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Links der Woche

  • Weihnachten in Moorfleet:

    “Ein Moorfleeter wollte in aller Ruhe besprechen, wie man nun das Problem des Zauns lösen solle – welcher ohne Frage um die Unterbringung zu ziehen sei. Er könne sich ja nun wirklich nicht vorstellen, daß die Flüchtlinge frei im Dorf herumlaufen sollen. Außerdem solle das Gelände Tag und Nacht ausgeleuchtet werden, damit man deren Machenschaften auch 24 Stunden lang beobachten könne. Natürlich bräuchten die Flüchtlingskinder auch einen Spielplatz. Denn auf dem vorhandenen Spielplatz würden ja schon die Moorfleeter Kinder spielen. Applaus in der Halle.”

  • Weihnachten in Griechenland:

    „Ja, wen haben wir denn da?“ feixt einer der Essensausgeber in die Runde, als ob Armut ungeheuer witzig wäre. „Das Bild von einer Griechin, hahaha!“ pflichtet ein anderer bei. Sie sei tatsächlich Griechin, habe aber ihren Ausweis nicht dabei, sagt jetzt die fast weinende alte Frau. „Da könnte ja jeder kommen. Sie und Griechin!“ der Ordner schüttelt sich vor Lachen. Macht dann ein ernstes Gesicht und brüllt in die Runde: „Für Menschen für dich gibt’s keinen Platz mehr in Griechenland!“ Leute wie sie müssten aus Griechenland verschwinden, ja aus der ganzen Welt. „Wenn du Griechin bist, dann bin ich, dann bin ich …“, denkt er grimassierend nach, schlägt sich die Hand vor den Kopf.

  • 800.000 Amazon-Bücher von Software verfasst:

    “Ein System zur automatischen Text-Generierung hat rund 800.000 Bücher verfasst, die bei Amazon erhältlich sind. Als Basis für die Texte dienen Informationen, die frei verfügbar sind. Parkers Algorithmen ziehen Fakten aus schriftlichen Quellen und erstellen daraus Bücher. Der Text wird dabei neu gestaltet, um Plagiate zu vermeiden. Die maschinell erstellte Literatur befasst sich hauptsächlich mit obskuren Themen, zu denen es keine von Menschen verfassten Werke gibt.”

  • Grabenkämpfe und das Ende des Diskurses:

    “Das größte Problem der Piratenpartei liegt nicht in der Entscheidung, ob wir ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern oder eine ständige Mitgliederversammlung, es liegt nicht im Zusammenspiel von Abgeordneten und anderen Mitgliedern, oder in der Arbeitsweise von Vorständen. Das größte Problem der Piratenpartei liegt in einer undifferenzierten Betrachtung anderer Parteimitglieder und den daraus resultierenden Grabenkämpfen und Anfeindungen. Denn diese erschweren und verunmöglichen zunehmend einen lösungsorientierten Diskurs und damit die Hauptaufgabe einer Partei: die interne und anschließend externe politische Willensbildung. Alles andere kommt erst danach.”

  • Linguistik-Professor über Politsprech: „Strategie, um Nebel zu erzeugen“:

    “Linguistik-Professor Martin Haase seziert, was hinter Politsprech steckt. Gespräch über „potenzielle Gefährder“, Merkels „wir“ und das „Guttenberg-Passiv“.”

  • Liebes Familienministerium:

    “du fragst dich, warum meine Generation so wenige Kinder bekommt und hast deshalb eine Studie in Auftrag gegeben. Das ist insofern bedauerlich, als dass diese Studie bestimmt sehr teuer war und du auch durch Nachdenken zu einem Ergebnis hättest kommen können. Aber Schwamm drüber. Schauen wir lieber in die Zukunft. Damit du demnächst das Geld sparen und es für gute Kinderbetreuung einsetzen kannst, hier mal ein paar Eckpunkte, die uns Mitt- und Enddreißiger im Zusammenhang mit dieser Kindersache bewegen.”

  • Gehörlose: «Ich bin dumm, ich gebärde»:

    “Bis Ende der achtziger Jahre wurden Gehörlose von Lehrern geschlagen und schikaniert – weil sie die Gebärdensprache benutzten.”

  • Laurie Penny: A woman’s opinion is the mini-skirt of the internet:

    “An opinion, it seems, is the short skirt of the internet. Having one and flaunting it is somehow asking an amorphous mass of almost-entirely male keyboard-bashers to tell you how they’d like to rape, kill and urinate on you. This week, after a particularly ugly slew of threats, I decided to make just a few of those messages public on Twitter.”

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