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Pest oder Cochlea?

Freitag war ich erneut in der Charité zwecks Besprechung der Untersuchungsergebnisse. Die Ärzte haben sich die Bilder von Computertomographen angesehen, um zu schauen, ob anatomisch etwas gegen die Operation spricht. Dass mein Hörnerv intakt ist, wussten wir ja schon. Ganz unspektakulär und lakonisch: Sie wollen operieren, und das schon Anfang Mai. Allerdings werde ich vor eine für mich schwierige Entscheidung gestellt: Die Klinik operiert zwei Systeme und die seien angeblich beide gleich gut.

Das Maestro von MedEl ist größer und scheint mehr Strom zu verbrauchen. Dazu gehört eine Fernbedienung, ohne die ich das CI nur an- und abschalten kann, was ich als großen Nachteil empfinde. Nachrangig: Das Design ist kantiger und es gibt weniger Gehäusefarben zur Auswahl. Aber: Dafür wird der Draht mit den Elektroden tiefer in die Schnecke (Cochlea) eingeführt als bei anderen Systemen, wodurch später Bässe besser wiedergegeben werden können. Angeblich empfinden das machen als „zu dumpf“.

Konkurrent ist das Nucleus 5 vom Marktführer Cochlear. Das ist kleiner, leichter, verbraucht weniger Strom bzw. läuft mit Akkus, sehen etwas besser aus und es gibt mehr Farben zur Auswahl. (Ich nehme ja sowieso Schwarz, von daher…) Bei diesem Gerät wird der Draht weniger tief eingeführt, sondern so, wie es bei Cochlea-Implantaten seit Jahren Standard ist. Bässe werden also nicht so gut abgedeckt wie beim Meastro, dafür hat der Draht gleich 22 statt nur 12 Elektroden, was eigentlich zu einer höheren Auflösung des Klangbildes führen sollte. Man kann sich davon ein besseres Sprachverständnis versprechen, allerdings sei der Effekt auch nicht so groß, weil die Elektroden so dicht beieinander dazu neigen, zu übersprechen.

Zwei Bekannte habe ich bisher gefragt: Der eine trägt Maestro, der andere Nucleus. Da soll sich einer entscheiden können, welches elektrische Ohr er sich einpflanzen lässt…

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