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Links der Woche

  • Überwachung: Bitte recht freundlich:Irgendwann bemerkte ich eine Stimme in meinem Kopf: „Dreh dich auf der Straße nicht um! In den Akten stand, dass sie das bei Andrej verdächtig fanden.“ – „Mach keine Witze über Brandanschläge am Telefon! In den Akten stand, dass sie das in einem Telefongespräch mit deiner Mutter angestrichen haben.“ Dabei war ich selbst ja gar nicht verdächtig. Meine Telefonate wurden trotzdem abgehört und in den Akten kommentiert.

  • Muslime und Schwule: ein konstruierter Gegensatz:Homophobie, also die moralische Ablehnung sexueller Beziehungen unter Menschen desselben Geschlechts (vor allem unter Männern) ist – zumindest in der Form, wie wir sie kennen – eine Erscheinung, die wesentlich zur westlich-abendländischen Kultur gehört. Trotzdem ist im Zuge der zunehmenden Islamfeindlichkeit nach den Anschlägen vom 11. September vor allem der Islam in den Ruch der Homophobie gekommen.

  • Partizipation 2.0 – das Social Web als Chance für die Bürgerrechte:Während das Web 2.0 die Gesellschaft gefühlt durchlässiger macht, nimmt die soziale Mobilität, und somit die gesellschaftliche Durchlässigkeit, ab, der demokratische Einfluss stagniert seit Jahrzehnten. Im Gegenteil wird durch die Kompetenzverlagerung in die EU sogar ein Demokratiedefizit gepflegt, welches auch die Reform des Vertrags von Lissabon nicht aufheben konnte. Obwohl es einen Konsens über die vermeintliche Politikverdrossenheit zu geben scheint, zeigt sich, dass Verdrossenheit im Wesentlichen über verkrustete Partei- und Politikstrukturen besteht, die dem 21. Jahrhundert nicht mehr angemessen sind.

  • Die Sache mit dem verfassungsrechtlichen Risiko:Im Kreis seiner Mitarbeiter im Kanzleramt offenbarte Kohl, woran er denkt: Wenn sich bald über 700 000 Asylbewerber in Deutschland drängten und wenn die erforderlichen Grundgesetzänderungen mit der SPD nicht zu machen seien, dann werde er sich so verhalten, “als ob” die einschlägigen Grundgesetz-Artikel geändert worden wären.

  • Quis custodiet …:Da ist der Bundestrojaner also. Als erstes muss ich mal festhalten, dass ich von der Heftigkeit der Debatte ernsthaft überrascht bin. Alle Bestandteile waren sein langem bekannt oder doch wenigstens klar und leicht absehbar. Ich fasse mal zusammen, was ich hier schon merhfach gesagt habe.

  • Unter Generalverdacht:„Jemand musste Josef K. verleumdet haben…” beginnt Kafkas düsterer Roman „Der Prozeß”. Und bis zum Ende bleibt im Dunkeln, welches Vergehen dem Protagonisten eigentlich zur Last gelegt wird. Der Gedanke, dass K.‘s Verbrechen womöglich präemptiv gesühnt wurde, also bevor er es überhaupt begehen konnte, ist wohl nur den wenigsten Kafka-Interpreten gekommen.

  • Netzfreiheit: Die Antwort der Piraten:Wer das jetzt als staatliches Kavaliersdelikt abtut, der rüttelt an den Grundfesten unseres Zusammenlebens und zerstört den Glauben an den Rechtsstaat in derselben Weise wie prügelnde Polizisten, schlampige Richter oder korrupte Beamte. Tatsächlich findet in vielen Bereichen des Sicherheitsapparats keine wirksame Steuerung oder Kontrolle statt. Die Ursachen für die Staatstrojaneraffäre liegen nicht in mangelndem technischen Sachverstand oder finanziellen Engpässen. Sie sind in der grundsätzlichen Struktur zu suchen, die mit Konstruktionsfehlern behaftet ist, die nicht erkannt und beseitigt werden, weil vieles den Augen der Öffentlichkeit und der politischen Kontrolle entzogen ist.

  • Der Trojaner nach dem Trojaner:Ich bin Informatiker, kein Jurist. Die Juristen und Verwaltungsmenschen, die ich kenne, haben mich jedoch gelehrt, daß Menschen in Deutschland Handlungsfreiheit haben – sie können tun, was immer sie wollen, solange dem nicht ein Verbot durch ein Gesetz entgegensteht. Dem Staate jedoch, so erklärten sie mir, ist diese Freiheit nicht gegeben: Grundlage allen staatlichen Handelns muß ein Gesetz sein.

  • The Little Ice Age and Other Unintended Consequences of the Conquest of the Americas:Low-level burning kept grasslands from turning into forests, helped create forests that looked to Europeans like great parks, and produced charcoal that was used to make thin soils fertile through terra preta. And these practices effectively kept enormous amounts of carbon dioxide constantly in the atmosphere rather than locked into trees and other vegetation. When native populations collapsed, however, the burning stopped or was greatly reduced, and the carbon dioxide was quickly locked up into forests again. Now, what follows is quite controversial. Mann cites some recent research that argues that this must have made a big contribution to the so-called Little Ice Age