re:sponsive Folge 6: Was ist meine Arbeit wert?

Was ist meine Arbeit wert? Dieser Frage geht Raúl Krauthausen in Folge 6 der Serie re:sponsive zur Bundestagswahl nach und ich durfte wieder als Autor/Regisseur dabei sein.

re:sponsive (6/8): Was ist meine Arbeit wert?

Das Thema Arbeit bewegt jede*n – ob und welche Arbeit man hat, ist in vielerlei Hinsicht entscheidend. Arbeitslos, in Teilzeit oder in Vollzeit arbeitend? Wie wirkt sich das auf das Leben der Menschen aus? Und was bedeutet es, zu arbeiten und trotzdem zu wenig zum Leben zu haben?Für re:sponsive sprach Raul Krauthausen mit einem Menschen, der von Alg2 lebt: Er erzählt Raúl, wie sich das anfühlt und welche Folgen das auf sein Lebensgefühl hat.Der Moderator traf sich mit der Unternehmerin Sina Trinkwalder, die eine ökosoziales Firma gründete, um Langzeiterwerbslosen eine neue Perspektive zu geben. "Langzeitarbeitslose" gibt es ihrer Meinung nach nicht – denn nur weil man keinen Job hat, der eine*n finanziert, heisst das ja noch lange nicht, dass diese Menschen nicht arbeiten, findet sie.Und schließlich sprach Raul Krauthausen mit dem erfolgreichen YouTuber Robert Hofmann und fragte ihn, wie es war, als noch nicht alles so gut für ihn lief und er zum Job-Center musste.Was bedeutet Arbeit für euch? Reine Finanzierung oder Lebenserfüllung? Seit oder wart ihr selbst auf Alg2 angewiesen? Und was bedeutet(e) das für euer Leben?Wir sind gespannt auf eure Gedanken zur Folge!#responsibe #BTW2017

Posted by re:sponsive on Mittwoch, 13. September 2017

Links der Woche

  • Perspektivlosigkeiten:

    “Und so ist diese Wahl in Sachen „meine Wünsche“ wohl gelaufen. Ich habe keine Partei, die ich wählen kann, weil ich die will oder will was die will. Somit bleibt mir dieses Jahr nur, zur Wahl zu gehen, um mit meiner Stimme eine rechtsextreme Stimme auszugleichen. So wie ich als Ami Hillary gewählt hätte, um Trump zu verhindern.“

  • Perspektiven:

    “Und die fast 50% Nichtwähler? Die gehen nicht zur Wahl, um einen Rassisten zu verhindern oder eine Frau ins Amt zu wählen. Das ist für zu wenige Menschen ein ausreichend sie persönlich betreffender Grund für eine Wahl. Und offenbar haben sie keine weiteren Gründe sehen können als nur diese. In der Türkei wurde keine (ansonsten haltlos verstrittene) Opposition gewählt, deren einziger kommunizierter Programmpunkt war, eine AKP-Mehrheit zu verhindern. Dito in Ungarn.“

  • V-Partei³ – Esoterische Querfrontspitzen und Rassismus:

    “Die V-Partei machte in der letzten Woche bereits durch ihre Einflussnahme auf die Berichterstattung von Vegan-News.de sowie mit dem spontanen Rücktritt ihres gerade erst angetretenen Bundesgeschäftsführers Florian Harzmann auf sich aufmerksam. Dies war der Anlass für uns, die Parteispitze einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei stießen wir auf völkischen Rassismus, Holocaust-Relativierung, Verschwörungsideologien, jede Menge Esoterik und rechte Medien.”

  • Early electric cars were so easy to use, they were considered ‚ladylike‘:

    “With top speeds of only about 20 miles per hour and a limited range, they were primarily used by affluent drivers to get around cities. They were marketed to women in particular, as a quiet, clean car without fumes or a hand crank. Some even came disguised with fake radiators to make them more palatable to the male market.“

  • Diesel vs. Elektromotor – Und jetzt holen wir alle mal tief Luft:

    “Das Ende des Verbrennungsmotors wird nicht auf einen Schlag kommen. Das will auch niemand. Aber das Ende wird kommen. Und mit Privatfahrzeugen zu beginnen ist keine schlechte Idee. Denn bis man LKWs oder Flugzeuge auf Wasserstoffantriebe oder ähnliches umrüsten kann, werden noch einige Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Um die globalen Lieferketten aufrechterhalten zu können, wird man noch lange auf Öl setzen müssen.

    Je früher man Alternativen zum Verbrennungsmotor sucht, desto besser. Und irgendwann muss halt mal damit anfangen. Jetzt ist kein schlechter Zeitpunkt, denn verschiedene Technologien sind langsam so weit.”

Mit Raúl Krauthausen auf Achse: re:sponsive Folge 5 – Klimawandel

Die letzten Wochen war ich viel mit Raúl Krauthausen unterwegs. Herausgekommen ist dabei ein kleiner Film über den Klimawandel, den ich als Autor und Regisseur begleitet habe. Es hat riesigen Spaß gemacht, mit Raúl zu drehen und so interessante Menschen wie den Klimaforscher Mojib Latif oder den Youtuber Christoph Krachten zu treffen und „ganz normale“ Leute nach ihrer Meinung zu fragen.

Der Film ist der fünfte Teil einer Serie zu politischen Fragen vor der Bundestagswahl. Die anderen Teile gibt es im Youtube-Kanal der Bundeszentrale für politische Bildung oder auf einer eigenen Facebook-Seite.

 

Links der Woche

  • Warum sind Frauen kleiner als Männer? | ARTE MEDIATHEK | ARTE:

    “Überall auf der Welt sind Frauen im Durchschnitt kleiner als Männer. (…) Dabei gibt es durchaus Tierarten, bei denen die Weibchen größer sind als die Männchen. Auch hat der Geschlechtsdimorphismus – so der wissenschaftliche Fachausdruck – einige Überraschungen zu bieten: Zum Beispiel sind Blauwalweibchen größer als ihre männlichen Artgenossen. (…) Warum also sind seine menschlichen Verwandten so klein? Wissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Deutschland und den USA sind dieser höchst interessanten Frage nachgegangen. Sie erzählen eine faszinierende Evolutionsgeschichte, in der Biologie, Medizin, Paläoanthropologie, Ernährungswissenschaft, Soziologie sowie Geburtsmedizin und Frauenheilkunde zusammenspielen und in der die Frau ganz groß herauskommt.”

  • Welche Gerechtigkeit?:

    “Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun? Es zeigt, wie Staat und Politik einmal mit Konzernen und einmal mit Menschen umgehen. Es gibt das Wort „Hartz IV Betrüger“, das Wort „Konzernbetrüger“ ist zwar möglich, aber nicht wirklich gebräuchlich. Einem bedürftigen Menschen wird pauschal und von vornherein Betrugsabsicht unterstellt, ein Autokonzern und seine Verantwortlichen haben selbst dann nichts zu fürchten, wenn sie mehr oder weniger öffentlich des Betruges überführt worden sind.“

  • Krank genug für Heroin auf Rezept, nicht aber für Gras – Über meinen Kampf für Cannabis als Medizin:

    “Mit dem Ablehnungsbescheid ging ich wieder zu meinem Arzt, der ebenso fassungslos wie ich von der Entscheidung war. Wir lasen uns gemeinsam das Gutachten durch und verfielen gemeinsam zwischendurch in verzweifeltes Lachen. Dort standen überwiegend Maßnahmen drin, die ich bereits alle wahrgenommen habe, bzw. wahr nehme. Und beim Punkt, er könne mir ja noch immer weiterhin leichte bis starke Opiate verschreiben, schlug dies tatsächlich dem Faß den Boden aus. Dort stand also ernsthaft, dass ich weiterhin Medikamente nehmen solle, die ich nachweislich nicht mehr vertrage, meine Organe ruinieren und mich zwar schmerzfrei machen, aber aufgrund der Nebenwirkung eine Arbeitsunfähigkeit wieder vorprogrammiert wäre. Laut diesem Gutachten bin ich also nicht krank genug für Cannabis, Opiate, wegen derer ich ja schon bereits einen harten Entzug hinter mir hatte, gehen aber voll in Ordnung.” 

Ein Akku auf Kochsalzbasis

Texte, die sich mit wissenschaftlichen und technischen Neuerungen auseinander setzen, beginnen immer häufiger mit „chinesische Forscher“. Dieses mal waren es Chemiker an der Fudan-Universität von Shanghai. Sie haben einen Akku entwickelt, der Natrium statt Lithium verwendet und entweder als Band kommt – ähnlich wie ein Klebestreifen – oder als Nanoröhrchen. Und er kann mit Kochsalzlösung oder sogar menschlichen Körperflüssigkeiten aufgeladen werden. Bis zur Marktreife wird es noch ein wenig dauern, aber es ist jetzt schon faszinierend, sich auszumalen, was dadurch alles möglich wird. Vielleicht Smartwatches, deren Akku sich im Armband befindet. Oder allerlei Implantate, die Körperfunktionen überwachen. Für die war Energieversorgung bisher das größte Problem.

Bei Deutschlandfunk Kultur erkläre ich in aller Kürze die Neuentwicklung.

Technik, die begeistert

Einplatinenrechner wie Raspberry Pi und Arduino begeistern die Hacker-Szene. Die Minicomputer haben kein Gehäuse und können fast nichts – bis ein Tüftler sie mit anderen Geräten verbindet, programmiert und so zum Leben erweckt. Dann lässt sich mit ihnen allerlei Schabernack treiben.

Als Apple vor 41 Jahren seinen ersten Computer auf den Markt brachte, war es ein Bausatz: Eine nackte Platine mit einer Reihe von aufgelöteten Chips. Um ihn zum Leben zu erwecken, mussten die Nerds von damals erst noch Gehäuse, Netzteil, Monitor und Tastatur kaufen oder selbst bauen. Vielleicht ist auch Nostalgie mit schuld daran, dass der Raspberry Pi so beliebt ist. Der Minicomputer kommt ebenfalls ohne Gehäuse daher und ist billig und klein genug, um fast überall eingebaut zu werden. Mit viel Tüftelei und Zubehör baut man damit kleine Server für den Hausgebrauch, etwa um Musik und Filme abspielen zu können. Raspberry Pis stecken in selbstgebauten Spielekonsolen und Wetterstationen oder dienen der Fernsteuerung selbstentworfener Roboter aus Legosteinen oder Fisher-Prize-Elementen.

Weiterlesen in der Jungle World

Links der Woche

  • Die Magie der Ethikbremse:

    „Die meisten Menschen verstehen Technik nicht, vor allem verstehen sie keine Algorithmen. Aus diesem Unverständnis sprechen sie Maschinen magische Eigenschaften fernab der Realität zu, wie zum Beispiel die Fähigkeit, in Millisekunden den Wert von Menschen und den zukünftigen Verlauf des Unfalls zu errechnen. Das autonome Auto wird dadurch in der Vorstellung regelrecht dämonisch.“

  • A Brief History of Women in Computing – Faruk Ateş – Medium:

    “But what all these factors do tell us is that biology was never a relevant factor for women’s innate interests in the field.“

  • Die Pseudo-Ethik der selbstfahrenden Autos » Fischblog » SciLogs – Wissenschaftsblogs:

    “Solche Trolley-basierten Diskussionen sind, siehe Fußnote zwei, völlig albern. Was stellen sich die Leute vor, wie so ein Fahrzeug programmiert wird? “Wenn es keine Alternative gibt, fahr lieber den Rentner tot”? Natürlich wird die Steuerung des Fahrzeuges darauf ausgerichtet sein, in jeder Situation bis zum bitteren Ende Menschenleben maximal zu schützen. Das wird in der Praxis nicht immer funktionieren, aber diese ethische Entscheidung – sind wir bereit, für eine möglichst umfassende individuelle Mobilität tausende Menschenleben zu opfern? – haben wir ja längst getroffen.“

  • „The robots may come, but the cyborgs are already in the office“:

    “The utopia and dystopia of automation presuppose that there will be a sudden change (for instance the so-called „Singuarity”, when artificial intelligence is supposed to outsmart us) and that then there are “the machines” and “the robots” that are coming for us. (…) But this narrative covers up that there are already many algorithms doing their work “behind the screens”, increasingly automating our work and our lives without us noticing it.“ 

  • That Tesla Battery Emissions Study Making the Rounds? It’s Bunk.:

    “If you’re predisposed
    to hate electric cars, then there’s a wonderful story making the rounds
    that’ll support your worldview. It claims that the production of Tesla
    battery produces carbon emissions equivalent to driving an
    internal-combustion vehicle for eight years—8.2, to be precise. That’s a sensational claim, one that’s been seized upon by EV haters and gleefully posted by climate change-denying blogs and sites that despise electric cars. Just one problem: It’s absolute nonsense.“

Links der Woche

  • Heartland’s “Six Reasons To Be A Climate-Change Skeptic” Are Six Demonstrable Falsehoods:

    “At a time where science is critical to the future of humanity,
    it’s important that we all agree on the facts. We may disagree on
    policy, on the best course of action for society or the world, or on
    which concern is most paramount in terms of importance. But we have to
    agree on the same facts as a starting point.“

  • Vom verunglückten Denken:

    “Auf Poppers Zitat über das bessere und
    längere Leben, das jedoch nur mit Gemaule über die angeblich so
    schlechte Welt quittiert wird, folgen noch zwei weitere Sätze, in denen
    er die Folgen des allgegenwärtigen Gejammers benennt: „Ich halte die
    Verbreitung dieser Lügen für das größte Verbrechen unserer Zeit, denn es
    bedroht die Jugend und versucht, sie ihres Rechtes auf Hoffnung und
    Optimismus zu berauben. Es führt in einzelnen Fällen zu Selbstmord oder
    zu Drogen oder zum Terrorismus.“ Hinter den Ursachen für Selbstmord oder
    Drogen dürften vermutlich vor allem private Gründe liegen, aber Popper
    hat einen entscheidenden Punkt: Der Welt wird Hoffnung und Optimismus
    genommen, wenn in unsäglicher Oswald-Spengler-Manier penetrant eine
    Geschichte des Niedergangs erzählt wird.“

  • Renegaten, Verräter, Konvertiten, Überläufer oder Überzeugungstäter:

    “Diese Figur des Konvertiten gibt es ganz
    offensichtlich auch in der Bewegung von demokratisch, modern und links
    eingestellten Intellektuellen zur extremen Rechten, zum
    nationalistischen, völkischen
    und militaristischen Denken hin. In dieser Richtung bewegten sich
    Intellektuelle in der napoleonischen Zeit, vor dem ersten Weltkrieg und
    schließlich seit etwa einem Jahrzehnt auch in unserer Gegenwart. Der
    umgekehrte Weg, vom rechten ins linke Lager, ist eher selten
    anzutreffen, was uns noch zu denken geben wird.“

  • I hacked my body for a future that never came:

    “The better wearable devices get, the less sense it makes to permanently modify your body. Things like exoskeletons, smart glasses, and external brain-computer interfaces are safer and much easier to upgrade than their implanted counterparts. Plus, you can take them off in inappropriate situations: you won’t get stuck trying to swim with a metal limb, for example, or wearing a permanent version of Google Glass to a laid-back dive bar.”

Cyborg Politics

1. August, Hundstage, es ist in der c-base noch heißer als draußen und ich habe Probleme mit meiner Atmung, weil dank herumfliegender Gräser- und Lindenpollen meine Nase dicht ist. Rhetorisch ist das deshalb nicht gerade einer meiner besseren Vorträge, aber sei’s drum: Auf dem 63. netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft in der c-base erkläre ich knapp und kurz den Stand der Cyborg-Technik und umreiße die politischen Fragen, die sich daraus ergeben.