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Links der Woche

  • Die andere Sprachvielfalt der Schweiz:

    Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Gebärdensprachen eine Art improvisiertes Scharadespiel sind, oder dass es sich irgendwie um eine mit Gesten buchstabierte Version von gesprochenen Sprachen handelt. Jahrhundertelang wurden diese Sprachen deshalb ignoriert oder sogar gezielt unterdrückt, und mancherorts werden sie es noch immer. Tatsächlich aber handelt es sich um natürliche menschliche Sprachen, die — vom Kommunikationskanal mit den ihm eigenen Besonderheiten abgesehen — denselben Grundprinzipien folgen, wie jede gesprochene Sprache auch.

  • Prostprivacy:

    Solang der Staat informationelle Selbstbestimmung gewährleistet, ist es möglich, im Netz pseudonyme Identitäten aufzubauen und zu pflegen. Selbst wenn es möglich ist, aus Pseudonymen Rückschlüsse auf nicht-virtuelle Identitäten zu ziehen (und das ist oft möglich), bleibt so etwas wie Unsicherheit und [Glaubhafte Bestreitbarkeit], die letztlich zur informationellen Selbstbestimmung beitragen.

  • Malte Welding über Jörg Kachelmann: „Die Liebe in Zeiten der Kamera“:

    Was nach der Verhaftung geschah und bis heute anhält, gab es vorher in Deutschland noch nie. Noch nie wurde das Intimleben eines Menschen so umfassend durchleuchtet, wurden die Details eines Lebens von einem ganzen Volk zerredet, bequatscht, verhöhnt, bis das ganze Leben selbst der Lächerlichkeit preisgegeben war. Oder doch eher: bis dem ganzen Menschen entzogen war, was nur ihm gehören soll.

  • Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung:

    Diese Petition soll den Bundestag dazu bringen, die Vorratsdatenspeicherung nicht aufgrund unsicherer und möglicherweise verfassungswidriger Richtlinien wieder einzusetzen, auch wenn dies bedeutet, dass die EU ein Strafgeld wegen der Nichtumsetzung verhängt, wie es von der verantwortlichen Innenkommissarin Cecilia Mahlström bereits angekündigt wurde. Als Beispiel mag Schweden dienen, das seit Jahren die Einführung einer anlass- und verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung verweigert.

  • Nichtlesen 23: Neu – Original chilenisches Berliner Szenewasser:

    Der Produkt-Kern von Wasser liegt letztlich in seiner Wasserheit, analysierte man in der Agentur. Sprich: Die »Nassness« von Wasser ist der Core-Benefit des Produkts. Konsequent leitete das Kreativteam auch die Namensgebung für die neue Kreation ab. Die Marke heißt »Wasser« und wird in den drei gleich schmeckenden Geschmacksrichtungen »Wasser nass«, »Wasser flüssig« und »Wasser überflüssig« angeboten.

  • Bin Laden tot – Problem gelöst?:

    Terroristische Aktivität generell hatte ihren Höhepunkt im Jahr 1988, als weltweit 666 Anschläge verübt wurden, im Vergleich zu 340 im Jahr 2001.  (…) Selbstmordattentate (…) sind von durchschnittlich drei pro Jahr in den frühen 80-ern auf zehn jährlich in den 90-ern bis auf mehr als 25 pro Jahr in 2001 gestiegen.  (…) Ich hatte auch erst geglaubt, dass sie so etwas Ähnliches wie die Baader-Meinhof-Gruppe sein müssten – eine kleine Zelle von vielleicht ein bis zwei Dutzend Leuten. Aber es zeigt sich, dass Selbstmordgruppen – von Hamas über Hisbollah bis hin zu den Tamil-Tigern – aus Hunderten und Tausenden von Guerillakämpfern bestehen. Es sind tatsächlich Guerilla-Organisationen, die für ein säkulares, nationalistisches Ziel kämpfen. Das Ziel ist immer, einen demokratischen Staat, der über Militär verfügt, zum Abzug aus einem Gebiet zu zwingen, dass diese Gruppen als ihr Heimatland ansehen.

  • Dark Roasted Blend: Nuclear Everything!:

    This, in a kind of round-about way, gets us to the 1950s and the near-obsession that certain engineers had back then with a certain power source. To put it another way, their slogan should have been: “We Add Nuclear Power To Everything.”

  • Den Schein des Anstandes wahren | law blog:

    Gleich mehrfacher Jubel über die gezielte Tötung eines Menschen ist nach den Wertmaßstäben unserer Verfassung nämlich völlig deplatziert – und gefährlich überdies. (…) Die Kanzlerin hat ihre Äußerung übrigens auf die Frage gemacht, ob sie eine gezielte Tötung gut findet und ob unsere Sicherheitskräfte so was auch dürfen sollten. Statt diese Steilvorlage zu nutzen und sich zum Rechtsstaat zu bekennen, flüchtet sich Angela Merkel in pure und platte Begeisterung für die amerikanische Taktik.

  • Was Dosenmilch mit Gentrifizierung zu tun hat:

    Wo beginnt Gentrifizierung, wo hört sie auf? Ich bin weder Künstlerin noch Studentin, die die aufgewerteten Stadtteile Hamburgs so lebenswert machen. Habe weder Dreads noch Iro, bin eine Latte Macchiato-Mitschlürferin. Dennoch frage ich mich aufrichtig, ob ich nicht doch Teil der Gentrifizierung bin.

  • The Cloud Has Us All In A Fog:

    What do these all have in common? The unexpected results of connecting client devices to the cloud. (…) Emergent properties. Unintended consequences. Get used to ‘em.

  • Kulturwertmark – 20 Jahre zurück :

    Der CCC schlägt eine neue GEMA vor, eine bessere GEMA, in der die Interessen von Künstlern und Nutzern unbestechlich und ohne Reibungsverluste vertreten werden. Die dann entscheidet, wie die Leistung eines kompletten Orchesters gegen das eines lispelnden 16jährigen Superstar-Gewinners abzuwägen ist.

  • Seligsprechung: Was bleibt, sind Reliquien:

    Eine Ampulle mit Blut – das ist die erste offizielle Reliquie von Papst Johannes Paul II. Denn nach katholischem Brauch werden von Seligen und Heiligen irdische Überbleibsel aufbewahrt und verehrt. Ohne diese kann kein Altar in einer katholischen Kirche geweiht werden.