Enno Park: Die Mensch-Maschine

brand eins: Herr Park, Ihr Körper ist technisch verbessert, Sie bezeichnen sich als Cyborg. Welche Versionsnummer tragen Sie?

Enno Park: Ich würde sagen Enno 1.01.

Interview weiterleisen in der „brand eins“ 01/2016

Portrait über mich und den Cyborgs e.V. bei 3sat nano

nano

Die letzen Wochen hatte mich ein Team von 3sat „nano“ bei einigen Terminen begleitet. Das Ergebnis ist der erste Teil einer übrigens sehr spannenden Reihe innerhalb von „nano“ namens „Prototypen“ über Menschen mit nicht ganz alltäglichen Visionen. Diese Folge ist ein Protrait über mich und den Cyborgs e.V., das ich doch für recht gelungen halte. Man merkt, dass sich die Autorin Anna Pflüger viel Zeit genommen hat, das Thema gründlich zu beleuchten. Natürlich lässt sich die ganze Thematik kaum in 6 Minuten abhandeln: Wie gehen wir mit unserem Körper um? Wo stecken die Chancen aber auch Gefahren? Welches Natur- und Menschenbild haben wir? Wie stehen wir zum Transhumanismus? Welche Visionen sind realistisch und welche allzu phantasievoll? Wer jetzt neugierig geworden ist auf den Cyborgs e.V. – bitte hier entlang!

Planet Wissen: Der optimierte Mensch

Science-Fiction-Fans kennen den Begriff „Cyborgs“ schon länger. Mischwesen aus Mensch und Maschine sind damit gemeint und die ersten leben schon unter uns. Einer von ihnen ist Enno Park, der nur mithilfe eines elektronischen Implantats hören kann. Florian Schumacher trägt die Mikroelektronik noch außerhalb seines Körpers. Mit einem digitalen Schrittzähler, Pulsmesser und Fitness-Sensoren sammelt er Daten über sich und gehört damit zur weltweiten Szene der Selbstoptimierer. Welche Folgen dies hat, wie zuverlässig die Werte sind und wie es um den Datenschutz steht, beschäftigt die Medizinerin und Ingenieurin Dr. Sylvia Thun.

Ansehen beim Südwestdeutschen Rundfunk

Radiotalk bei 1live

1live

Mit der Überschrift „Übermenschlich“ bin ich gar nicht glücklich. Allerdings wird während der Sendung hoffentlich ein wenig deutlich, dass ich mich ganz und gar nicht als Übermensch sehe: Ich unterhalte mich etwas mehr als eine halbe Stunde mit Christiane Falk von 1live über das Nicht-mehr- und Wieder-Hören-Können, Implantate und warum ich glaube, dass wir bereits in einer Cyborg-Gesellschaft leben, ohne das so recht zu merken. Und wer sich dafür interessiert, was sonst so über den Cyborgs e.V. in den Medien steht, schaut mal hier.

Icke inna brand eins

tl;dr: In der neuen „brand eins“ ist ein Portrait über mich. Kauft das Heft mal, aber nicht wegen mir.

brandeins

Heute liegt die neue „brand eins“ in den Kiosken. Darin gibt es schöne Portraits über Christoph Kappes, Meike Lobo, Sylvia Oberstein, Patricia Cammarata und mich. Deswegen muss keiner das Heft groß kaufen – lest lieber die gleich die betreffenden Blogs! Die Portraits stehen unter der Überschrift „Bloggen weil man muss“ und sind Teil des Großthemas Privatsphäre. Den Anfang macht ein sehr guter Artikel über das Spannungsfeld zwischen Postprivacy und und dem Wunsch nach Privatsphäre. Es folgt die unvermeidliche Anleitung  für Aluhüte, sich im Netz zu schützen. Ich halte das in der Form für zu aufwändig und einen Kampf gegen Windmühlen, aber der eine oder andere Tipp ist sicher nützlich, schließlich denke ich, dass wir zwar anerkennen sollten, dass das Internet „open by design“ ist, was uns aber nicht daran hindern sollte, mit technischen Hilfsmitteln wie Verschlüsselung Refugien der Vertraulichkeit zu schaffen, wo wir sie benötigen.

Wirklich gut ist auch der Artikel über Big Data, der das Narrativ vom bösen Algorithmus mal vom Kopf auf die Füße stellte und klarstellt, dass das statistische Bearbeiten riesiger Datenberge durch gr0ße Rechner vor allem dem (wissenschaftlichen) Erkenntnisgewinn dient. Hier hätte ich mir noch die Aussage gewünscht, dass die verwendeten Algorithmen meist nur statistische Wahrscheinlichkeiten und Korrelationen produzieren, die wir nicht mit Tatsachen verwechseln dürfen. Erst wenn man letzteres tut, landet man gedanklich beim dystopischen „Nr. 2“ à la Schirrmacher. Bedenklich auch immer wieder die Haltung, Daten ausschließlich als Gefahr (zum Beispiel fürs Verhältnis zum Arbeitgeber oder in Liebesbeziehungen) zu sehen. Dabei wäre es viel gesünder, wenn wir erkennen, dass wir alle mal auf einer Feier besoffen sind oder fremdgehen. Für viele Menschen eher kein Rezept für hier und heute, solange sie ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen unterworfensind, aber eine nachdenkenswerte Vision für die sehr viel mehr spricht, als der 1984- und volkszählungssozialisierte Mensch zunächst denken würde.

Dennoch ist das ganze gar nicht mal so unausgewogen: Der laufende Diskurs, jedenfalls, wird im Heft schön zusammengefasst.

Update: Das Bloggerportrait gibt es jetzt auch online.