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In homöopathischen Dosen

tl;dr: Schlechte Metapher, lieber nicht benutzen.

homöopathie

Immer wieder stolpere ich in Texten darüber, dass etwas in homöopathischen Dosen verabreicht werde. Eine homöopathische Dosis bedeutet: Null, nix, nada. Die Metapher „homöopathische Dosis“ kann immer dann verwendet werden, wenn etwas vorgibt zu wirken, was aber gar nicht wirken kann, weil schlicht und ergreifend kein Wirkstoff drin ist. (Mehr über Homöpathie hier).

Leider benutzen so gut wie alle Autoren/Journalisten diese Redewendung falsch. Sie meinen fast immer einfach nur sehr kleine Dosen. Irgendwas sehr winziges, das dann aber gesammelt doch wirke. (Letztes Beispiel hier). Das ist dann aber keine homöopathische Dosis mehr, sondern einfach eine kleine Dosis. Deshalb ist diese Metapher schlechter Stil, weil sie etwas anderes sagt, als der Autor meint oder von der Leserschaft – ja nach Neigung/Abneigung zur Homöopathie – anders verstanden wird.

Darüber hinaus verbreiten aber Autoren mit jeder Verwendung dieser Metapher das Mem, dass homöopathische Dosen sich irgendwie summieren und wirken würden, obwohl 0 + 0 + 0 = 0 ist. Das sollte kein Journalist oder Autor wollen – es sei denn, natürlich, er oder sie glaubt an Homöopathie.

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