Links der Woche

  • Warum sind Frauen kleiner als Männer? | ARTE MEDIATHEK | ARTE:

    “Überall auf der Welt sind Frauen im Durchschnitt kleiner als Männer. (…) Dabei gibt es durchaus Tierarten, bei denen die Weibchen größer sind als die Männchen. Auch hat der Geschlechtsdimorphismus – so der wissenschaftliche Fachausdruck – einige Überraschungen zu bieten: Zum Beispiel sind Blauwalweibchen größer als ihre männlichen Artgenossen. (…) Warum also sind seine menschlichen Verwandten so klein? Wissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland und den USA sind dieser höchst interessanten Frage nachgegangen. Sie erzählen eine faszinierende Evolutionsgeschichte, in der Biologie, Medizin, Paläoanthropologie, Ernährungswissenschaft, Soziologie sowie Geburtsmedizin und Frauenheilkunde zusammenspielen und in der die Frau ganz groß herauskommt.”

  • Welche Gerechtigkeit?:

    “Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Es zeigt, wie Staat und Politik einmal mit Konzernen und einmal mit Menschen umgehen. Es gibt das Wort „Hartz IV Betrüger“, das Wort „Konzernbetrüger“ ist zwar möglich, aber nicht wirklich gebräuchlich. Einem bedürftigen Menschen wird pauschal und von vornherein Betrugsabsicht unterstellt, ein Autokonzern und seine Verantwortlichen haben selbst dann nichts zu fürchten, wenn sie mehr oder weniger öffentlich des Betruges überführt worden sind.“

  • Krank genug für Heroin auf Rezept, nicht aber für Gras – Über meinen Kampf für Cannabis als Medizin:

    “Mit dem Ablehnungsbescheid ging ich wieder zu meinem Arzt, der ebenso fassungslos wie ich von der Entscheidung war. Wir lasen uns gemeinsam das Gutachten durch und verfielen gemeinsam zwischendurch in verzweifeltes Lachen. Dort standen überwiegend Maßnahmen drin, die ich bereits alle wahrgenommen habe, bzw. wahr nehme. Und beim Punkt, er könne mir ja noch immer weiterhin leichte bis starke Opiate verschreiben, schlug dies tatsächlich dem Faß den Boden aus. Dort stand also ernsthaft, dass ich weiterhin Medikamente nehmen solle, die ich nachweislich nicht mehr vertrage, meine Organe ruinieren und mich zwar schmerzfrei machen, aber aufgrund der Nebenwirkung eine Arbeitsunfähigkeit wieder vorprogrammiert wäre. Laut diesem Gutachten bin ich also nicht krank genug für Cannabis, Opiate, wegen derer ich ja schon bereits einen harten Entzug hinter mir hatte, gehen aber voll in Ordnung.” 

Links der Woche

  • Die Magie der Ethikbremse:

    „Die meisten Menschen verstehen Technik nicht, vor allem verstehen sie keine Algorithmen. Aus diesem Unverständnis sprechen sie Maschinen magische Eigenschaften fernab der Realität zu, wie zum Beispiel die Fähigkeit, in Millisekunden den Wert von Menschen und den zukünftigen Verlauf des Unfalls zu errechnen. Das autonome Auto wird dadurch in der Vorstellung regelrecht dämonisch.“

  • A Brief History of Women in Computing – Faruk Ateş – Medium:

    “But what all these factors do tell us is that biology was never a relevant factor for women’s innate interests in the field.“

  • Die Pseudo-Ethik der selbstfahrenden Autos » Fischblog » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Solche Trolley-basierten Diskussionen sind, siehe Fußnote zwei, völlig albern. Was stellen sich die Leute vor, wie so ein Fahrzeug programmiert wird? “Wenn es keine Alternative gibt, fahr lieber den Rentner tot”? Natürlich wird die Steuerung des Fahrzeuges darauf ausgerichtet sein, in jeder Situation bis zum bitteren Ende Menschenleben maximal zu schützen. Das wird in der Praxis nicht immer funktionieren, aber diese ethische Entscheidung – sind wir bereit, für eine möglichst umfassende individuelle Mobilität tausende Menschenleben zu opfern? – haben wir ja längst getroffen.“

  • „The robots may come, but the cyborgs are already in the office“:

    “The utopia and dystopia of automation presuppose that there will be a sudden change (for instance the so-called „Singuarity”, when artificial intelligence is supposed to outsmart us) and that then there are “the machines” and “the robots” that are coming for us. (…) But this narrative covers up that there are already many algorithms doing their work “behind the screens”, increasingly automating our work and our lives without us noticing it.“ 

  • That Tesla Battery Emissions Study Making the Rounds? It’s Bunk.:

    “If you’re predisposed
    to hate electric cars, then there’s a wonderful story making the rounds
    that’ll support your worldview. It claims that the production of Tesla
    battery produces carbon emissions equivalent to driving an
    internal-combustion vehicle for eight years—8.2, to be precise. That’s a sensational claim, one that’s been seized upon by EV haters and gleefully posted by climate change-denying blogs and sites that despise electric cars. Just one problem: It’s absolute nonsense.“

Links der Woche

  • Heartland’s “Six Reasons To Be A Climate-Change Skeptic” Are Six Demonstrable Falsehoods:

    “At a time where science is critical to the future of humanity,
    it’s important that we all agree on the facts. We may disagree on
    policy, on the best course of action for society or the world, or on
    which concern is most paramount in terms of importance. But we have to
    agree on the same facts as a starting point.“

  • Vom verunglückten Denken:

    “Auf Poppers Zitat über das bessere und
    längere Leben, das jedoch nur mit Gemaule über die angeblich so
    schlechte Welt quittiert wird, folgen noch zwei weitere Sätze, in denen
    er die Folgen des allgegenwärtigen Gejammers benennt: „Ich halte die
    Verbreitung dieser Lügen für das größte Verbrechen unserer Zeit, denn es
    bedroht die Jugend und versucht, sie ihres Rechtes auf Hoffnung und
    Optimismus zu berauben. Es führt in einzelnen Fällen zu Selbstmord oder
    zu Drogen oder zum Terrorismus.“ Hinter den Ursachen für Selbstmord oder
    Drogen dürften vermutlich vor allem private Gründe liegen, aber Popper
    hat einen entscheidenden Punkt: Der Welt wird Hoffnung und Optimismus
    genommen, wenn in unsäglicher Oswald-Spengler-Manier penetrant eine
    Geschichte des Niedergangs erzählt wird.“

  • Renegaten, Verräter, Konvertiten, Überläufer oder Überzeugungstäter:

    “Diese Figur des Konvertiten gibt es ganz
    offensichtlich auch in der Bewegung von demokratisch, modern und links
    eingestellten Intellektuellen zur extremen Rechten, zum
    nationalistischen, völkischen
    und militaristischen Denken hin. In dieser Richtung bewegten sich
    Intellektuelle in der napoleonischen Zeit, vor dem ersten Weltkrieg und
    schließlich seit etwa einem Jahrzehnt auch in unserer Gegenwart. Der
    umgekehrte Weg, vom rechten ins linke Lager, ist eher selten
    anzutreffen, was uns noch zu denken geben wird.“

  • I hacked my body for a future that never came:

    “The better wearable devices get, the less sense it makes to permanently modify your body. Things like exoskeletons, smart glasses, and external brain-computer interfaces are safer and much easier to upgrade than their implanted counterparts. Plus, you can take them off in inappropriate situations: you won’t get stuck trying to swim with a metal limb, for example, or wearing a permanent version of Google Glass to a laid-back dive bar.”

Cyborg Politics

1. August, Hundstage, es ist in der c-base noch heißer als draußen und ich habe Probleme mit meiner Atmung, weil dank herumfliegender Gräser- und Lindenpollen meine Nase dicht ist. Rhetorisch ist das deshalb nicht gerade einer meiner besseren Vorträge, aber sei’s drum: Auf dem 63. netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft in der c-base erkläre ich knapp und kurz den Stand der Cyborg-Technik und umreiße die politischen Fragen, die sich daraus ergeben.

Links der Woche

  • Roter Tittenalarm!!!!!1111:

    “Daher mache ich aus meiner eigenen Lust, heiße Jungs anzuglotzen, ein kulturelles und gesellschaftliches Statement. Es ist wirksamer, etwas aus innerer Motivation heraus zu leben und damit ein Gegengewicht zu erzeugen. Je sichtbarer das Begehren für sexualisierte, ja auch verletzlich-erotisierte Männer ist, desto eher wird es mehr Angebot zur Nachfrage geben. Ich stelle zudem die mutige Behauptung auf, dass es Männern Freude bereitet, sich jenseits von Helden- und Muckibudenposen selbst sexualisiert zu zeigen. Ein Blick in die schwule Community reicht.“

  • Keine gute Idee oder: Warum das Wahrplakat ein Falschplakat ist:

    “Zumindest in meiner Filterbubble taucht immer mal wieder das Angebot von abgeordnetenwatch.de, Plakate für Abgeordnete zu erstellen, auf. Das ganze nennt sich „Wahrplakat“ und soll vermutlich die Wahrheit über die jeweiligen Abgeordneten verkünden. Am Ende tut es genau das Gegenteil. Es vermittelt ein falsches Bild von Abgeordneten, es ist -zugespitzt formuliert- vereinfachend und populistisch.“

  • Des Faschodrives neuste bürgerliche Fassade:

    “Es wurde ja des öfteren bemerkt, dass wir es derzeit mit einem weltweiten Rechtsruck zu tun haben. (…) Interessanter Weise galt Deutschland immer – und seit die AfD so absäuft – immer mehr als Ausnahme zu diesem Trend. Und ich fürchte, das beruht auf einem Mißverständnis.“ 

  • Betreuer über Ekel in der Pflege: Schleim, Haftcreme, Magensonde:

    “„Ich könnte das nicht.“ Diesen Satz hören Pfleger oft. „Das“, das ist das Ekelhafte, die Körperflüssigkeiten, Schleim und Rotz und Blut und Kot. „Das“, das ist Pflege, die Nähe zu kranken, kaputten, hilfebedürftigen Körpern, das Waschen, das Arsch­abwischen. Das ist, so sagen es die Hygieneforscher, evolutio­när vernünftig, denn so vermied die Menschheit den Kontakt mit Krankheitserregern und Parasiten. Ohne Ekel, heißt es, wäre die Menschheit längst ausgestorben.“

  • blogfoster, werbung und ghostwriting – wirres.net:

    Ganz großes Bloggerkino: Felix Schwenzel bekommt den Auftrag, einen Werbetext für eine Ghostwriting-Agentur zu schreiben und gibt anschließend den Werbetext bei selbiger Agentur in Auftrag.

  • Wider den Kult um die Armut:

    “Die Linke, also die »echte«, wollte nie Armut für alle. Sie wollte auch nicht, was Martin Schulz will, nämlich »harte Arbeit« für alle. Sie will ein möglichst gutes Leben für möglichst viele Menschen, weswegen die klügeren Linken Globalisierung und Automatisierung nicht bejammern, sondern sich für jeden Menschen in Asien, Afrika oder Lateinamerika, der es dank Weltmarkt vom potentiellen Opfer des Hungertodes zum Arbeiter mit festem Einkommen und gefülltem Kühlschrank bringt, ebenso freut wie über die Perspektive, dass immer mehr eintönige und gefährliche Arbeiten von Maschinen übernommen werden.“

Links der Woche

  • Im Gegensatz zu meinem Körper dürfen meine Worte Gewicht haben | Das Nuf Advanced:

    Patricia Cammarata über die Zumutung, als Frau irgendwelchen irgendwelchen Idealen des Aussehens entsprechen zu müssen, vor allem solchen, die Männern gefallen.

  • Schwarz, innen.:

    “Aber vor allem redet niemand gern darüber, weil die Reaktionen auf diese Krankheit fürchterlich sind. Dass Menschen, die nicht selbst betroffen sind, Schwierigkeiten haben, diesen Zustand nachzuvollziehen – geschenkt. Ich weiß nicht, wie sich ein gebrochener Arm anfühlt, ich hab mir noch nie was gebrochen. Wovor ich Angst habe, wenn ich darüber spreche: dass man mich für „schwach“ hält. Dass man mich abschreibt. Dass ich keine Jobs mehr bekomme. Dass man mich behandelt, als wäre ich nicht zurechnungsfähig. Solche Sachen.” 

  • Gefahr, drohende:

    “Doch damit entfernt sich die staatliche Gewalt immer weiter von Tätern und Taten und bewegt sich immer tiefer hinein in den Raum der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Wer einmal Lotto oder Roulette gespielt hat weiß, wie tückisch dieser Raum ist und wie schnell man mit einer Beurteilung aufgrund von Annahmen daneben liegen kann. Jemanden ins Gefängnis zu bringen, nur weil man glaubt, dass er irgendwann etwas vorhaben könnte, ist staatliche Willkür. Noch dazu weil diese im Gesetz verniedlichend als Unterbindungsgewahrsam bezeichnete Haft praktisch unbegrenzt verlängert werden darf – ohne dass es zu einem ordentlichen Gerichtsverfahren kommt. Allein schon die verharmlosenden Wortwahl zeigt, dass hier willkürliche Staatsgewalt verschleiert werden soll.“

  • Vom Tellerwäscher zum Pensionär:

    “Der Politikwissenschaftler und Armutsforscher Christoph Butterwegge ­erkennt darin ein Konzept: »Die Schaffung eines breiteren Niedriglohn­sektors, um den Wirtschaftsstandort Deutschland noch konkurrenzfähiger auf den Weltmärkten zu machen, hat wesentlich dazu beigetragen, dass es heute mehr Armut trotz Arbeit gibt. Das war auch bewusst so gemacht und gewollt«, sagte Butterwegge im Deutschlandfunk.

    Tatsächlich war die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes das Kernstück der sozialdemokratischen Agenda 2010. »Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in ­Europa gibt. (…)«, prahlte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder 2005 während des Weltwirtschaftsforums in Davos.”

  • The Philosophy of the Weird and the Eerie:

    “Right now I’m reading more books at once than should be healthy for me. Two of them are Mark Fishers posthumously published The Weird and the Eerie and the first Volume of Eugene Thackers In the Dust of This Planet (Horror of Philosophy) – not only because I’m interested in the Horror-Genre for as long as I can think – literally: One of my first remembrances as a child is a Nightmare about a Witch. You’re welcome to play Therapist. –, but also because I sense that while we are exploring the vast Digital Spaces which provide any thinkable human expression of any kind, we are also more and more exploring vast Digital Spaces which provide unthinkable human expression of any kind („Can’t be unseen“) or in other words: The unknown Unknowns.“

Links der Woche

  • Franz Kafka. Der ganze Prozess.:

    “Und hat sie nicht Recht, denn Josef K. wird ja wirklich verhaftet an diesem Morgen und dann sucht K. seine Legitimationspapiere und findet in der Eile nur seine Radfahrlegitimation und ich überlege ob ich den Mädchen und Jungen neben mir wohl erklären muss, was Legitimationspapiere eigentlich sind, aber die Schüler sind ganz still und dann sagt der Junge mit dem Käppi: „Mein Freund hier hat auch keinen Pass.“ Der Freund auf den das zutrifft, ist ein blasser, dünner Junge und starrt auf das Papier in der Vitrine. Und nichts ist ironisch und gar nichts ist gut, hier in Berlin, 2017 und da hier vor uns ist Franz Kafka und das ist der ganze Prozess und Kafka, nein, den muss man nicht erklären, der ist immer völlig klar.“

  • Das „Meinungsfreiheitsgesetz“ der AFD im Schnellcheck:

    “Der Anwendungsbereich ist schlampig formuliert und bleibt unklar, ansonsten wird viel ins Gesetz geschrieben, was sowieso geltende Rechtslage und selbstverständlich ist und das, was darüber hinaus geht ist extrem fragwürdig oder offen rechtswidrig. Die Vermutung, dass die AfD sowohl ein Problem mit der Verfassungsmäßigkeit ihrer Ideen als auch mit der (juristischen) Kompetenz ihrer Mitglieder hat, bestätigt sich.“

  • In Grönland war es früher warm und man hat dort Wein angebaut (Klimawandel-Mythen 05):

    “Eisbohrkerne zeigen uns, dass vor etwa 2,5 Millionen Jahren ein bisschen Vegetation zu finden war; so wie in der Tundra von Sibirien oder Alaska. (…) Vor 450.000 Jahren könnte dort vielleicht pflanzliches und tierisches Leben existiert haben das auf ein wenig mehr “grün” hindeutet. Aber ein “grünes Paradies” war Grönland schon sehr, sehr lange nicht mehr (wenn überhaupt).Und schon gar nicht als die Wikinger dort gesiedelt haben. Die haben sich Ende des ersten Jahrtausends von Island aus dorthin aufgemacht. Damals war es tatsächlich ein klein wenig wärmer als heute und das war auch der Grund warum sich dort überhaupt lebensfähige Kolonien bilden konnten. Aber Grönland war auch damals ein arschkaltes Land in dem keiner so wirklich leben wollte, nicht mal die Wikinger. Das wusste auch Erik der Rote, der Siedler aus Island dorthin locken wollte und dazu einfach mal quasi per Fake News behauptete, es wäre ein “grünes Land” in dem es sich super leben lässt“”

  • Renegaten, Verräter, Konvertiten, Überläufer oder Überzeugungstäter:

    “Aus der Geschichte der Religionen und Konfessionen kennen wir die Figur des „Konvertiten“, der mitsamt seinem Glauben auch seine Lebenseinstellung und sein Weltbild ändert und versucht, die neuen Gebote und Dogmen besonders glühend und besonders militant zu vertreten, und der sich durch besonderen Hass auf die Ungläubigen hervorzutun bemüht. Diese Figur des Konvertiten gibt es ganz offensichtlich auch in der Bewegung von demokratisch, modern und links eingestellten Intellektuellen zur extremen Rechten, zum nationalistischen, völkischen und militaristischen Denken hin.“

Links der Woche

  • Anlasslose Massenüberwachung und der Satz von Bayes:

    “Die Moral der Geschichte besteht natürlich darin, dass man sich – ganz besonders als politischer Entscheidungsträger – keinesfalls von der 99,5%igen Trefferquote blenden lassen darf, sondern sich vielmehr bewusst machen sollte, dass es bei jeder Form anlassloser Massenüberwachung allein aufgrund des extremen Missverhältnisses zwischen gesetzestreuen Bürgern und Straftätern unausweichlich ist, dass viele, viele Unbescholtene ins Visier von Behörden geraten. Selbst dann, wenn das System nahezu fehlerfrei (99,5%!) funktioniert.“

  • Nachrichten aus dem Paralleluniversum: Wie sich Verschwörungstheoretiker auf Facebook vernetzen:

    “Im Rahmen einer Bachelorarbeit habe ich, zusammen mit Andreas Hartkamp, die Facebookseiten untersucht, welche hauptsächlich Verschwörungstheorien1 verbreiten. Wir befürchteten, dass sich eine geschlossene, verschwörungstheoretische (im Folgenden: VT) Gegenöffentlichkeit auf dem sozialen Netzwerk Facebook gebildet haben könnte. Diese Vermutung haben wir wissenschaftlich überprüft und wollen hier einen kleinen Abriss der Ergebnisse dokumentieren. Spoiler: Sie existiert, sie ist groß und sie ist stark vernetzt.“

  • » Ein Wahl-O-Mat für verunsicherte Sozialdemokraten:

    “Falls es eine Alternative zur großen Koalition geben sollte – mit wem könnte die SPD dann Gerechtigkeit und Innovation am besten durchsetzen? Mit den Grünen? Mit den Linken? Oder mit den Liberalen? Schauen wir uns deren Wahlprogramme doch mal genauer an.“

  • Das Klima hat sich schon immer geändert. Was folgern Sie? » KlimaLounge » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Oft höre ich auch die Behauptung, die Klimaforscher würden nicht wissen oder bewusst ignorieren, dass das Klima sich schon immer geändert habe. Das ist natürlich Blödsinn. (…) Im Gegenteil, viele zeigen sich gerade angesichts der Erkenntnisse aus der Erdgeschichte besonders besorgt über die anthropogene Erwärmung. Schon als ich vor über zehn Jahren am Paläoklima-Kapitel des 4. IPCC-Berichts mitgebarbeitet habe war die Diskussionslage so, dass wir Paläoklimatologen manche Risiken erheblich pessimistischer einschätzten als die auf das moderne Klima spezialisierten Kollegen, z.B. das Risiko von raschem Meeresspiegelanstieg oder der Instabilität von Meeresströmungen und Eisschilden. Wer Ihnen erzählt, „das Klima hat sich schon immer geändert“ sei ein Grund zur Entwarnung, der weiß nicht wovon er spricht – oder er will Sie verschaukeln.”

  • Hölle, Hölle, Hölle: Der Vorschein des Schlimmeren:

    “Der Aufruf zum Hausbesuch indes, also zur Mob-­Action gegen die sozialen Feinde, steht in der Tradition des revolutionären Terrors, aus dem vor 100 Jahren eines der unmenschlichsten Regime des vergangenen Jahrhunderts hervorging.“

  • Gegen die Vereinnahmung der Gewalt durch die politische Rechte:

    “Denn es geht denjenigen, die diese Krawalle als wie auch immer links Framen nicht darum, irgendein tatsächliches politisches Problem zu lösen. Denn kein ernst zu nehmender politisch aktiver Mensch ist der Meinung, dass Gewalt die Lösung von irgendwas ist. Es geht hier einzig und alleine darum, linke Politikerinnen und Politiker in die Defensive zu drängen, sie dazu zu bringen sich zu erklären, sich zu rechtfertigen, ihnen etwas aufs Brot zu schmieren.“

  • Digitale Sprachpolitik:

    “In den Feuilletons, wie so häufig angeführt von der FAZ in einem diesmal ganz besonders engstirnigen Beitrag, waren erwartungsgemäß höhnische Kommentare zu der angeblichen Unsinnigkeit dieses Beschlusses zu lesen. Sucht man aber im Internet nach konkreten Problemen, die sich durch das Eszett ergeben, findet man unzählige Beispiele, die auf die Verwendung dieses nur im Deutschen vorkommenden Zeichens bei Personennamen in internationalen Zusammenhängen zurückzuführen sind. In diesem Vielflieger-Forum etwa empfehlen sich Betroffene untereinander den Namenwechsel als einzig sicheren Ausweg aus den Schwierigkeiten bei Passkontrolle und Flugabwicklung, die sie ständig erleben.”

Links der Woche

  • Wie ich lernte, nicht mehr immer selber einzukaufen:

    “Ich putze nicht, weil ich einen Partner habe, der ein anderes Sauberkeitsbedürfnis hat und in der Zeit, die ich brauche, um etwas als dreckig wahrzunehmen, schon drei Mal drüber gewischt hat. Das war lange Zeit ein großes Konfliktthema, denn für ihn existierte ein Problem, das in meiner Welt nicht existierte. Für ihn existierten sogar zwei Probleme, nämlich erstens, dass es dauernd dreckig war und zweitens, dass ich mich irgendwie nicht dafür interessierte. Es hat überraschend lange gedauert, bis wir verstanden habe, warum wir uns nicht verstanden haben.“

  • EXPERTEN SIND SICH EINIG: DAS ENDE IST NAH!:

    Glaube nicht an die Lügentheorien der Chemtrailer und Volkspfosten. Baue dir deine eigene Verschwörungstheorie!

  • Missverständnisse zum Bedingungslosen Grundeinkommen — ein Rant | Notizblog:

    “Bitte hört auf, über das Bedingungslose Einkommen zu reden. Es ist nicht gut für Euch, es ist nicht gut für die Sache, die ganze Debatte ist eine einzige Zeitverschwendung. Wenn ich an den großen Verschwörer im Hintergrund glauben würde, würde ich sagen: Es ist ein Ablenkungsmanöver. Da ich diesen Verschwörer aber bisher nicht sehe, bin ich zum Urteil gekommen, dass das BGE eine kollektive Selbsttäuschung ist, eine Denkverweigerung, eine Bankrotterklärung des breiten wirtschaftspolitischen Diskurses.“

  • Wo der Tod seinen Platz hat:

    Wenn Frédéric Valin über den Tod schreibt, dann ist das schön, traurig, furchtbar, lehrreich, lakonisch, lustig, echt.

Identitätssedimente ausmisten

Ich ertappe mich dabei, Dinge spontan auf Facebook zu schreiben, die durchaus gebloggt gehören. Das ist doof, schließlich trocknet so die Bloggerkultur aus. Deshalb wiederhole ich den Text noch einmal hier. Eigentlich ist es ein sehr persönlicher Text, nachts um drei in einer bestimmten Stimmung geschrieben, aber er zog dann eine schöne Diskussion nach sich, die auf Facebook nachgelesen werde kann.

Die Desillusionierung schmerzt. Jahr für Jahr miste ich weitere liebgewordene Sedimente meiner Identität aus. Lord of the Rings: Aus heutiger Sicht eine technikfeindliche, rassistische, reaktionäre Geschichte, die immerhin toll erzählt war, was durch die verkitschte Verfilmung endgültig zerstört wurde. Pink Floyd’s The Wall: Freudianische Küchenpsychologie, die die Schuld an Gewalt, Faschismus und eigene Verkorkstheit auf Frauen im Allgemeinen und die Mutter im Speziellen schiebt. Heute ist Waters Antisemit, entschuldigung, „Israelkritiker“. Oder dann die Misogynie im eigentlich heiß und innig geliebten „Braindead“. Dass Jeff Hahnemann von Slayer einen Nazi-Tick hatte, ist ja schon länger bekannt, aber 2016 musste die Band auch noch Donald Trump auf Instagram endorsen. Die Rassismen in Star Wars und das Libertäre in „Ferris Buellers Day Off“. Oder die Rocky Horror Picture Show, einst Symbol für Subversion; doch Frank Furter, die Transe, ist kein Idol sondern das Böse, der verrückte Professor, des es wagt, Naturgegebenes in Frage zu stellen und dafür gemaßregelt wird: Das Musical ist in seiner Aussage genauso piefig wie all die moralingetränkten Horror- und Science Fiction-Filme, die es zu karikieren vorgibt. Das sind nur die Beispiele, die mir spontan einfallen. Teilweise kann man sowas noch genießen, es waren ja schließlich andere Zeiten. Teilweise ist der Spaß verdorben. Teilweise kann ich nicht anders als trotzdem eine Gänsehaut zu bekommen, wenn z.B. die ersten Takte von „Science Fiction Double Feature“ erklingen. Und immer fühlt es sich ein wenig an, wie von einem Freund betrogen worden zu sein. Sorry fürs Spaßverderben — sag ich mir dann manchmal selbst.