktien in ebenso groteske und phantastische Untiefen. Meine aufrichtige Hochachtung gilt aber den Börsenjournalisten, die die seit Wochen und Monaten immer gleichen Schreckensmeldungen in immer neue Worthülsen fassen müssen.

SPIEGEL-ONLINE:

  • 19.9. Märkte brechen ein – Deutsche Bank stürzt
  • 18.9. Kreditwürdigkeit hat gelitten
  • 17.9. Dow Jones – schwerster Punktverlust in der Geschichte
  • 14.9. Dax verliert kräftig
  • 13.9. Terroranschlag lähmt Weltkonjunktur
  • 12.9. Die Unsicherheit bleibt
  • 11.9. DAX verliert über 9 Prozent
  • 10.9. Börsenschluss: Die Angst regiert
  • 07.9. Nackenschlag aus New York
  • 06.9. Normalität heißt abwärts
  • 05.9. Nemax 50 auf Allzeittief
  • 04.9. Der kurze Frühling der Hightech-Titel
  • 03.9. DAX auf Jahrestief
  • 01.9. Von wegen großer Bruder
  • 31.8. Depression zum Wochenschluss
  • 30.8. Neuer Markt im freien Fall
  • 29.8. Comeback des Sparbuchs
  • 28.8. US-Verbraucher schicken Börse auf Talfahrt
  • 27.8. Schwache Wall Street drückt auf die Kurse
  • 24.8. Die Vorgaben der Wall Street für den Freitag sind wenig erfreulich.
  • 23.8. Breitband wird kein Geschäft
  • 22.8. Börsenflaute: Teure Lektion für Kleinanleger
  • 21.8. T-Aktie reißt DAX ins Minus
  • 20.8. Aktien: Russisches Roulette

Jeden Tag neue Kleider für den Kaiser – eine bemerkenswerte Leistung. Die Redakteure des SPIEGEL sind aber nicht die einzigen. Auch einige andere beweisen eine beachtliche Kreativität:

  • 17.9. Bundeskanzler Schröder warnt vor zu viel Pessimismus.
  • 06.9. Finanzminister Hans Eichel hatte seine Wachstumserwartungen für 2001 Anfang August nach unten korrigiert. Sie liegen aber noch weit über denen des IWF.
  • 04.9. Werner Müller: Drei Prozent Wachstum im nächsten Jahr

In diesem Sinne…

Das Versprechen

17. Okt 2001, Kinopolis, Hamburg

Wenn kleine Kinder misshandelt und verstümmelt in der Landschaft gefunden werden, sorgt das für Schlagzeilen, Verstörung, Wut in der Bevölkerung und hektische Stunden im Polizeirevier. Speziell Polizisten sollten jedoch auf sich acht geben, denn die Jagd nach dem unbekannten, phantomhaften Täter selbst kann auch zu einer zerstörerischen Obsession werden.

„Das Versprechen“ erzählt die Geschichte des alten Mannes bei der Polizei, der seinen letzten Fall löst, obwohl er eigentlich schon pensioniert worden ist. Was für sich genommen schon ein unerträgliches Klischee wäre, ist hier Kern der Handlung – manche Menschen verlieren mit ihrer Aufgabe auch jeden Sinn in ihrem Leben. Basierend auf Friedrich Dürrenmatts Roman „Es geschah am hellichten Tag“, der bereits vor Jahrzehnten mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe verfilmt worden war, sehen wir diesen Niedergang, die allmähliche, komplette Auflösung all dessen, was das Leben lebenswert macht.

Um nicht am Ende zu sein, wird es für Jerry zur totalen Obsession, einen Kindsmörder zu finden und verfolgt zäh und in verbissener Arbeit die geringsten Spuren. Nur oberflächlich scheint er Gedult zu haben, wir sehen ihn als unrasierten Kettenraucher in seiner Tankstelle auf den Mörder wartend, von dem er nur ein ungefähres Bild hat. Nur sehr, sehr langsam ergeben sich neue Fakten. Sehr allmählich gewinnt Jerry das Vertrauen einer Nachbarin, bis er sie schließlich mitsamt Tochter bei sich einziehen lässt.

Wer die Romanvorlage kennt, weiß, dass Jerry das Kind zwar lieben lernt, es vor allem aber als Lockvogel braucht. Moralische Werte verschieben sich, werden gleichgültig bei dieser Jagd auf einen Mörder, der nie greifbar ist. Ein schöner Kunstgriff des Filmes ist, ihn in keiner Einstellung wirklich zu zeigen. Trotz der gelegentlichen drastischen Szenen geht es eigentlich nie um die Jagd an sich, sondern vor allem immer um Jerrys immer grimmiger werdende Obsession, seine Verlorenheit, sein Unvermögen, ein normales Leben zu führen.

Zwischen den oft sehr kurzen Dialogsequenzen setzt Regisseur Jean Penn lange, meditative Natureinstellungen, lässt viel, sehr viel Zeit vergehen, Jahreszeiten verstreichen. Kann man deutlicher darstellen, wie quälend das Warten sein kann, als den Zuschauer selber auf dem Kinosessel zu quälen und den Film in die länge zu ziehen (und zwar ohne eine einzige überflüssige Szene zu zeigen)? – Man kann eigentlich nicht, und neben Jack Nicholsons grandiosem Spiel, neben den Naturaufnahmen zwischen Idylle und Verlorenheit, neben dem zwar vordergründigen aber dennoch sehr intelligenten Plott ist es vor allem diese Langgezogenheit, die allmählig zur Qual wird und den Zuschauer am Ende genauso alleine lässt wie Jerry, der merken muss, dass all sein Tun zweifelhaft, seine Obsession vergeblich war.

„Das Versprechen“ könnte viele Zuschauer maßlos langweilen, ja verärgern. Der Film ist keine flotte, vordergründige Unterhaltung, zeigt aber, dass es manchmal nötig sein kann, den Zuschauer ebenso zu quälen wie die Hauptfigur. Das Thema von Dürrenmatts „Es geschah am hellichten Tag“ setzt er jedenfalls grandios und zwingend um wie selten eine Literaturverfilmung.

USA 2001, 124 min
mit Jack Nicholson, Mickey Rourke, Patricia Clarkson
Regie: Sean Penn

Aktenzeichen XY abgekanzelt

Mit dem doch recht enttäuschenden Ergebnis des Schlichtungstermins kann ich vor allem nur deshalb leben, weil ich sowieso fahren musste, um meine alte Wohnung weiter auszuräumen. Habe aber weder Zeit noch Geld noch Lust und auch keine Nerven, einen Prozess vor dem Arbeitsgericht Zwickau von Hamburg aus zu führen.

The Gift

10. Okt 2001, Kinopolis, Hamburg

Wenn frau als Hellseherin ihren Lebensunterhalt verdient, stellen sich fast automatisch drei Probleme ein: erstens schlechte Träume und gruselige Momente erleben, zweitens Nachbarn haben, die einen nicht mögen, und drittens Hauptfigur in einem zweitklassigen Horrorthriller sein.

So widerfährt es jedenfalls einer alleinerziehenden Mutter. Inmitten einer wie gehabt bedrohlich-schwülen Südstaatenatmosphären hat sie alptraumhafte Visionen bezüglich des Verbleibs einer jungen Dame. Selbstverständlich wird die Junge Dame aus dem See gefischt, selbstverständlich wird jemand vor Gericht gestellt und selbstverständlich deuten weitere Visionen darauf hin, dass nicht unbedingt der richtige angeklagt worden ist.

Wohltuend zurückhaltend und dennoch atmosphärisch stimmig setzt „The Gift“ seine Stilmittel ein, lässt Geister erscheinen oder das Wetter mal wieder unmissverständlich klarmachen, dass der Abend recht dramatisch wird. Angenehm ist das Fehlen sich bewegender Fotographien in verwunschenen Häusern, und ein Gehirntumore diagnostizierender Psychiater ist ebenfalls nirgends auszumachen.

Auch nennen muss man die recht gute Darstellertruppe: Kate Blanchett als zerbrechlich-starke Frau im emotionalen Wechselbad, Keanu Reeves wie immer etwas fade agierend aber dennoch mal nett gegen seinen Typ (hier als Hinterwald-Brutalo) besetzt, Kathie Holmes als brünettes Gift und hübsch anzuschauende Leiche.

Hätte also ein guter Film werden können. Hätte, könnte, würde – ist aber nicht! Lebensumfeld und die gängigen Kleinstadt-Typen kommen daher wie aus dem Bilderbuch ausgesucht. Brauchen wir nicht einen netten Lehrer? Dazu ne fiese Schlange? Wie wärs noch mit einem schüchternen, aber gutherzigen Psychowrack? Außerdem eine Frau, die von ihrem Mann verprügelt wird und einen zynischen Polizisten? Für den Anspruchsvollen vielleicht noch einen korrupten Staatsanwalt dazu? Könnt ihr alles haben, und auch noch alle hübsch gespielt – und in jeder Hinsicht zuviel des Guten.

Was jedoch fehlt: Spannung (abgesehen von einigen lichten Momenten), eine interessante Handlung, echten Grusel, ganz sicher ein Showdown und auf jeden Fall Humor und interessante Dialoge. Was bleibt ist ein typischer, mittelmäßiger Mystery-Thriller mit erheblichen Längen, der versucht, mal nicht reißerisch sondern menschlich daherzukommen, damit aber nur langweilen kann.