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Kater

Nein, ich habe nicht zu viel getrunken. Es geht um unseren Mitbewohner. Ein Siamese mit plüschig changierendem Fell und Augen aus einem Courts-Mahler-Roman. Er heißt Gordy — eine Mary gabs glaubich auch mal, aber ich kenne die Geschichte nicht. Sie ist bestimmt traurig. Wie jeder echte Siamese ist Gordy hoch intelligent, stellt sich aber öfters unheimlich dämlich an. Ich tippe auf manische Depression. Manisch wird er z.B., wenn ich die Tür zu meinem Zimmer geöffnet lasse und er freie Bahn zu meinem Sofa hat, welches seinen Lieblingskratzbaum darstellt. In der Übergangsphase wird er teils wild, teils schmusig und kaut zärtlich auf meinen Händen rum, wenn ich versuche, ihn zu streicheln. Depressiv wird er vor allem, wenn sein Frauchen nachts in ihrem Zimmer schnarcht. Ihre einwöchige Reise neulich hat offenbar ein bleibendes Trauma bei ihm hinterlassen. Er ist anhänglicher und will ständig schmusen und beschäftigt werden. Gestern habe ich deshalb „Petterson und Findus“ mit ihm gespielt. Ich war Petterson. Außerdem war ich auch noch Findus. Und Gordy war der Kater, der doof rumsitzt und blöd guckt. Naja, muss ich mir was anderes ausdenken.

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